Hugo VIII. und Friednch Barbarossa
Die Hoffnung Hugos VIII., durch seine Verschwägerung mit Konrad III. seinen
politischen Einfluß im Reich zu verstärken, hat jedoch im Jahr 1152 einen
Rückschlag erlitten, da ja bekanntlich der Sohn von Konrad III. und Gertrud von
Sulzbach, Friedrich der Rothenburger, das Königtum nicht erlangte, sondern dessen
Vetter, Herzog Friedrich III. von Schwaben562. Somit hatte ab der Königswahl
Friedrich Barbarossas die verwandtschaftliche Bindung an jenen Zweig der
staufischen Familie, der die Zukunft nicht gehörte, bei weitem nicht mehr die
politische Bedeutung, die sich Hugo VIII. bei seiner Heirat mit der Schwägerin
Konrads III. einst wohl erhofft hatte. Zu konstatieren ist jedoch, daß sich
anscheinend zunächst das Verhältnis zwischen dem neuen König Friedrich I. und
Hugo VIII. von Dagsburg spannungsfrei gestaltete, möglicherweise doch als Folge
der verwandtschaftlichen Bindung Hugos zu dem Sohne Konrads III.
Die Erwerbung der Grafschaft Metz
Ein wichtiges Ereignis, das das gute Verhältnis des neuen Königs zu dem Dagsburger
Grafen in den Anfangsjahren Friedrichs I. kennzeichnet, ist die Verleihung
der Grafschaft Metz durch den Staufer, die für Hugo VIII. einen außerordentlichen
Machtzuwachs und beträchtlichen territorialpolitischen Gewinn bedeutete.
Die Metzer Grafschaft hatten in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die mit den
Dagsburgern verwandten Grafen von (Bischofs)homburg inne563. Die Verwandtschaft
kam über die Schwester Hugos VII. von Dagsburg, Mathilde, zustande,
die mit dem Grafen von Metz, Folmar von (Bischofs)homburg, verehelicht war564.
Folmar von (Bischofs)homburg verstarb zwischen 1140 und 1147565, und es folgte
ihm in der Metzer Grafschaft sein ältester Sohn, Hugo von (Bischofs)homburg,
562 Zu den Vorgängen um die Königswahl von 1152 und den Übergang des Königtums auf
den Neffen Konrads III., siehe jetzt Althoff, Friedrich von Rothenburg, S. 307-316.
563 Siehe dazu Châtelain, Le comté de Metz, 2. Teil, S. 298-307, mit allerdings nicht
immer richtigen Angaben, speziell bei der Darstellung des Übergangs der Metzer
Grafschaft von den Grafen von (Bischofs)homburg zu den Grafen von Dagsburg (ebda.,
S. 307); vgl. auch M. Parisse, Présence et interventions de Frédéric Barberousse en
Lorraine, in: Friedrich Barbarossa. Handlungsspielräume und Wirkungsweisen des
staufischen Kaisers, hrsg. v. A. Haverkamp (= VuF 40), Sigmaringen 1992, S. 204.
564 Siehe oben, S. 88 ff.
565 Folmar von (Bischofs)homburg wird zuletzt sicher in einer in der zweiten Hälfte des
Jahres 1140 ausgestellten Urkunde Stephans von Metz genannt, abgedruckt in M.
Parisse, Actes des princes Lorraines, 2ème Série: Princes Ecclésiastiques, I. Les
évêques de Metz, B - Etienne de Bar 1120-1162 (préédition), Nancy o. J., Nr. 53, S. 122
ff. Die späteren Nennungen Folmars in den Urkunden Stephans von Metz, so im Jahre
1146 (ebda, Nr. 66, S. 145-151) und im Jahre 1147 (ebda., Nr. 67, S. 152 -155), lassen
nicht klar erkennen, ob Folmar in diesen Jahren noch am Leben war. Zu der Urkunde
von 1146 siehe unten, Anm. 566. Die Echtheit der Urkunde von 1147 ist nicht sicher
(ebda., Nr. 67, S. 152, Vorbemerkung), Zu der Erwähnung Folmars in der zwischen
1158 u. 1162 ausgestellten Urkunde des Bischofs für Beaupré siehe unten, Anm. 566;
vgl. auch Parisse, Présence, S. 204 f.
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