Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Schöpflin644 in der Literatur immer wieder mit Gertrud angegeben645, was aber 
wohl Erfindung ist646 und durch keinerlei Quellenbelege abgesichert werden 
kann647. Ihre Herkunft, geschweige denn ihr Name, wird in keiner LIrkunde Alberts 
erwähnt. In der Ausstattungsurkunde Alberts II. für Val-Notre-Dame gedenkt er des 
Seelenheiles uxoris me^48, ob sie zu diesem Zeitpunkt noch am Leben ist, läßt sich 
nicht feststellen649. Über die Anzahl der Kinder Hermanns IV. herrscht in der 
Forschung Uneinigkeit. Gerhard Fritz nennt nur drei Söhne, Hermann, Friedrich 
und Heinrich650. Die aber eindeutig als Tochter Hermanns IV. nachgewiesene 
Ehefrau Alberts II, von Dagsburg651 ordnet er fälschlicherweise als Tochter 
Hermanns III. ein652. Gerd Wunder spricht indes Markgraf Hermann IV. noch zwei 
weitere Kinder zu, einen Sohn namens Rudolf - auf den wir in unserem Zusammen¬ 
hang nicht näher einzugehen brauchen653 - und eine Tochter namens Berta654. 
Wunder stützt sich dabei auf das von Gerhard Fritz edierte Backnanger Nekro- 
log655, das viele Einträge zu den Markgrafen von Baden enthält. Zu Berta lautet der 
Eintrag: Berta comitissa, filia marchionis656. Während Gerhard Fritz diese Berta als 
Tochter von Markgraf Hermann II. und dessen Gemahlin Berta einstuft657 und sie 
nicht als Gemahlin Alberts II. ansieht, glaubt Gerd Wunder, in ihr eine Tochter 
644 Schöpft.jn, Afsatia illustrata, Tafel zu S. 474. 
645 Z. B. bei R. Fester, Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050 -1515, 1 
Bd.: Markgrafen von Baden 1050-1431, Markgrafen von Hachberg 1218-1428, Inns¬ 
bruck 1900, Nr. 146, S. 13; E, Tritscheeler, Die Markgrafen von Baden im 11., 12. 
und 13 Jahrhundert, Diss. masch. Freiburg 1954, S. 24; Parjsse, Albert, comtede Dabo, 
S. 162; Ders., La noblesse lorraine, Tafel 3, S. 857; Ders,, Noblesse et chevalerie, 
Tafel 27, S. 375; G. Wunder, Zur Geschichte der älteren Markgrafen von Baden, in: 
IAiRS., Bauer, Bürger, Edelmann. Ausgewählte Aufsätze zur Sozialgeschichte. Festgabe 
zu seinem 75. Geburtstag, hrsg. v. K. UlshöFER, Sigmaringen 1984, S. 443; G. Fritz, 
Der Backnanger Nekrolog, Studien zur Geschichte des Augustiner-Chorherrenstifts 
Backnang, in: ZWLG 44, 1985, Tafel nach S. 64. Alle hier angegebenen Werke geben 
für die Behauptung, der Name der Tochter Hermanns IV. sei Gertrud, keine Quellen¬ 
angaben. 
646 Vgl. G. Wunder, Die ältesten Markgrafen von Baden, in: ZGO 135 (NF 96), 1987, S. 
115. Wunder revidiert hier seine früher in dem 1978 erschienenen Aufsatz „Zur 
Geschichte der älteren Markgrafen von Baden“ (siehe Anm. 645) vertretene Auffassung. 
647 Vgl. dazu die Stammtafeln zu den Markgrafen von Baden und der Vorfahrenschaft der 
Ehefrau Hermanns IV. bei Wunder, Die ältesten Markgrafen von Baden, S. 107 u. 113 
f., die keine Person namens Gertrud aufweisen. Eine Gertrud ist erst in der der Gemahlin 
Alberts II. nachfolgenden Generation bei den Badener Markgrafen zu finden, näm¬ 
lich als Ehefrau Markgraf Hermanns VI. (ebda., S. 118). 
648 Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 14. 
649 Siehe dazu, S. 119. 
650 G. Fritz, Backnanger Nekrolog, Tafel nach S. 64. 
651 Siehe Anm. 643. 
652 G. Fritz, Backnanger Nekrolog, Tafel nach S. 64. Er ist sich aber bei seiner Zuordnung 
nicht ganz sicher, wie die gestrichelte Linie zwischen Hermann III. und seiner 
angeblichen Tochter verdeutlicht (ebda.). 
653 Wunder, Die ältesten Markgrafen von Baden, S. 114 f. 
654 Ebda., S. 115. 
655 Edition und Kommentar in G. Fritz, Backnanger Nekrolog, S. 17-53. 
656 Ebda., Nr. 202, S. 53. 
657 Ebda., Nr. 202, S. 53. 
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