Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

überlappten, dem Bischof Burkard von Basel und dem schon erwähnten Straßburger 
Bischof Otto. Bischof Burkard von Basel war ebenso wie Otto von Straßburg 
Parteigänger des Saliers391. Die reichspolitischen Ereignisse waren für Burchard 
sicher eine willkommene Gelegenheit, seine eigene territoriale Macht gegenüber 
den im Oberelsaß reich begüterten Egisheimer Grafen auszuweiten. Die Kämpfe 
des Straßburger Bischofs mit Hugo VI. werden bald nach Ottos Einsetzung 
begonnen haben. Wann die Auseinandersetzungen mit dem Baseler Bischof ihren 
Anfang genommen haben, wissen wir nicht. Von ersten militärischen 
Zusammenstößen der Bischöfe von Basel und von Straßburg mit ihren Gegnern, 
darunter sicher auch Hugo VI., hören wir schließlich im Jahre 1085. Der Liber de 
unitate ecclesiae conservanda berichtet uns, daß die beiden Bischöfe, die im Januar 
dieses Jahres in Mainz am Hof Heinrichs IV. als Anwesende bezeugt sind, wegen 
der Bedrängnis, in die sie ihre Feinde gebracht hätten, im Mai wieder in ihre 
Bistümer zurückgekehrt waren, um sich ihrer Gegner zu erwehren392. Bei diesen 
Kämpfen wurde unter anderem das Stift Lautenbach, ein wichtiges geistiges 
Zentrum der Reformbewegung im Elsaß, wahrscheinlich von den verbündeten 
bischöflichen und herzoglichen Truppen heimgesucht und zerstört393. 
In demselben Jahr wurde von seiten des Bischofs von Straßburg eine Burg belagert, 
die den merkwürdigen Namen Cakibudi trug394, bei der es sich vielleicht um die 
Dagsburg handelte395. Der Egisheimer Graf war vermutlich im Oberelsaß in 
Kämpfe mit dem Baseler Bischof verwickelt gewesen396, so daß er den Belagerten 
nicht zu Hilfe kommen konnte. Die Belagerung zog sich schließlich über ein Jahr 
hin, bis endlich Hugo VI. mit einem Entsatzheer herbeieilen und die Belagerer eines 
Morgens überraschen konnte. Das Belagerungsheer wurde aufgerieben und in die 
Flucht geschlagen. Man soll sogar die Insignien des Bischofs erbeutet und ihn selbst 
391 Vgl. K. Schmid, Zum Haus- und Herrschaftsverständnis der Salier, in: Die Salier und 
das Reich, 1. Bd., S. 45. 
392 Liber de unitate ecclesiae conservanda, S. 236: Burcardus quoque Basiliensis ecclesiae 
episcopus et Otto Strazburgensis ecclesiae episcopus per legatos suos consenserunt et 
subscripserunt, qui propter hostes ecclesiis suis crudeliter nimis imminentes domum 
dimissi sunt, vgl. dazu RegBfeStr. I, Nr. 340, S. 291 f. 
393 Vgl. dazu Scherer, Straßburger Bischöfe, S. 89; Ch. Haaby, Stift Lautenbach, S 25; 
Th. Seiler, Die frühstaufische Territorialpolitik im Elsaß, Hamburg 1995, S. 103. 
Bezeichnend ist auch, daß die Lautenbacher Klosterbibliothek vollständig zerstört 
wurde, wie Manegoid von Lautenbach aus seinem Versteck heraus beklagt: Hoc autem 
paternitatem volo edoctam, raritatem librorum non parvam mihi subtraxisse copiam 
exemplorum, que nimirum, licet pro viribus non omitterem, numerosius congererem, si 
tam aperta forent armaria ecclesiarum, ut sunt caverne vel latibula silvarum 
(Manegoldi ad Gebehardum liber, ed. K. Francke, MGH Libelli de lite 1, S. 313). 
394 Chronicon Mediani-monasterii authore Joanne de Bayon, lib. II, cap. 83, coi. 232; vgl. 
dazu RegBfeStr. I, Nr. 340, S. 291 f. 
395 Siehe dazu RegBfeStr. 1, Nr. 340, S. 291 f. 
396 Scherer, Straßburger Bischöfe, S. 90, vermutet, Hugo VI. sei im Oberelsaß in Kämpfe 
mit dem Baseler Bischof oder den Brüdern des Straßburger Bischofs verwickelt 
gewesen. 
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