Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Trond  (1055  bis  1082)  erfolgten  Schenkung  des  Grafen  Albert  von  Moha  in  Herck
la-Ville  berichtet  wird443.  Die  Eckdaten  des  Abbatiates  von  Adelard  II.  bilden
natürlich  den  Terminus  post  quem  und  den  Terminus  mite  quem  für  den  Zeitpunkt
der  Schenkung.  Ist  die  Schenkung  eher  gegen  Ende  des  Abbatiates  von  Adelard
erfolgt,  so  wäre  der  Schenker  wohl  nur  mit  Albert  I.  von  Dagsburg-Egisheim  zu
identifizieren.  Man  könnte  somit  ein  Verfügungsrecht  Alberts  von  Dagsburg-Egisheim
  über  mederlothringische  Güter  ableiten,  obwohl  von  seinen  älteren
Brüdern  zum  Zeitpunkt  der  Schenkung  auf  jeden  Fall  noch  Hugo  VI.  am  Leben
war,  dieser  starb  bekanntlich  erst  1089,  also  nach  dem  Terminus  ante  quem  für  die
Schenkung,  so  daß  der  Schluß  folgerichtig  wäre,  daß  die  niederlothringischen
Besitzungen  des  Dagsburg-Egisheiiner  Grafenhauses,  mit  Moha  als  dortigem
Kerngebiet,  das  Erbgut  Alberts  I.  waren.  Letztlich  ist  jedoch  dieses  Forschungsproblem
  als  obsolet  zu  betrachten,  da  durch  den  gewaltsamen  Tod  Hugos  VI.  im
Jahre  1089  die  wichtigsten  dagsburgisehen  Besitzungen  in  der  Hand  Alberts  I.
wieder  vereinigt  wurden.
Albert  I.  nennt  sich  zwar  in  Urkunden  schon  Graf  von  Moha444,  von  weitergehenden
  Aktivitäten  in  diesem  Gebiet  berichten  uns  die  Quellen  aber  fast  nichts.
Lediglich  von  einer  Schenkung  Alberts  I.  aus  einer  der  Grafschaft  Moha
zugehörigen  Besitzung  an  die  Abtei  Flöne  haben  wir  durch  ein  Privileg  des  Papstes
Innozenz  II.  vom  4.  Dezember  1138  Nachricht,  in  dem  dieser  die  Besitzungen  der
Abtei  Flöne  bestätigt.  Hierin  w  ird  uns  auch  die  einstige  Übertragung  der  Kirche  des
Hl.  Petrus  mit  Zubehör  zu  Dreye  bei  Wamant  durch  den  Grafen  Albert  von  Moha
mitgeteilt445.  Alberts  politischer  Schwerpunkt  lag  wohl  eher  im  oberlothringischen
Raum,  wie  sich  aus  seinen  Aktivitäten  in  der  Gegend  von  Longwy  ablesen  läßt446,
obgleich  es  sein  kann,  daß  die  Zufälligkeit  der  Quellenüberlieferung  zu  manchen
Verzerrungen  der  tatsächlichen  Gegebenheiten  geführt  hat.  Es  besteht  aber
durchaus  die  Möglichkeit,  daß  sein  Interesse  durch  die  ihm  von  seiner  zweiten
Gemahlin,  Ermensinde  von  Luxemburg,  in  die  Ehe  gebrachten  Güter  um  Longwy
im  Norden  Oberlothringens  verstärkt  auf  seine  niederlothringischen  Besitzungen  in
und  um  Moha  gelenkt  wurde447.
Die  Besitzungen  um  Moha  rückten  vor  allem  erst  in  der  Generation,  der  Hugo  VIII
angehörte,  in  das  politische  Blickfeld  der  Grafen  von  Dagsburg,  da  um  die  Mitte
des  12.  Jahrhunderts  die  Gefahr  drohte,  die  Rechte  an  dieser  Grafschaft  an  die

443  Rudolfi  gesta  abbatum  Trudonensium,  MGH  SS  X,  S.  235:  ...  el  quiequid  habemus  in
Harches  a  comite  de  Musal  Alberto;  zur  Problematik  der  Identifizierung  dieses  Grafen
Albert  mit  Albert  1.  von  Dagsburg-Egisheim  siehe  oben,  S.  226.
444  Siehe  die  oben  angegebenen  Belege,  S.  66  f.
445  Druck  der  Urkunde  bei  Evrard,  Documents,  Nr.  11,  S.  297-301:  Ecclesiatn  beati  Petri
de  Drhahil  cum  omnibus  pertmentiis  suis,  quam  dedil  Albertus,  comes  de  Musial  (Zitat,
S.  298);  Bestätigungen  dieser  Übertragung,  allerdings  ohne  den  Grafen  Albert  als
Schenker  zu  nennen,  1140  durch  Bischof  Albero  II.  von  Lüttich  (ebda.,  Nr.  13,  S.  305)
u.  1143  durch  Papst  Coelestin  II.  (ebda.,  Nr.  14,  S.  307);  zur  chronologischen
Zuordnung  der  Schenkung  siehe  unten  im  Kap.  'Besitzungen'  den  Art.  zu  'Warnant-Dreye'.

446  Siehe  unten,  S.  229  231.
447  Siehe  unten,  S.  229  f.

228
            
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