Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Friedrichs  I.  vom  1.  September  1174584.  In  dem  Diplom  Friedrichs  I.  vom  1.  September
  1174  wird  zwar  Albert  als  erster  genannt585,  diese  Kaiserurkunde  scheidet
allerdings  aus  verschiedenen  Gründen,  die  unten  erörtert  werden  sollen,  als  Nachweis
  für  Hugo  IX.  aus586.  In  der  nun  für  unsere  Untersuchung  einzig  relevanten
Urkunde  von  1163  rangiert  Hugo  vor  seinem  Bruder  Albert587.  Dieser  Befund  stützt
somit  die  von  der  Namensgebung  her  angestellte  Vermutung,  daß  Hugo  IX.  der
ältere  der  beiden  Söhne  Hugos  VIII.  gewesen  ist.
Hugo  IX.  trug,  ebenso  wie  sein  Vater,  neben  dem  Leitnamen  der  Familie,  noch  als
zweiten  Namen  den  Namen  Heinrich.  Dies  wird  aus  der  Urkunde  seines  Bruders
Albert  für  Val-Notre-Dame  aus  dem  Jahre  1210  deutlich.  Er  nennt  hier  seinen
Bruder  ausdrücklich  Heinrich,  ein  anderer  Bruder  wird  nicht  erwähnt588.  Schon
Ferdinand  Tihon  hat  festgestellt,  daß  der  hier  Heinrich  genannte  Bruder  Alberts  II.
mit  dessen  1172  verstorbenen  Bruder  Hugo  identisch  sein  muß58?.  Die  Nennung
erfolgt  in  einer  Passage,  die  den  Charakter  dieser  Stiftung  als  Seelgerätstiftung
verdeutlicht  und  die  die  gesamte  Familie  Alberts  nennt.  Es  wäre  geradezu  befremdend,
  wenn  Albert  seinen  1172  verstorbenen  Bruder  Hugo,  der  durch  die
Quellen  zweifelsfrei  in  seiner  Existenz  gesichert  ist,  nicht  erwähnte,  hingegen
jedoch  einen  sonst  in  keiner  anderen  Quelle  belegten  Bruder  namens  Heinrich.  Dies
und  die  Tatsache,  daß  sein  Vater  den  Doppelnamen  Hugo-Heinrich  trug,  läßt  den
Schluß  zu,  daß  auch  Hugo  IX.  diesen  Doppelnamen  übernommen  hat.  Die  Identität
Hugos  IX.  mit  dem  Heinrich  aus  der  Stiftungsurkunde  für  Val-Notre-Dame
erscheint  uns  somit  als  gesichertes  Faktum.
Zu  Hugo  IX.  gibt  es  ansonsten  nur  einige  wenige  Nachrichten  aus  dem  Jahr  1172,
die  vor  allem  sein  Ableben  betreffen.  Das  Todesjahr  Hugos  IX.  überliefern  uns
mehrere  chronikalische  Quellen.  Die  Kölner  Königschronik  erwähnt  den  Tod  eines
Hugo  cornes  de  Muosal  zum  Jahre  1172590.  Es  ist  allerdings  nicht  ganz  klar,  um
welche  Person  es  sich  dabei  handelt,  denn  zu  dieser  Zeit  waren  zwei  Träger  jenes
Namens  am  Leben,  nämlich  Hugo  VIII.  und  sein  Sohn  Hugo  IX.  Der  Vater  Hugos
IX. kann  eigentlich  nicht  gemeint  sein,  denn  er  ist  noch  bis  zum  Jahr  1178
urkimdlich  nachweisbar591.  So  kann  es  sich  nur  um  Hugo  IX.  handeln.  Ebenfalls  zu

584  D  FI  629.
585  D  F  I  629:  Huius  compositionis  ...  testes  sunt:...  Hugo  comes  Metensis,  Albertus  ffijlius
eius,  Hugo  filius  eiusdem  comitis  (Zitat,  S  124).
586  Siehe  die  Ausführungen  unten,  S.  106  ff.
587  V.  Barbier,  Histoire,  II.  ed.,  tom.  II,  Nr.  41,  S,  25  ff.:  ...  et  duorum  filiorum  meorum
Hugonis  et  Alberti  (Zitat,  S.  26).
588  Original  in  Huy,  AEH,  abbaye  du  Val-Notre-Dame,  boite  de  chartes  1,  n°  1,  siehe  im
Anhang,  Urkunde  Nr.  14:  ...pro  remedio  anime  mee  et  parentum  meorum  fratrisque  mei
Henrici  et  uxoris  mee  ac  filie  et  antecessorum  cum  meis  successoribus  contuli.
589  Tihon,  Dissertation,  S.  257  f.
590  Chronica  regia  Coioniensis  (Annales  maximi  Colonienses)  cum  continuationibus  in
monasterio  S.  Pantaleonis  scriptis  aliisque  historiae  Coioniensis  monumentis,  ed.  G.
Waitz,  MGH  Script,  rer.  Germ.,  Hannover  1880,  S.  123:  Ipso  anno  plures  procerum
obierunt,  scilicet...  Hugo  comes  de  Muosal.
591  Siehe  dazu  oben,  S.  96  mit  Anm.  537.

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