zweiten Ehemann, Graf Gottfried von Nainur, gestiftete Abtei Floreffe484. Man
sieht, Mitglieder der Dagsburger Familie sind schon vor der Heirat Hugos VII. mit
Gertrud in Besitz von Rechten in Bilzen, Der Lösungsansatz von Jean Baerten ist
also nicht zwingend, vielmehr wirft er eher Probleme auf. Es könnte andererseits
auch so sein, daß Hugo VIII. als Sohn einer Tochter des Grafen von Loon bei
Erledigung des Lehens von Kolmont-Bilzen durch den Tod Konrads von Kolmont-Bilzen
Ansprüche auf die Erbschaft angemeldet hat. Die Orte Kolmont und Bilzen
sind in späteren Jahrhunderten im Besitz der Grafen von Loon nachzuweisen485. Es
könnte durchaus so sein, w ie Baerten meint486, daß die Grafen von Loon nach dem
Tode der letzten Dagsburger Gräfin, ebenfalls mit Namen Gertrud, Anteile an
Kolmont und Bilzen aus der Erbmasse bekamen, da noch Albert II. von Dagsburg
Rechte an Eigenbilzen hatte487. Von Rechten an Eigenbilzen ist zwar in dem 1212
geschlossenen Abkommen zwischen Gertrud bzw. ihrem Schwiegervater, Herzog
Friedrich von Oberlothringen, und ihrem Vormund und Gemahl, Theobald von
Oberlothringen, auf der einen Seite und Bischof Hugo von Lüttich auf der anderen
Seite nicht die Rede488, ob aber der Bischof von Lüttich diese Rechte beansprucht
hat, falls sie im Besitz Gertruds, der Tochter Alberts IL, gewesen wären, läßt sich
auf Grund der Quellenlage leider nicht feststellen. Zusammenfassend kann man
festhalten, daß die Orte Kolmont und Bilzen wahrscheinlich nicht Mitgift von
Gertrud, der Gemahlin Hugos VII., waren. Der Streit zwischen den beiden
Grafenhäusern von Loon und Dagsburg um diese beiden Orte muß aus anderen
Gründen entstanden sein.
Von Interesse für die Herkunft Gertruds dürfte in diesem Zusammenhang auch das
Diplom Friedrich Barbarossas aus dem Jahre 1154 sein, das uns zeigt, wo Gertrud
begütert war Sie beanspruchte eine Pfründe im St. Servatiusstift in Maastricht, die
ihr von einem gewissen Reiner umechtmäßig streitig gemacht worden war, aber ihr
vom Königsgericht zugesprochen wurde489. Gertrud schenkte diese Pfründe
484 Druck: V. Barbier, Histoire, II. éd., tom. II, Nr. 7, S. 6 f.: Ego Ermensindis, comitissa
Namucensis, ... partem quoque allodii Bilisie que fuit comilisse Aleidis, hac conditione
superaddidi, ut si heres meus, qui meam ejusdem allodii partem post obitum meum
habiturus est, alio allodio pre/ate domui propinquiore et comtnodiore, centumque
solidos, leodiensis tnonete, singulis annis solvente, comtnutare voluerit, liceat.
485 C. deBorman, Le livre des fiefs du comté de Looz sous Jean d'Arckel, Bruxelles 1875,
S. 12, 18, 21, 24, 30, 81, 96, 100, 201, 236 f„ 242, 245.
486 Baerten, Agnès de Metz, S. 63.
487 Urkunde von Graf Ludwig und Gräfin Ada von Loon vom Jahr 1213, abgedruckt bei J
Wolters, Notice historique sur l'ancienne abbaye de Herckenrode, dans la province
actuelle de Limbourg, Gand 1849, Nr. 2, S. 59 f , zu der Urkunde siehe unten im Kap.
'Besitzungen' den Art. 'Eigenbilzen'.
488 Bormansu. Schoolmeesters, Cartulaire I, Nr. 107, S. 169.
489 D F I 83, S. 138 f.: Eapropter noverit, quod interventu et petitione fidelis nostre
Gertrudis comitisse de Dagesborch eius annuente filio Hugone Metensi et Musacensi
comite prebendam, quam ipsa ab antiquis predecessoribus suis usque in perpetuam
heredum suorum se subsequendum successionem in ecclesia Traiectensi beati Seruatii
pro quodam beneficio eidem ecclesie ab eis collalo acquisitam libere ac legitime
tenebat, ecclesie beate Marie Magdalene de Wanze concessimus ... . Hanc vero
praebendam tali modo habitam prefata comitissa per quendam Reinerum iniuste ad
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