Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

die  Verehelichung  ihrer  beider  Kinder632.  1207  ist  Albert  Zeuge  in  zwei  am  18.
Juni  in  Straßburg  für  den  Markgrafen  Azzo  von  Este  ausgestellten  Urkunden
Philipps  von  Schwaben633,  1208  ist  er  noch  in  zwei  Urkunden  bezeugt,  in  dem
Vertrag  zwischen  dem  Grafen  Theobald  von  Bar  und  Herzog  Friedrich  von  Oberlothringen634
  und  in  einer  Urkunde  von  Bischof  Heinrich  II.  von  Straßburg635.  Die
letzte  uns  bekannte  eigene  Urkunde  stellt  Albert  II.  im  Jahre  1210  für  seine  Stiftung
Val-Notre-Dame  aus636.
Über  den  genauen  Zeitpunkt  von  Alberts  Tod  herrscht  in  der  Forschung  bis  heute
Uneinigkeit.  Die  Angaben  schwanken  zwischen  1211  und  1212.  Dies  hängt  davon
ab,  daß  zum  Todesjahr  Alberts  II.  von  Dagsburg  drei  chronikalische  Nachrichten
existieren,  die  in  der  Datierung  dieses  Ereignisses  voneinander  abweichen.  So
findet  sich  innerhalb  der  von  einem  Mönch  aus  Huy  interpolierten  Passage  in  der
Chronik  des  Alberich  von  Troisfontaines  zum  Jahre  1211  die  Notiz,  Albert  II.  sei  in
diesem  Jahr  verstorben637.  Der  Interpolator  setzt  die  Nachricht  an  das  Ende  des
Berichtes  zu  1211,  so  daß  man  denken  könnte,  der  Tod  Alberts  II.  sei  gegen
Jahresende  erfolgt.  Die  andere  Nachricht  stammt  von  Reiner  von  Lüttich  in  seinen
Annalen.  Dort  heißt  es  zum  Jahre  1212:  Anno  1212.  Hietns  temperata.  Mors  Alberti
comitis638.  Auch  die  zweite  Fortsetzung  der  Gesta  episcoporum  Mettensium
erwähnt  den  Tod  Alberts  II.,  allerdings  ohne  Datierung639.
Möglicherweise  hängt  dies  mit  der  Problematik  des  Jahreswechsels  in  der  Diözese
Lüttich  im  ersten  Viertel  des  13.  Jahrhunderts  zusammen.  Die  Frage,  deren
Beantwortung  zur  Klärung  des  Todeszeitpunktes  von  Albert  II.  beitragen  könnte,

632  Drucke  bei  M.  Dieterlen,  Le  fonds  lorrain  aux  archives  de  Vienne,  in:  MSAL  63  (=  4e
série,  13e  vo!.),  Nancy  1913,  Nr.  2,  S.  47  und  Calmet,  Histoire  de  Lorraine,  2.  Bd.,  1.
Aufl.,  preuves,  col.  417;  Regest:  É.  Duvernoy,  Catalogue  des  actes  des  ducs  de
Lorraine  de  1048  à  1139  et  de  1176  à  1220,  Nancy  1915,  Nr.  221,  S.  151  f.
633  Drucke  bei  L.  A.  Muratori,  Delle  antichità  Estensi  ed  Italiane,  1.  Bd.,  Modena  1717,  S.
381  und  S.  383;  Regesten:  Böhmer-Ficker,  Nr.  150  und  151-  RegBfeStr.,  II,  Nr.  758,  S.
5.
634  Urkunde  vom  2.  November  1208,  gedruckt  bei  Dieterlen,  Le  fonds  lorrain,  Nr.  3,  S.
48-52.  Neuester  Druck  als  préédition:  J.  Laplace,  Actes  des  princes  lorrains,  1ère  Série:
Princes  laiques,  II.  Les  comtes,  A.  Actes  des  comtes  de  Bar,  vol.  II:  Thiébaut  1er  (1190  -
1214),  Nancy  1974,  Nr.  62.
635  Die  Urkunde  von  Bischof  Heinrich  II.  von  Straßburg  ist  vor  dem  6.  November  1208  in
Hagenau  ausgestellt.  Albert  II.  fungiert  als  Zeuge.  Druck  bei  Würdtwein,  10.  Bd.,  Nr.
82,  S.  225  f.;  zur  Datierung  vgl.  RegBfeStr.  II,  Nr.  764,  S.  6.
636  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  14.
637  Albrici  monachi  Triumfontium  Chronicon,  MGH  SS  XXIII,  S.  893:  Obiit  Albertus
comes  Dasburgensis  et  domnus  de  Muisal  relinquens  parvulam  filiam  et  elegantem,
Gertrudem  nomine.
638  Reineri  annales,  MGH  SS  XVI,  ad  1212,  S.  664.  Daß  Albert  zu  Anfang  des  Jahres
gestorben  ist,  geht  aus  der  Anordnung  der  Ereignisse  durch  Reiner  von  Lüttich  hervor.
Der  Tod  Alberts  wird  ganz  am  Anfang  des  Jahresberichtes,  unmittelbar  hinter  der
Erwähnung,  daß  es  sich  um  einen  milden  Winter  gehandelt  habe,  festgehalten.  Parisse,
Albert,  comte  de  Dabo,  S.  162,  möchte  als  Todesjahr  Alberts  1211  sehen.
639  Gesta  episcoporum  Mettensium,  continuatio  altera,  ed.  G.  Waitz,  MGH  SS  X,  S.  547:
Cum  autem  in  negotiis  Metensis  ecclesie  assidue  vigilaret,  illustris  comes  de  Dauborc
viam  universe  carnis  est  ingressus.

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