Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Gestorben  ist  die  letzte  Dagsburger  Gräfin  im  Frühjahr  des  Jahres  1225.  Das  genaue
Todesdatum  Gertruds  läßt  sich  zwar  nicht  exakt  bestimmen,  man  kann  es  aber  in
einen  relativ  engen  Zeitraum  eingrenzen.  Aus  den  Annalen  Reiners  von  Lüttich
erfahren  wir,  daß  Gertrud  im  Jahre  1225  gestorben  sei  und  daß  der  Lütticher
Bischof  Hugo  von  Pierrepont  am  19.  März,  es  war  der  Mittwoch  vor  dem
Palmsonntag,  die  ehemaligen  dagsburgischen  Besitzungen  an  der  Maas  in  Besitz

e) Urkunde  vom  Januar  1224,  in  der  Gertrud  die  Schenkung  des  Zehnten  von  Warnant
  durch  den  Ritter  Johannes  von  Warnant  und  dessen  Frau  Sibille  an  die  Abtei
Floreffe  bestätigt,  den  Johannes  von  Warnant  von  Walter  von  Mondale  und  dieser  wiederum
  von  Gertrud  zu  Lehen  hatte.  Druck  bei  J.  u.  V.  Barbier,  Cartulaire  de  l'abbaye  de
Floreffe,  de  l'ordre  de  Prémontré  au  diocèse  de  Namur,  in:  AHEB  17  (=  2.  Série,  1.  Bd),
1881,  Nr.  94,  S.  50;  weiterer  u.  besserer  Druck  bei  V.  Barbier,  Histoire,  II  éd.,  tom.  II,
Nr.  165,  S.  76.  Die  Urkunde  hat  die  Datierung  Januar  1223,  das  Datum  wird  von  den
Herausgebern  in  beiden  Drucken  in  1224  aufgelöst,  wohl  wegen  des  zu  dieser  Zeit  in
Lüttich  vorherrschenden  Osterstils.  Poncelet,  Actes,  S.  XXII,  Anm.  2,  nennt  dagegen
das  Jahr  1223  als  Ausstellungsdatum.  Es  sei  außerdem  darauf  hingewiesen,  daß  noch
eine  unvollständige  lateinische  Abschrift  in  Huy  AEH,  abbaye  du  Val-Notre-Dame,  n°
45,  existiert,  die  in  den  beiden  Drucken  nicht  verzeichnet  ist.
0  Urkunde  vom  Februar  1224  für  Val-Notre-Dame,  in  der  Gertrud  die  Übertragung  der
ursprünglich  an  Villers  gegangenen  Schenkung  durch  ihren  Vater  bestätigt  und  die
Schenkung  noch  durch  Naturalienabgaben  aus  ihrer  Grangie  zu  Wanze  erweitert
Original  verloren,  spätere  französische  Übersetzung  in  Huy,  AEH,  abbaye  du  Val-Notre-Dame,
  Cartulaire  23,  S.  9  f.  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  24.
g)  Urkunde  vom  Februar  1224  für  Val-Notre-Dame,  in  der  Gertrud  die  Übertragung  der
ursprünglich  an  Villers  gegangenen  Schenkung  durch  ihren  Vater  bestätigt  und  die
Schenkung  durch  eine  jährliche  Naturalienabgabe  erweitert.  Original  verloren,
lateinische  Abschrift  in  Huy,  AEH,  abbaye  du  Val-Notre-Dame,  n°  80,  französische
Übersetzung  in  ebda.,  Cartulaire  23,  S.  10  f.  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  25,
h)  Urkunde  vom  Mai  1224,  in  der  Gertrud  die  Schenkung  eines  halben  Ackers  in
Saaralben  an  die  Abtei  Stürzelbronn  durch  ihren  Vater,  Graf  Albert  II.,  bestätigt.
Original  in  Nancy,  AD  M-et-M,  B  489,  Nr.  60.  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  26.
Regest  bei  Le  Mercier  de  Moriere,  Catalogue  des  actes  de  Mathieu  II,  Duc  de
Lorraine,  Nancy  1893,  №  29,  S.  115  und  Duvernoy,  Catalogue,  Nr.  337,  S.  213.
i)  Urkunde  vom  September  1224,  in  der  Gertrud  dem  Metzer  Bischof  ihre  Besitzungen
in  Türkstein,  Diedersdorf,  Hesse  und  in  Saaralben  überträgt  und  von  diesem  als  Lehen
wiedererhält.  Druck  bei  P.  Marichal,  Cartulaire  de  l'évêché  de  Metz  I:  Le  troisième
registre  des  fiefs,  Paris  1903-1905,  Nr.  147,  S.  343  f.
j)  In  einer  ohne  Tages-  u.  Monatsangabe,  nur  mit  dem  Inkarnationsjahr  versehenen,  in
Herrenstein  ausgestellten  Urkunde,  überließ  sie  der  Abtei  Haute-Seille  ihr  Allod  zu
Altdorf,  für  die  110  Pfund  Metzer  Geldes,  welche  einst  Herzog  Theobald  der  Abtei
geschuldet  hatte.  Druck  der  Urkunde  bei  Grandidier,  Œuvres,  3.  Bd.,  S.  299.  Regest  bei
Böhmer-Ficker-Winkelmann,  Nr.  10916  u.  EXjvernoy,  Catalogue,  Nr.  338,  S.  213.
k)  Wir  erhalten  indes  noch  Kenntnis  von  einer  weiteren,  heute  ebenfalls  verlorenen
Urkunde  Gertruds  durch  eine  Urkunde  von  Bischof  Berthold  von  Straßburg  vom  Januar
1228,  abgedruckt  bei  Grandidier,  Œuvres,  3.  Bd.,  Nr.  302,  S.  309  f.,  in  der  der
Rückkauf  der  Hälfte  der  von  der  Gräfin  wegen  der  Schulden  Herzog  Theobalds  I.  an
Haute-Seille  veräußerten  Altdorfer  Besitzungen  erwähnt  wird  (weiterer  Druck  bei  F.  J.
Mone,  Urkunden  und  Auszüge  Uber  Elsaß  und  Lothringen,  in:  ZGO  7,  1856,  S.  193  f  ;
vgl.  RegBfeStr.  II,  Nr.  930,  S.  47).  Über  diesen  Rückkauf  durch  Gertrud  müßte  auch
eine  -  heute  verlorene  -  Urkunde  existiert  haben

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