Friedensmahl im Schlafgemach des Bischofs von zwei bischöflichen Ministerialen
ermordet, nachdem die Mörder vorher den Bischof aus dem Zimmer getrieben
hatten405. Diese Bluttat erregte großes Aufsehen, was sich dadurch äußert, daß eine
stattliche Anzahl zeitgenössischer Quellen von diesem Ereignis berichtet406. Die
Hintergründe dieses spektakulären Mordes sind unklar. Jean de Bayon, der in seiner
Chronik am ausführlichsten über das Geschehen berichtet, schreibt, der
Mundschenk und seine Kumpane hätten den Grafen aus Blutrache ermordet407.
Teilweise wurde auch der Bischof einer Mitwisserschaft an der Bluttat bezichügt408.
Allerdings hat Jean de Bayon - zwar unter Heranziehung älterer Quellen409 -
seine Chronik knapp dreihundert Jahre nach dem Ereignis abgefaßt, so daß doch
große Vorbehalte gegenüber seiner Version des Tatherganges bleiben. Es gibt indes
zeitgenössische Hinweise, daß der Bischof in irgendeiner Form an der Tat beteiligt
gewesen sein könnte. So unternahm Bischof Otto zusammen mit seinen Brüdern,
Herzog Friedrich I. von Schwaben und Konrad, noch vor 1094 eine nicht genau zu
datierende Wallfahrt ins südfranzösische Conques zum dortigen St. Fideskloster410.
Nach der Rückkehr der staufischen Brüder baten sie unter Federführung Ottos den
Abt und Konvent von Conques, einen Mönch zu der auf ihrem Allod zu Ehren der
III. Fides erbauten Kirche in Schlettstadt zu entsenden41 f Jene Kirche war von der
Mutter der Stauferbrüder, Flildegard, gestiftet und schließlich von ihr zusammen
mit ihren Kindern der Abtei zu Conques übertragen worden412. Diese Wallfahrt und
405 Bemoldi Chronicon, MGH SS V, ad 1089, S. 449; Annales Marbacenses, S. 36; Liber de
unitate ecclesiae conservanda, S. 263, allerdings zum Jahr 1090; Annales Ottenburam,
MGH SS V, ad 1090, S. 8; Chronicon Mediam-monasterii authore Joanne de Bayon, Itb.
II, cap. 83, col. 231 f.; vgl. RegBfeStr. I, Nr 342, S. 292; wörtliche Zitate aus den
Quellen siehe oben, S. 64 mit Anm. 357.
406 Siehe Anm. 405.
407 Chronicon Mediani-monasterii authore Joanne de Bayon, lib II, cap. 83, col. 231 f.
408 Ebda., col. 232 Eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob Otto von Straßburg an dem
Mordanschlag auf Hugo VI. beteiligt war, läßt sich nicht geben. Vgl dazu Seiler,
Territorialpolitik, S. 64-70, der diese Problematik ausführlich diskutiert, wenn auch
nicht immer mit zutreffenden Argumenten und Schlußfolgerungen.
409 Siehe RegBfeStr. I, Nr. 342, S. 292.
410 De fundatione monasterii S. Fidis Sletstatensis, ed. O. Holder-Egger, MGH SS XV,2,
S. 997: Tempore igitur domni Begonis abbatis, qui Stephano viro venerabili successit,
Fredericus dux Alamannorum, qui Romani imperatoris filiae coniugo decoratus, ceteris
suae provinciae principibus tali honore se prelatum laetabatur, et duo eius fratres,
Argentinensis scilicet episcopus et Conradus, propter magnitudinem miraculorum,
quibus sanciam martirem coruscare diximus, eius limina videre pro peccatorum suorum
venia cupientes, peregere Conchas projecti sunt, RegBfeStr. I, Nr. 345, S. 293.
411 De fundatione monasterii S. Fidis Sletstatensis, MGH SS XV,2, S. 997 f: ... postquam,
peracto suae peregrationis itinere, sopites in patriam remearunt, episcopus, cuius
auctoritatem cum prudentia caeteri fratres plurimum reverebantur, Conchacensium
abbati, quatinus pro opitenda ad honorem sanctae Fidis aecclesia ad instar
lerosolimitane in predio suo edificata monachum transmitteret, de consilio et voluntate
ducis ac reliquorum fratrum suorum nuncium dirigeret, RegBfeStr I, Nr. 345, S. 293.
412 Siehe die Urkunde von Ottos Mutter Hildegard aus dem Jahr 1094, abgedruckt bei
Würdtwein, 6. Bd., Nr. 109, S. 256 ff.: Quam sententiam ego Hildegardis in Christo
pauper & modica cum filiis meis Ottone videlicet argentinensis ecclesie Episcopo,
Suevorumque Duce Friderico, Lodewico, Walthario, Cunrado, & filia mea Adalheida
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