Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

noch  am  Leben  gewesen  wäre,  aus  erbrechtlichen  Gründen  auch  zustimmen
müssen.
Sieht  man  von  der  doch  sehr  zweifelhaften  Erwähnung  Hugos  IX.  in  D  F  I,  Nr.  629
ab,  so  können  wir  feststellen,  daß  er  nach  dem  Jahr  1172  in  den  Quellen  nicht  mehr
nachzuweisen  ist.  Er  dürfte  also  -  mit  einigen  Vorbehalten  -  noch  im  Jahre  1172
verstorben  sein.  Hugo  IX.,  der  laut  den  Gesta  abbatum  Tradonensium  in  Huy
gestorben  ist608,  wurde  in  dem  der  Stadt  Huy  benachbarten  Ort  Wanze  begraben,
wie  uns  Alberich  von  Troisfontaines  berichtet609,  wahrscheinlich  in  dem  von  seiner
Urgroßmutter  gestifteten  Priorat  daselbst610.
Einer  der  beiden  Einträge,  die  einen  Grafen  Hugo  von  Dagsburg  im  Nekrolog  von
Floreffe  bezeichnen,  der  zum  19.  Februar  oder  der  zum  10.  Dezember611,  bezieht
sich  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  auf  ihn,  möglicherweise  derjenige  zum  19.
Februar612.  Letzte  Sicherheit  läßt  sich  aber,  bedingt  durch  die  fehlenden  Jahresangaben,
  nicht  gewinnen.

Albert  II.  von  Dagsburg
Der  zweite  Sohn  Hugos  VIII.,  Albert  II.,  ist  im  Gegensatz  zu  seinem  Bruder,  Hugo
IX.,  quellenmäßig  wesentlich  besser  faßbar.  Dies  liegt  zum  einen  sicher  an  dem
Faktum,  daß  Albert  II.  -  auf  Grund  des  frühen  Todes  seines  Bruders  -  der  alleinige
Erbe  der  weitläufigen  dagsburgisehen  Besitzungen  und  Ämter,  z.  B.  des  Metzer
Grafenamtes,  war  und  somit  als  reicher  und  bedeutender  Magnat  des  öfteren  in  die
sogenannte  große  Politik  involviert  wurde,  wie  sich  dies  vor  allem  bei  den
Ereignissen  nach  dem  Tode  Kaiser  Heinrichs  VI.  zeigte.  Als  ein  weiterer  Umstand,
der  sein  Vorkommen  in  den  Quellen  begründet,  wäre  zu  nennen,  daß  Albert,  wie
fast  alle  Dynasten  der  Zeit,  der  Notwendigkeit  unterworfen  war,  Territorialpolitik
zu  betreiben.  Auch  weckte  die  Tatsache,  daß  ein  so  reicher  Mann  wie  Albert  II.
lange  ohne  Nachkommen  geblieben  ist,  die  Begehrlichkeiten  der  verschiedenen

608  Siehe  oben,  Anm.  593.
609  Albrici  monachi  Triumfontium  Chronicon,  MGH  SS  XXIII,  S.  893:  Hic  Albertus  et
Hugo  frater  suus,  qui  iacet  apud  Wangias.
610  DE  Marneffe,  Recherches,  S.  237,  berichtet  von  einem  Grabstein  in  der  Kapelle  zu
Wanze,  auf  dem  folgende  Inschrift  zu  lesen  war:  HIC  JACET  HUGO  COMES
DASSEBURGENSIS.  Siehe  auch  J.  Barbier,  Documents  concernant  le  prieuré  de
Wanze,  extraits  du  cartulaire  de  l'abbaye  de  Floreffe,  in:  AHEB  12,  1875,  S.  34,  u.
Monasticon  Belge,  hrsg.  v.  U.  Berliere,  2.  Bd.:  Province  de  Liège,  Abbaye  de
Maredsous  1928,  S.  247.  Tihon,  Histoire,  S.  177,  Überliefert  eine  andere  Vanante  der
Inschrift:  HIE  IVCET  HUGO  COMES  DASBURGENSIS  13.  Der  Grabstein  soll  sich,  laut
Tihon,  zu  Anfang  unseres  Jahrhunderts  im  Hof  der  ehemaligen  katholischen  Schule  in
Wanze  befunden  haben  (ebda.);  zur  Stiftung  des  Priorates  Wanze  siehe  Barbier,
Documents,  Nr.  1,  S.  35  u.  oben,  Anm.  398,
611  J.  Barbier,  Nécrologe,  S.  38,  zum  19.  Februar:  XI  kal.  Martii.  Commemoratio  Hugonis,
comitis  Dasburgensi  u.  zum  10.  Dezember,  ebda.,  S.  282:  1III  ydus  decembris.
Coirunemoratio  domini  Hugonis,  comitis  Dasburgensi.
612  Siehe  dazu  die  Erörterung  oben,  S.  81  f.

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