Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Regensburg20 und in dem am 26. August 894 ebenfalls in Regensburg ausgestellten 
Diplom21. Zusätzlich ist Eberhard in einer in Speyer ausgefertigten Urkunde 
Arnulfs vom 26. Mai 888 als Gral' in der Ortenau nachzuweisen22. Die Gründe für 
diese Annäherung zwischen König und Graf werden noch zu erörtern sein. 
Seine Stellung als Graf im Oberen Aargau hat Eberhard I. allerdings schon vor der 
Regierungsübernahme durch Arnulf von Kärnten innegehabt, denn noch während 
der Regierungszeit von Karl III. findet sich der erste urkundliche Beleg für 
Eberhard 1., der den Grafen in einer führenden Position im Aargau zeigt. 886 wird 
er in der Datumszeile einer in Madiswil im Aargau23 ausgestellten Urkunde für die 
Abtei St, Gallen genannt24. Darüber allerdings, wie diese Grafschaft Eberhards 
beschaffen war, wird in diesem urkundlichen Beleg nichts ausgesagt. Die neuere 
Forschung hat der früher vertretenen Lehre von der Existenz sogenannter 
Gaugrafschäften in frühmittelalterlicher Zeit eine Absage erteilt2^ Möglicherweise 
hat der König im Oberen Aargau Eberhard I. ein Grafenamt übertragen26. 
Mit dem Herrschaftswechsel von Karl III. zu Arnulf eng verknüpft scheint 
Eberhards Stellung als Laienabt über das Nonnenkloster St. Felix und Regula in 
Zürich zusammenzuhängen. Dieses Kloster hatte ursprünglich Karl III. und dessen 
Gemahlin Richgard unterstanden27. Von einem Laienabt namens Eberhard für St. 
Felix und Regula ist in dieser Zeit noch nichts bekamt. Doch in der ersten, nach 
dem Sturz des Kaisers und dem Rückzug Richgards nach Andlau ausgestellten 
Urkunde für St. Felix und Regula, die das Datum des 27. Juni 889 trägt, wird 
auffälligerweise Eberhard als Laienabt des Klosters genannt28, was die Vermutung 
20 D Arn. 88, S. 130 f. Arnulf schenkt der Straßburger Kirche eine Hufe in Bach in comitatu 
Eburhardi in superiore Argowe (Zitat, S. 130); siehe auch Borgolte, Grafengewalt, S. 
38. 
21 D Arn. 130, S. 193 ff.; Arnulf bestätigt dem Kloster St. Gallen Schenkungen einer Frau 
Pirin und eines Thiothart, die in superiori Aragouue in comitatu Hebarhardi (Zitat, S. 
194) liegen; siehe Borgolte, Grafengewalt, S. 38. 
22 D Arn. 24, S. 35 f. Arnulf schenkt dem Priester Isanprecht acht Hufen in den in pago 
Mortunouua vocato in comitatu Eberhardi gelegenen Orten Auenheim und Baldanheim 
(Zitat, S. 35). 
23 Zur geographischen Bestimmung siehe auch Stettler, Studien, S. 131. 
24 Urkunde vom 14. April 886, abgedruckt bei Wartmann, Urkundenbuch, 2. Theil, Nr. 
650, S. 254 f.: Notavi die jovis, XVIII kal. mai., annum VI Karoli imperatoris, 
Eberfuirdum comitem (Zitat, ebda., S. 255). 
25 Zur Problematik der Begriffe 'Gaugrafschaft' und in comitatu vgl. Stettler, Studien, S. 
130-133; die Forschung zusammenfassend Hlawitschka, Frankenreich, S. 182-185. 
26 Ein Hinweis in diese Richtung könnte die vom König vorgenommene Schenkung einer 
Hufe in dem heute nicht mehr lokalisierbaren Ort Bach, der in der Grafschaft Eberhards 
im Oberen Aargau lag, an die Straßburger Kirche sein (siehe oben Anm. 20). 
27 D Karl III 7 (S, 11), 8 (S. 12 f.), 41 (S. 69 f), 71 (S. 117 f); die Fälschung D Karl III 174 
(S. 283 f.) stammt aus dem 10. Jahrhundert (ebda., S. 283) und kommt somit nicht in 
Betracht; zu dem Kloster St. Felix und Regula siehe H. Maurer, Der Herzog von 
Schwaben, Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer 
und staufischer Zeit, Sigmaringen 1978, S. 61. 
28 Druck: Escher u. Schweizer, Urkundenbuch, 1. Bd., Nr. 153, S. 66. Ein gewisser 
Perchtelo schenkt Güter an die Abtei St. Felix und Regula in Zürich, ubi moniales deo 
jatnulantur et modo Eber hart comes cum advocalu [sic1] suo Adalberto preesse videntur. 
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