erfahren wir einzig durch den in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts
schreibenden Jacques de Hemricourt, der behauptet, eine Schwester Alberts von
Moha habe den Grafen von Hochstaden geheiratet690.
Die Forschung meint, noch weitere Hinweise gefunden zu haben, die diesen Befund
bestätigen würden. So setzte sich zum Beispiel König Konrad III. bei Papst Eugen
III. pro quodam consanguineo nostro, comite videlicet Ottone de Ara691 ein, der
durch das Einwirken eines gewissen Jonathas exkommuniziert worden war. Graf
Otto von Are war der Vater Theoderichs I. von Hochstaden692, des
Schwiegersohnes von Hugo und Luitgart von Dagsburg. Ute Bader erklärt, diese
Verwandtschaft Konrads III. mit Graf Otto sei durch die Ehefrau des Grafen
Theoderich I. von Hochstaden gegeben, denn sie sei die Tochter von Konrads
Schwägerin Luitgart von Dagsburg, also eine Nichte des Königs693 gewesen.
Allerdings übersieht Bader, daß in dem besagten Brief Konrad III. von Graf Otto
von Are als von seinem consanguineo spricht, was im eigentlichen Sinne
'Blutsverwandter' bedeutet. Dieser Fall wäre aber bei den von Bader geschilderten
Verwandtschaftsverhältnissen nicht gegeben, denn es ist zwar hier zufälligerweise
eine Blutsverwandtschaft zwischen Konrad III., der bekanntlich mit Gertrud von
Sulzbach, der Schwester von Luitgart, der Gemahlin Hugos VIII. von Dagsburg,
verheiratet war694, und seiner angeheirateten Nichte vorhanden, wie durch die Tafel
12 verdeutlicht wird, aber der Schwiegervater dieser Nichte wird ja nicht durch die
Heirat seines Sohnes mit seiner Schwiegertochter blutsverwandt, also auch nicht
mit dem Onkel seiner Schwiegertochter, sprich Konrad III. Daraus folgt meines
Erachtens, daß die in D K III 244 angesprochene Blutsverwandtschaft Konrads III.
und Ottos von Are anders herzuleiten ist, obwohl aus der besagten Heirat zusätzlich
eine Verwandtschaft entstanden ist, die aber eher durch den lateinischen Terminus
propinquitas zum Ausdruck kommt.
Zusätzlich erledigt sich noch ein Problem, das sich durch Baders These ergibt. Die
Eheschließung zwischen Theoderich I. von Hochstaden und der Tochter Hugos
VIII. von Dagsburg hätte zum Zeitpunkt des Schreibens von Konrad III. an Papst
Eugen III. schon erfolgt sein müssen, damit der König überhaupt von
consanguinitas hätte sprechen können. Dieser Umstand würde aber bedingen, daß
690 Œuvres de Jacques de Hemricourt, ed. C. de Borman u. A. Bayot, Tome 1: Le miroir
des nobles de Hesbaye, Bruxelles 1910, S. 126: Veriteis est que ly saingnorie de
Noefcasteal est uns anchiens saingnorage et de grant stokage, ja soice qu'ilh nel semble
nint à present; car ilh fut jadit on temps que ly sires de Noefcasteal prist à femme la filhe
do conte de Hoghestroite, en la Haute Almaigne, qui de son droit hiretage estoit sires de
Dolhehen et de toute ehe qui y apent; avoek laquelle filhe il prist à mariage le terre de
Haneffe, en Hainsbange, qui soloit estre des allouz de Mohaute, mais elle parvint aile
conte de Hoghstroite de part sa femme, qui fui sereur aile conte Albier de Mohaut, qui
assy astoit contes Dasborghe, en la Haute Alletnangne, et lyqueis contes Albiers donal,
après ce, sa terre de Mohaute alle engliese de Liege, al temps delle evesque Houwe de
Pirepont, ensi que les coronikes de Saint Lambiers continent.
691 D K III 244, S. 424 ff., Zitat, ebda, S. 426.
692 Zu den genealogischen Zusammenhängen siehe Bader, Grafen von Are, S. 158 ff.
693 Ebda., S. 169.
694 Zur Verwandtschaft der Luitgart von Sulzbach siehe oben, S. 97.
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