Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Namensgebung  Hugo  für  Mathildes  anderen  Sohn  könnte  in  Erinnerung  an  den
berühmten  Bruder  Alberts,  Hugo  VI.  von  Egisheim,  der  1089  ermordet  worden  war,
geschehen  sein.  Die  Gleichnamigkeit  ihres  Solmes  Hugo  und  des  Sohnes  ihres
Bruders,  Hugo  VII.  von  Dagsburg,  hat  die  Forschung  zu  den  Dagsburger  Grafen
aber  auch  für  lange  Zeit  irregeleitet,  denn  letztendlich  war  diese  Gleichnamigkeit
der  Auslöser  für  den  genealogischen  Irrweg,  den  die  Forschung  beschritten  hatte,
bis  es  gegen  Ende  des  letzten  Jahrhunderts  und  Anfang  unseres  Jahrhunderts  Ferdinand
  Tihon  in  seinen  Arbeiten  gelang,  diesen  genealogischen  Knoten  zu  lösen501.
Auf  Grund  der  obengenannten  Fakten  und  Indizien  kann  es  als  gesichert  gelten,  daß
Gräfin  Mathilde  von  Metz  und  (Bischofs)homburg  eine  Tochter  des  Grafen  Albert
I. von  Dagsburg  und  dessen  erster  Ehefrau  Ermensinde  von  Luxemburg  war.  Über
die  weiteren  Ixbensumstände  Mathildes  erfahren  wir  aus  den  Quellen  nichts  mehr.
Sie  wurde  sicher,  unter  Berücksichtigung  der  Lebensdaten  ihres  Vaters502 503,  noch  im
ausgehenden  11.  Jahrhundert  geboren.  Zu  welchem  Zeitpunkt  sie  ver-storben  ist,
läßt  sich  nicht  exakt  feststellen.  Wir  können  lediglich  durch  die  Formulierung
conjux  ejus  [=  Folinar  von  Metz]  femina  felicis  memorice  Comitissa  Mathildis503  in
der  Urkunde  von  Bischof  Heinrich  von  Toul  von  1157  die  Eingrenzung  vornehmen,
daß  sie  zum  Zeitpunkt  der  Ausstellung  dieser  Urkunde  bereits  nicht  mehr  am  Leben
war.
In  Mathilde  finden  wir  zudem  nicht  nur  das  Bindeglied  zwischen  dem  Dagsburger
Grafenhaus  und  den  Metzer  Grafen,  sondern  sie  bietet  auch  den  Anknüpfungspunkt
für  die  im  späten  12.  Jahrhundert  sichtbar  werdenden  verwandtschaftlichen
Beziehungen  zwischen  den  Dagsburger  Grafen  und  den  Grafen  von  Loon,  denn
Mathildes  Tochter  Agnes  heiratete  den  Grafen  Ludwig  von  Loon504.

Albert,  ein  Sohn  Alberts  I.  von  Dagsburg?
Im  Departementalarchiv  in  Nancy  findet  sich  eine  Urkunde  des  Abtes  Anselm  von
Maursmünster  aus  dem  Jahre  1155,  in  der  ein  Albert  von  Dagsburg  genannt  wird.
Abt  Anselm  überträgt  dem  Abt  Gerhard  von  Haute-Seille  rogatu  bonorum  virorum,
scilicet  viri  venerabilis  Stephani  Metensis  episcopi  et  Alberli  comitis  de  Dacxborc
et  aliorum  bonorum  virorum  Weide-  und  andere  Nutzungsrechte  im
Maursmünsterer  Gebiet,  wie  es  vor  ihm  bereits  Bischof  Stephan  und  Graf  Albert  in
ihren  Gebieten  Haute-Seille  zugestanden  hatten505.  Diese  Urkunde  wirft  jedoch
gerade  durch  diese  Nennung  chronologische  und  genealogische  Probleme  auf.
Wann  geschah  die  Verleihung  durch  Albert  de  Dacxborc,  und  wie  ist  er
genealogisch  einzuordnen?

501  Siehe  dazu  unten,  S.  92  f.
502  Siehe  dazu  oben,  S.  65-68.
503  Siehe  dazu  oben,  Anm.  496.
504  Baerten,  Agnès  de  Metz,  S.  57-64,  bes.  S.  59  f.
505  Urkunde  in  Nancy,  AD  M-et-M,  H  594,  abgedruckt  bei  Büttner,  Andlauer  Besitz  und
Reichsgut,  Nr.  2,  S.  28  f.  (im  Ndr.  S.  292  f  ).

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