Ermensinde von Longwy und Blieskastel bezeichnet869. Clementia ist uns hingegen
urkundlich als Ehefrau Konrads I. einwandfrei bezeugt870, zudem überliefert uns
noch die Grabinschrift für Konrad I. ihren Namen871. Konrads Tochter Ermensinde
entstammte ebenso wie sein Sohn Wilhelm, laut der vorerwähnten Stelle bei
Alberich von Troisfontaines, vermeintlich einer Ehe des Grafen mit der Ermensinde
von Longwy und Blieskastel872. Allerdings sind gerade diese in Alberichs Chronik
später eingefügten genealogischen Zusätze nicht ganz zuverlässig, wie Walther
Möller und Heinz Renn gezeigt haben873. Möller kommt sogar zu dem Schluß, daß
Konrad I. lediglich einmal verheiratet gewesen sei und zwar mit Clementia, eine
erste Ehefrau namens Ermensinde habe es nicht gegeben, folglich sei Clementia
auch die Mutter der Ermensinde von Namur874. Clementia entstamme dem Hause
von Poitou, da Konrad I. von Luxemburg in einer Lhkunde als der Schwiegersohn
des Grafen von Poitou bezeichnet werde875. Heinz Renn hingegen, der weiterhin
von zwei Ehefrauen Konrads I. ausgeht, setzt sich nicht mit der These Möllers
auseinander, anscheinend ist der 1936 erschienene Aufsatz Möllers ihm nicht zur
Kenntnis gelangt. Renns Auffassung von der zweimaligen Verheiratung Konrads I.
ist zum Teil von der neueren Forschung übernommen worden876. Es ist somit an
869 Albrici monachi Triumfontium Chronicon, MGH SS XXIII, S. 851: Quedam autem
nobilis comitissa de Longui et de Castris, Ermensendis nomin, Conrado comiti de
Luscelenburch peperit cornitem Guitelmum de Luscelenburg, patrem Conradi, cuius
mater Lutgardis, et Ermensendem comitissam Ncunucensem, uxorem comitis Godefridi,
et Mathildem comitissam de Longui et de Homborc et de Castris.
870 Urkunde Konrads I. von Luxemburg vom 6. Juli 1083, abgedruckt bei Wampach, Urkunden-
und Quellenbuch, 1. Bd., Nr. 301, S. 445-449: Que omnia ut magis rata essent,
acta sunt annuente uxore mea Clementia cum filiis et filiabus nostris (Zitat, ebda, S.
448).
871 Siehe die Wiedergabe der Inschrift bei ebda., 1. Bd., Nr. 303, S. 453. Que omnia ut
magis rata essent, acta sunt annuente uxore mea Clementia cum filiis et filiabus nostris
(Zitat, ebda., S. 448).
872 Albrici monachi Triumfontium Chronicon, MGH SS XXIII, S. 851.
873 Renn, Grafenhaus, S. 140 ff.; W. Möller, Die genealogischen Zusätze in der Chronik
des Albericus, in: ZGO 88 (NF 49), 1936, S. 634-640.
874 Möller, Zusätze, S 636.
875 Urkunde der Gräfin Regina, einer Tochter des Grafen Cuno und Nichte Konrads I.
von Luxemburg, abgedruckt bei Wampach, Urkunden- und Quellenbuch, 1. Bd., Nr.
309, S. 461-465: ... qualiter ego Regina ex prosapia non obscura secundum carnem
procreata, sed meritorum generositate nulla, comitis videlicet Cononis filia, qui frater
extitit Conrardi viri clarissimi in itinere Jherosolimitana defuncti, generi nimirum
comitis Pictaviensis (Zitat, ebda, S. 463); siehe MÖLLER, Zusätze, S. 636.
876 Siehe z. B M. Twellenkamp, Das Haus der Luxemburger, in: Die Salier und das Reich,
1. Bd., S. 488 und S. 491 sowie die Stammtafel auf S. 501; vgl. K.-U. Jäschke,
Ermesindes Erbe. Wurde in der praktischen Politik nach Heinrichs des Blinden
Tod 1196 zwischen Atlod und Reichslehen unterschieden?, in: Zwischen Saar und Mosel.
Festschrift für Hans-Walter Herrmann zum 65. Geburtstag, hrsg. v. W. Haubrichs,
W. Läufer u. R. Schneider, Saarbrücken 1995, Stammtafel auf S. 70, der ebenfalls
zwei Ehen Konrads annimmt; von einer Ehe Konrads von Luxemburg - mit Clementia -
gehen aus Parisse, Ermesinde, S. 485 f., und M. Margue, Ermesinde. Notice
biographique, in: Ermesinde et l'affranchissement de la ville de Luxembourg. Études sur
la femme, le pouvoir et la ville au XIIIe siècle, éd. sous la direction de M. Margue,
Luxembourg 1994, S. 11 u. Stammtafel S. 12, jedoch findet sich bei beiden
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