schließlich der Kirche zu Wanze, was Friedrich I. mittels der vorliegenden Urkunde
bestätigte490. Wo leiteten sich die Ansprüche Gertruds auf diese Pfründe her? Es
waren, wie eindeutig aus dem Diplom hervorgeht, erbrechtliche Ansprüche491. Von
Verbindungen der Herren von Kolmont-Bilzen zu dem St. Servatiusstift in
Maastricht ist nichts bekannt, indes unterhielten bekanntlich die Grafen von Loon
Beziehungen zu diesem Stift, die mitunter problematisch waren492. Dieser Umstand
läßt die Abstammung Gertruds aus dem Grafenhaus von Loon als sehr
wahrscheinlich erscheinen, eine letztgültige Klärung ihrer Herkunft ist jedoch auf
Grund der Quellenlage leider nicht möglich.
Mathilde
Aus der Ehe zwischen Albert I. von Dagsburg-Egisheim mit Ermensinde von
Luxemburg entstammte auch eine Tochter namens Mathilde. Sie bildet durch ihre
Heirat mit dem Grafen Folmar von Metz aus dem Hause (Bischofs)homburg493 das
Verbindungsglied zwischen den Grafen von Dagsburg und den Grafen von Metz.
Die wichtigen genealogischen Daten zu Mathilde können wir der Bestätjgungsurkunde
von Erzbischof Hillin von Trier für die von Mathilde gestiftete Abtei
Salival aus dem Jahre 1169 entnehmen. Dort wird sie eindeutig als Tochter der
Gräfin von Nainur und als Ehefrau des Grafen von Metz ausgewiesen494. Bei der in
der Urkunde erwähnten Gräfin von Namur kann es sich nur um Ermensinde von
Namur handeln, welche, wie oben bereits dargestellt, zweimal verheiratet war, in
tempus ablatam nobis in palatio nostro Traiecti iudicio presidentibus et astantibus et
circumsedentibus et adiudicantibus nobilibus viris Arnul/o Coloniensi archiepiscopo et
Henrico Leodiensi episcopo et Cezolfo cancellario nostro, prepositis Alberto Aquensi,
Gerardo Bonnensi et Traiectensi, laicis vero Marewardo de Grunenbath, Vlrico de
Hurninge, Goswino de Falkenburch minore, Theoderico de Werde ceterisque
quampluribus diverse conditionis, elatis et ordinis iudiciario iure recuperavit et tussu
nostro per tnanum Gerardi Bonnensis eo tempore ecclesie beati Seruatii Traiectensis
prepositi astante et annuente capitulo fratrum prefale ecclesie libere, sicut ius ab
antiquo erat, in perpetuum possidendam per heredum suorum successionem sine ulla
contradictione recepit ( Zitat, S. 138).
490 Ebda., S. 138 f.: Receptam autem in manu ac potestate sua redactam ipsa videlicet
prenominata comilissa eiusque filius Hugo comes, ut prefatum est, ecclesie beate Marie
Magdalene de Wanze pro salute animarum suarum predecessoruinque ac successorum
suorum et dierum anniversariorum suorum commemoratione facienda per omnia
succedentia tempora possidendam tradiderunt.
491 Siehe das Zitat in Anm. 489.
492 D Lo III 9, S. 10 f.; D Lo III 12, S, 14 f.; D Lo III 41, S. 66 ff.; D FI 528, S. 470 f. Vgl.
dazu das unechte, in den sechziger Jahren des 12. Jahrhunderts angefertigte angebliche
Diplom Konrads III. für seinen Kanzler Arnold, den Propst von St. Servatius in
Maastricht (D K III 293, S. 508 f.).
493 In Anlehnung an Herrmann, Grafen von Metz-Lunéville, S. 247, wird hier und im
folgenden zur Unterscheidung von den Grafen von Homburg/Saar (östlich der Blies) die
Terminologie (Bischofs)homburg verwendet. Zum Haus Metz-Lunéville und seinen
Verzweigungen siehe ebda., S. 244-253.
494 Metz, AD Mos. H 1756: ... quod comitissa de Namur Irmesinl et filia eius comitissa
Mettilt de Honburch, et filii eius Hugo et Albertus.
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