Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

zudem  noch  diese  Schenkung  um  das  Besitzrecht  an  der  Kirche  zu  Wamant  und,
gegen  die  Abgabe  eines  Zinses,  um  die  Bestätigung  des  Besitzes  verschiedener
terrae,  so  der  terra  Adelaidis,  der  terra  Alardis,  der  terra  Balduini  und  der  terra  de
Cutuain,  welche  einer  seiner  Bauern  der  Abtei  übertragen  hatte558.  Die  Nennung
und  Zustimmung  wichtiger  Mitglieder  von  Hugos  Familie  unterstreicht  geradezu
die  Bedeutung  dieser  Urkunde.  Man  kann  ganz  deutlich  an  dieser  Schenkungsurkunde
  ablesen,  wie  Hugo  VIII.  um  gute  Beziehungen  zu  Floreffe  bemüht  war,  die
Gründe  dafür  liegen  klar  auf  der  Hand.  Das  Dagsburger  Grafenhaus  hat  die  Abteien
Floreffe  und  Rone  nicht  mehr  aus  seinem  Blickfeld  verloren.  Rone  wurde  später
noch  von  Albert  II.  begabt,  allerdings  mit  einer  problematischen  Schenkung559,
Roreffe  im  Jahre  1223  von  dessen  Tochter  Gertrud560.  Die  Bestimmungen  über  die
Vogteien  in  den  Urkunden  Hugos  VIII.  für  Rone  und  Neufmoustier  zeigen  auch,
wie  hier  versucht  wurde,  Landesherrschaft  aufzubauen  und  Rechtsansprüche  zu
sichern.
Durchgesetzt  hat  sich  in  diesem  Konflikt  um  Moha  schließlich  der  Dagsburger
gegenüber  dem  Grafen  von  Namur.  Möglich,  daß  es,  wie  uns  die  weitere
Entwicklung  zeigt,  zu  einem  Kompromiß  im  Sinne  einer  Gebietsaufteilung
gekommen  ist,  nämlich  Moha  für  das  Dagsburger  Grafenhaus,  Luxemburg  für  den
Grafen  von  Namur.  Ab  den  fünfziger  Jahren  des  12.  Jahrhunderts  gibt  es  in  den
Quellen  keine  Anzeichen  mehr,  daß  die  Grafschaft  Moha  den  Dagsburger  Grafen
von  einem  Grafen  von  Namur  streitig  gemacht  wurde.  Erst  gegen  Ende  der
Lebenszeit  Alberts  II.  regten  sich  wieder  die  Interessen  verschiedener
Territorialherren  an  der  Grafschaft  Moha,  und  in  der  ersten  Hälfte  des  13.
Jahrhunderts  konnte  schließlich  der  Lütticher  Bischof  bei  den  nach  dem  Tode
Gertruds  von  Dagsburg  im  Jahre  1225  beginnenden  Auseinandersetzungen  um  die
Dagsburger  Erbschaft  endgiilüg  die  Lehenshoheit  über  Moha  erringen561.

Namucensis,  contulit  et  concessit  ecclesie  beate  Marie  Magdalene,  de  loco  qui  dicitur
Wamia,  scilicet  culturam  usque  ad  molendinum,  et  ego,  divini  amoris  intuitu  ac  pro
salute  mee,  concessi  et  donavi  perpetuo  libere  possidendum  fratribus  ac  sororibus
ibidem  Deo  famulantibus  locum  videlicet  in  quo  edificia  eorum  et  curtilia  sita  sunt.  ...
Hec  omnia  supradicta  concessi  et  tradidi  loco  prenominato  et  fratribus  ac  sororibus,  ex
voluntate  et  assensu  uxoris  mee  L.,  ducisse  Lovanie,  et  duorum  filiorum  meorum
Hugonis  et  Alberti  (Zitat,  ebda.,  S.  26).
558  Ebda.:  De  mea  etiam  manu  concessi  et  donavi  eis  donum  et  investituram  ecclesie  de
Warnanz  in  perpetuam  et  liberam  possessionem.  Preterea  concessi  eis  possidendas  in
sempiternum  terras  quasdam,  terratn  scilicet  Balduini,  terram  Adelaidis,  terram  Alardi,
terram  de  Cutuain  datam  eis  in  elemosinam  a  rustico  meo,  salvo  tamen  jure  et  redditu,
quod  de  terris  eisdem  annuatim  mihi  persolvetur  a  fratribus  jure  antiquo:  de  terra
Adelaidis  11  modi  spelte  et  XXI  denarii  censuales  et  duo  arietes;  de  terra  Alardi  XVI
duzini  spelte  et  VIII  duzini  avene  (Zitat,  ebda.,  S.  26).
559  Siehe  dazu  ausführlich  unten,  das  Kap.  zur  Stiftung  von  Val-Notre-Dame.
560  Druck  bei  V.  Barbier,  Histoire,  II.  6d,  tom.  II,  Nr.  165,  S.  76.
561  Siehe  dazu  ausführlich  unten  die  Kap.  'Streitigkeiten  um  das  Erbe  Alberts  II.'  und  'Die
Auseinandersetzungen  in  Niederlothringen'.

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