Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

der Gefährdung der Machtstellung jener weitgehend selbständig agierenden Grafen 
im Elsaß durch die herzogliche Gewalt zu betrachten. 
Die Anfänge Brunos von Egisheim unter König Konrad II. 
Es war aber nicht nur Hugo V. auf der Seite seines consanguineus Konrad II. zu 
finden, sondern wir sehen noch einen weiteren Sohn aus der Ehe zwischen Hugo 
IV. von Egisheim und Heilwig von Dagsburg, nämlich Bruno262, in engem Kontakt 
zu dem ersten Salierherrscher. 
Der nachgeborene Sohn namens Bruno öffnete durch seine Karriere, die er mit 
Hilfe der ersten Salierkönige machte, der Familie der Grafen von Dagsburg- 
Egisheim die Tür in die große Politik. Bruno hat sich als späterer Papst Leo IX. bis 
heute einen festen Platz in der Geschichte bewahrt und ist bei allen, die sich mit 
europäischer Geschichte im Mittelalter befassen, eine bekannte Größe263. Auch in 
die Kirchengeschichte ist er schließlich als Heiliger eingegangen, dessen Fest in der 
katholischen Kirche am 19. April begangen wird264 und dem auch in unseren Tagen 
noch, vor allem im Elsaß und in Lothringen, eine besondere Verehrung zuteil 
wird265, wovon die vielen Reliquien, die von ihm in diesen Gegenden noch 
vorzufinden sind, sowie auch die Vielzahl der Kirchen und Kapellen, welche sein 
Patrozinium tragen, Zeugnis ablegen266. 
Es kann nicht das Ziel der vorliegenden Arbeit sein, die Geschichte und das 
politische Wirken Leos IX. in allen Einzelheiten und Facetten darzustellen. Dieses 
Vorhaben alleine würde eine umfangreiche und separate Untersuchung erfordern, 
die im Rahmen einer Gesamtdarstellung der Familiengeschichte nicht geleistet 
werden kann. Auch würde eine ausführliche Schilderung z. B. der Normannen¬ 
politik des Papstes oder seiner Haltung gegenüber der Ostkirche, deren Abspaltung 
von Rom sich abzeichnete, umfangreiche Forschungen erfordern und zu weit von 
der hier gestellten Aufgabe der Geschichte der Grafen aus dem Dagsburg- 
262 Siehe dazu oben, S. 46 ff. 
263 Aus der umfangreichen Literatur sei hier nur eine Auswahl genannt: A. Schulte, Papst 
Leo IX. und die elsässischen Kirchen, in: Strassburger Studien. Zeitschrift für Ge¬ 
schichte, Sprache und Literatur des Elsasses, hrsg. v. E. Martin u. W. Wiegand, 2. Bd., 
Strassburg 1884, S. 78-90; Brücker, Saint Leon IX, 2 Bde.; Glöckler, Geburtsort; L. 
Pfleger, Der Kult St. Leos IX. im Eisass, in: AEKG 10, Freiburg im Breisgau 1935, S. 
79-105; P. STINTZI, Leo IX. Der Papst. Der elsässische Landsmann. Sein Heiligtum 
in Egisheim, Mulhouse 1936; Tritz, Quellen. S. 191-364; W. Goez, Papst Leo IX., in: 
Ders., Gestalten des Hochmittelalters, Darmstadt 1983, S. 100-121; R. Sththffkr, Leo 
IX., in: NDB, 14. Bd„ S. 238 f.; Ders., L[eo] IX„ in: LexMA V, Sp. 1880 f.; G. Frech, 
Die deutschen Päpste - Kontinuität und Wandel, in: Die Salier und das Reich, 2 Bd.: 
Die Reichskirche in der Salierzeit, hrsg. v. S. Weinfurter unter Mitarb. v. F. M. 
Siefarth, Sigmaringen 1991, S. 309 ff. 
264 Siehe dazu J. M. B. Clauss, Die Heiligen des Elsaß in ihrem Leben, ihrer Verehrung 
und ihrer Darstellung in der Kunst, Düsseldorf 1935, S. 84-88. 
265 Siehe dazu Clauss, Die Heiligen, S. 8488; vgl. Pfleger, Kult, S. 79-105. 
266 Clauss, Die Heiligen, bes. S. 85-87. 
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