Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

noch  ani  zweiten  Italienzug  des  Kaisers533 534.  Erst  nach  seinem  schwerwiegenden
Konflikt  mit  Barbarossa  im  Jahre  1  162535 536  ist  er  kaum  mehr  als  Zeuge  in  dessen
Urkunden  nachweisbar,  nur  noch  einmal  1166  und  zweimal  im  Jahre  1174-53f>.  Die
letzte  urkundliche  Erwähnung  Hugos  VIII  fällt  in  das  Jahr  1178.  In  diesem  Jahr
iibergab  Gral  Hugo  VIII.  dem  Kloster  Neuburg  ein  Gut  in  Dauendorf  gegen  eine
Bezahlung  von  30  Pfund537.  Bald  darauf  dürfte  er  verstorben  sein.
Hugo  VIII.  ist  im  Nekrolog  von  Floreffe  zum  26.  Februar,  leider  ohne  Jahresangabe,
  eingetragen:  1111  kal.  martii.  Commemoratio  domini  Henrici,  comitis
Dasburgensis,  qui  dedil  nobis  ecclesiam  sancti  Remigii  de  Warnant-538.  Es  gibt
allerdings  in  diesem  Nekrolog  zusätzlich  zu  diesem  Eintrag  noch  zwei  weitere
Erwähnungen  der  Dagsburger  Grafen,  die  wohl  Hugo  VII.  und  Hugo  IX.
zuzuordnen  sind539.  Der  Eintrag  zum  26.  Februar  kann  jedoch  zweifelsfrei  auf
Hugo  VIII.  bezogen  werden.  Zwar  führte  den  Zweitnamen  Heinrich  auch  der  Sohn
I  lugos  VIII.,  Hugo  IX.,  jedoch  identifiziert  der  Zusatz  in  dem  Eintrag,  daß  der  Graf
der  Abtei  Floreffe  die  Kirche  St.  Remigius  in  Warnant  geschenkt  habe,  jenen
Grafen  I  leinrich  eindeutig  mit  Hugo  VIII.,  da  sich  glücklicherweise  eine  chartulare
Abschrift  einer  Urkunde  Hugos  VIII.  aus  dem  Jahre  1163  erhalten  hat,  die  diese
Schenkung  beinhaltet540.

533  Siehe  die  schon  in  Anm.  532  genannte,  in  Trient  ausgestellte  Urkunde  Friedrichs  I.  vom
7.  September  1155,  in  der  Hugo  VIII.  als  Zeuge  erscheint  (D  F  I  123).
534  Im  Jahre  1159  ist  er  in  folgenden  Urkunden,  die  Friedrich  I.  auf  dem  Italienzug
ausgestellt  hat,  nachzuweisen:  zwischen  dem  18.  Mai  und  Juni,  am  Ticino  während  der
Verwüstung  des  mailändischen  Gebietes,  Zeuge  in  D  F  I  274;  Juni  in  Lodi:  Zeuge  in  D  F
I  275;  30.  Dezember,  vor  Crema:  Zeuge  in  D  F  I  290  Für  das  Jahr  1160  fehlt  jeglicher
Beleg,  daß  Hugo  VIII.  sich  in  der  Nähe  des  Kaisers  aufgehalten  hat.  Erst  für  die  zweite
Hälfte  des  Juni  1161  ist  er  wieder  als  Zeuge  in  einer  Urkunde  Friedrichs  I  ,  die  dieser  in
Ixidi  ausgestellt  hat,  belegt  (D  F  I  334).
535  Annales  Marbacenses,  ad  1162,  S.  50  f  Siehe  dazu  unten  das  Kap.  'Die  sogenannte
Horburger  Fehde'.
536  1166:  25.  September,  Hagenau:  Zeuge  in  D  F  I  517;  -  1174:  23.  Mai  in  Kaiserslautern:
Zeuge  in  D  F  I  621;  1.  September,  Basel:  Zeuge  in  D  F  I  629.  -  Bei  dem  angeblich  in
zweifacher  Ausfertigung  am  11.  Oktober  1177  bzw.  1178  in  Hagenau  ausgestellten
Diplom  Friedrichs  I.  (D  F  I  1072),  in  dem  Hugo  VIII.  als  Andlauer  Vogt  erwähnt  wird,
handelt  es  sich  um  eine  nach  dem  22  Januar  1182  angefertigte  Fälschung  (siehe  dazu  die
Vorbemerkung  zu  D  F  I  1072,  S.  407  f.).
537  Druck  der  Urkunde  bei:  WOrdtwein,  10.  Bd  ,  Nr.  23,  S.  58-60:  Notum  igilur  sit  tarn
fit  t  uns.  quam  presenlibus,  quod  ego  Hugo  cot  ne  s  de  Tagesburch  pro  retnedio  anitne  mee
parentumque  meorum  conluli  ecclesie  in  Nuwenburc  fralribusque  inibi  Deo
Jiunulanlibus  predium  in  Tochtndorj  triginta  liberarum  precio  comparatum  (Zitat,  S  58
f.;  vgl  dazu  A.  Hessel,  Elsässische  Urkunden  vornehmlich  des  13.  Jahrhunderts,
Straßburg  1915,  S.  7).
538  J.  Barbier,  Necrologe,  S  42.
539  Siehe  dazu  oben,  S.  81  f  u  unten,  S  109.
540  Urkunde,  abgedruckt  in:  V.  Barbier,  Histoire,  II  ed.,  tom.  II,  Nr.  41,  S.  25  ff.
            
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