Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

wichtigeres,  wie  uns  die  Touler  Vita  Leos  IX.  glauben  macht279,  bleibt  offen.  Er
konnte  sich  jedenfalls  als  Bischof  eines  nicht  gerade  bedeutenden  Bistums280
dennoch  profilieren,  so  vor  allem  im  außenpolitischen  Bereich  gegenüber  dem
Westen,  wozu  ihn  natürlich  die  Lage  seines  Bistums,  an  der  Grenze  des  Reiches  zu
Frankreich  und  auch  an  der  zu  Burgund  gelegen,  prädestinierte281.
Nach  dem  Italienzug  Konrads,  der  diesem  die  Kaiserkrone  brachte,  trafen  der
Kaiser  und  der  neue  Touler  Bischof  im  Folgejahr  wieder  zusammen.  Am  9.
Dezember  1027  weilte  Konrad  II.  in  Toul  und  bestätigte  auf  Bitten  seiner  Gattin
Gisela  und  Bischof  Brunos  dem  Touler  Eigenkloster  Bouxieres  seine  Besitzungen282.

Des  weiteren  trat  Bruno  tatkräftig  auf  die  Seite  Konrads  II.,  als  es  1033  galt,  die
Ansprüche,  die  Graf  Odo  von  der  Champagne  auf  die  Nachfolge  in  Burgund  erhob,
zurückzudrängen283.  Er  vermittelte  in  dieser  Frage  zusammen  mit  Abt  Poppo  von
Stablo  zwischen  Konrad  II.  und  dem  französischen  König  Heinrich  I.  ein  Treffen  in
Deville  an  der  Maas284.  Heinrich  I.  hat  die  Ansprüche  Konrads  auf  Burgund
anerkannt.  Damit  begann  für  Bruno  ein  längerer  und  schwerer  Konflikt  mit  dem
Grafen  von  der  Champagne,  der  bis  zu  Odos  Tod  im  Jahre  1037  immer  wieder
aufflammte.
Bei  der  Auseinandersetzung  zwischen  Konrad  und  Odo  von  der  Champagne  wurde
auch  Brunos  Bistum  schwer  in  Mitleidenschaft  gezogen  -  es  war  von  Odo  verwüstet
worden285.  Noch  im  Jahre  1033  erfolgte  ein  militärisches  Vorgehen  Konrads  II.

279  Leonis  IX  vita,  lib.  I,  cap.  9,  S.  137.
280  Vgl.  Steindorff,  Heinrich  III.,  2.  Bd.,  S.  56.
281  Vgl.  dazu  die  Klage  aus  Toul,  die  anläßlich  der  Wahl  Brunos  zum  Bischof  bei  Konrad
II.  vorgebracht  wurde  in  Leonis  IX  vita,  lib.  I,  cap.  8,  S.  135:  Se  quaquaversum  impeti
atque  inquietari  paene  quotidianis  depraedationibus  sive  concertationibus,  utpote  in
trium  regnorum  constitutos  confiniis,  in  imperii  sui  videlicet  finibus,  in  quibus  tanto
acrius  ab  hostibus  laborarent,  quanto  longius  terrarum  spatia  ab  eius  praesentia
arcerent.  Praeterea  civitatem  suam  a  Francorum  regibus  iugiter  reposci  diversis  et
multis  machinationibus,  cui  damno  reipublicae  et  suo  vexalionique  suorum  si  dignaretur
obviare,  designaret  eis  pastorem  nobilem  ac  sapientem  quam  tnaxime,  cuius  strenuitas
et  industria  sibi  infensam  hostium  rabiem  valeret  propulsare.  Ad  quem  utique
vestigandum  non  esset  valde  laboraturus,  quandoquidem  cleri  et  plebis  unanimitate
delectus  penes  eius  imperialem  maiestatem  consanguineus  Bruno  haberetur,  deo
bonisque  hominibus  dilectus;  vgl.  auch  Steindorff,  Heinrich  III.,  2.  Bd.,  S.  43  u.  E.
BosHOF,  Lothringen,  Frankreich  und  das  Reich  in  der  Regierungszeit  Heinrichs  III.,  in:
RheinVjbll.  42,  Bonn  1978,  S.  97.
282  D  KII  113,  S.  158  r.;  Böhmer-Appelt,  Nr.  116,  S.  62.
283  Vgl.  Böhmer-Appelt,  Nr.  194b.,  S.  94;  vgl.  Hlawitschka,  Frankenreich,  S.  161.
284  Leonis  IX  vita,  lib.  I,  cap.  14,  S.  145,  dazu  Böhmer-Appelt,  Nr.  194b.,  S.  94;  vgl.  auch
D  K  II  189,  S.  251  f.,  dazu  Böhmer-Appelt,  Nr.  195,  S.  94  f.;  zu  dem  Treffen  siehe  H
Bresslau,  Ueber  die  Zusammenkunft  zu  Deville  zwischen  Konrad  II.  und  Heinrich  I.
von  Frankreich  und  über  das  Todesdatum  Herzog  Friedrichs  II.  von  Oberlothringen,  in:
JGLGA  18,  Metz  1906,  S.  456-462.
285  Chronicon  S.  Michaelis  in  pago  Virdunensi,  ed.  G.  Waitz,  MGH  SS  IV,  cap.  28,  S.  83
f.:  Sub  hisdem  fore  temporibus,  post  absortum  morte  lamentabili  imperatorem
Henricum,  succedente  Dei  nutu  ad  imperii  fastigium  Conrado,  Francorum  comes  Odo,

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