Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim (31)

war514. Gottfrieds Nachfolger im Herzogsamt wurde sein Sohn Gottfried II.515 
Konrad III. hat wohl zur Unterstützung der Ansprüche Gottfrieds II. diesem 1139 
seine Schwägerin Luitgart zur Gemahlin gegeben516. 
Ob sich durch die zweite Ehe Luitgarts mit Hugo VIII. von Dagsburg auch eine 
Annäherung zwischen Staufern und Dagsburgem ergab, ist nicht mit letzter Gültig¬ 
keit zu sagen, aber anzunehmen. Hugo VIII. ist sicher nur in der obenerwähnten 
Urkunde Konrads III. vom 30. Dezember 1145 als Zeuge nachweisbar517. Diese 
Zeugenschaft dürfte schon nach seiner Heirat gewesen sein. Man wird aber nicht 
fehl gehen, daß die Verschwägerung der Dagsburger Grafen mit dem staufischen 
Königshaus den Dagsburger Grafen politische Vorteile bringen sollte und sie sich 
von staufischer Seite Rückendeckung für ihre Politik in Niederlothringen erhofften. 
Die Fehde mit dem Grafen von Namur 
Im Jahre 1147 finden wir Hugo VIII. in eine Fehde mit seinem Onkel, Graf 
Heinrich dem Blinden von Namur, verstrickt. So berichtet der Propst Bovo von 
Stablo in einem Brief, datiert nach dem 8. September dieses Jahres, an seinen Abt 
Wibald von einer Fehde zwischen Heinrich von Namur und einigen Adeligen, 
darunter Graf Hugo von Dagsburg. Die streitenden Parteien hätten ihre 
kriegerischen Handlungen zum Teil auf Klostergut von Stablo verlagert, im 
Haspengau (Hesbaye) sei geplündert worden518. Da die Auseinandersetzung 
bedeutende Ausmaße angenommen hatte519, bemühte sich Wibald von Stablo, der 
ja aus verständlichen Gründen ein Interesse an der möglichst raschen Beendigung 
der Fehde hatte, zwischen den einzelnen Kontrahenten einen Frieden zu vermitteln. 
So schrieb er unter anderem an den Lütticher Bischof Heinrich und drohte diesem 
514 Annales Laubienses, ed. G. H. Pertz, MGH SS IV, S. 22, zu 1139: Godefridus 
Lotharingiae dux, Affligemii monachus effectus, moritur; cui succedit filius eius, de 
nomine Godefridus\ die Gesta abbatum Trudonensium continuatio secunda, MGH SS X, 
lib. I, S. 337, und die Annales Parchenses, MGH SS XVI, S. 605, nennen als 
Todeszeitpunkt Gottfrieds I. irrtümlich 1140; Chronica de origine ducum Brabantiae, 
MGH SS XXV, S. 409, sagt 1139; Continuatio Gemblacensis, MGH SS VI, S. 386, und 
Albrici monachi Triumfontium Chronicon, MGH SS XXIII, S, 833, nennen 1138 als 
Todesjahr Gottfrieds; zu Gottfried I. siehe Knetsch, Brabant, 1. Teil, S. 18. 
515 Annales Rodenses, MGH SS XVI, S. 713, aber zu 1138: Gualramus dux de Leimburch 
moritur, et Godefridus Lovaniensis substitur. 
5,6 Quellen siehe oben, S. 97 f. mit Anm. 545. 
517 Druck D K III 143, S. 257-260. 
518 Druck: Wibaldi epistolae, ed. Ph. Jaffé, Monumenta Corbeiensia, Berlin 1864, Nr. 53, 
S. 131: ln prepositum autem ... nihil fructus me agere posse sciatis, quia non solum d 
Rad. et Machario in Condustrio, sel et a comite Nainucensi et suis adversariis in 
Haspannia preda et incendio vastamur. Regest bei Wampach, Urkunden- und 
Quellenbuch, 1. Bd., Nr. 436, S. 610. 
519 So schreibt Wibald an Bischof Heinrich von Lüttich: Multa mala sunt in episcopatu 
vestro, quae tam generaliter à diebus antiquis ibi audita non sunt (Druck: Wibaldi 
epistolae, Nr. 57, S. 134 f., Zitat, S. 135). Regest bei Wampach, Urkunden- und 
Quellenbuch, 1. Bd., Nr. 437, S. 611. 
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