Full text: Sozialer Besitzstand und gescheiterte Sozialpartnerschaft

bergleute; Peter Clemens, der Vorsitzende der Christlichen Metallarbeitergewerkschaft; 
zahlreiche Persönlichkeiten aus der Sektion der Eisenbahner in der Christlichen Ge¬ 
werkschaft Öffentliche Betriebe wie der Vorsitzende Peter Schaadt und die Vorstands¬ 
mitglieder Peter Hahn und Hans Thome.352 
Der Gruppe um Hillenbrand scheinen zahlreiche ehemalige christliche Gewerkschaftler 
angehört zu haben, die im "Dritten Reich" Funktionen in der DAF ausgeübt hatten wie 
z.B. Ferdinand Busse, der auf der Vorstandssitzung der GCS am 8. Dezember 1948 
zum Sachbearbeiter für Arbeitsrechtsangelegenheiten gewählt worden war.353 Ein nicht 
unerheblicher Teil dieser Gruppe war in den ersten Jahren politisch eher passiv.354 Die 
gewerkschaftliche Opposition im christlichen Lager war im Bereich des Öffentlichen 
Dienstes von Anfgang an relativ stark vertreten. Hier sind L. Hoor, Erster Vorsitzender 
von 1947 bis 1952, und sein Nachfolger Walter Hoof zu nennen. Gerade in diesem 
Lager sollen viele ehemals politisch Belastete gewesen sein.355 Ab 1948/49 suchte die 
Gruppe um Hillenbrand den Kontakt zur Bundesrepublik, zur deutschen Presse und 
zum Saarreferat im Auswärtigen Amt zu intensivieren.356 Politisch engagierte sie sich 
bis 1950 noch in der CVP, trat dann in die DPS ein, wie Karl Hillenbrand und Franz 
Ruffing, der zum DPS-Generalsekretär geworden war und sich dann am Aufbau der 
CDU-Saar beteiligte.357 
Die Quellenlage erlaubt es nicht, ein ausführliches Bild über die Strategien beider 
Gruppen zu zeichnen. Grundsätzlich bestand aber ein Gegensatz in der Frage des 
Verhältnisses zur Opposition in der Einheitsgewerkschaft. Hillenbrand erwog 1951/52 
in Übereinstimmung mit dem Kaiser-Ministerium und dem Saarreferat im Auswärtigen 
Amt, die christliche Gewerkschaftsopposition solle zusammen mit der Opposition in 
der Einheitsgewerkschaft eine Gewerkschaft mit pro-deutscher Richtung bilden, wobei 
Paul Kutsch und Aloys Schmitt nicht abgeneigt gewesen sein sollen. Von Seiten der 
Gruppe um Schaadt und Gier wurde dies aber wohl grundsätzlich verneint, so ver¬ 
merkte Bodens in bezug auf sie:"Sie sind bewußt christliche Gewerkschaftler. Sie 
352 Ebd., Nr.3455, Vermerk vom 18.12.54, III 1 -078 3101/54. 
353 IGBE-Archiv Bochum, Div.32, Mp.2, Erlebnisbericht Aloys Schmitt und ebd. Mp. 11, Vermerk 11.8.55. 
354 Ebd., Div.32, Mp.4, Tätigkeitsbericht der Bezirksleitung Illingen der GCS. Gerade ehemalige NSDAP - 
Mitglieder, die früher in den christlichen Gewerkschaften tätig gewesen seien, seien ein Schaden für die 
Gewerkschaft wegen ihrer Inaktivität, "gerade letzterer Personenkreis war früher der aktive Teil unserer 
Bewegung, deren Inaktivität sich heute zu Ungunsten der GCS auswirkt". 
355 Privatarchiv Grandval (PGA), Dass.8, E. Weiter an Pineau vom 11.4.48 und an Colonel Toubeau, 
Président de la Mission Technique. 
356 Hier sei auf einen Artikel der in Stuttgart erscheinenden "Wirtschaftszeitung" hingewiesen, der 1948, 
von Hillenbrand und Hoor lanciert, veröffentlicht wurde, wahrscheinlich mit Unterstützung des Deutschen 
Büros für Friedensfragen in Stuttgart. Siehe: IGBE-Archiv, Bochum, Div.32, Mp.6, handschriftliche Notiz. 
357 G e s t i e r, Die christlichen Parteien, S.160, 169 und Anm.27. Siehe auch: Schneider, Das Wunder, 
S.318,372. 
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