Volltext: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

rück. Dahinter stand ein Entgegenkommen für die zisterziensische Parteinahme zu¬ 
gunsten des Papstes in der Auseinandersetzung mit Friedrich Barbarossa. Weiler- 
Bettnach erhielt gemäß dem Wortlaut bloß ein für den Gesamtorden geltendes Vor¬ 
recht speziell verbrieft. Hatten diese frühesten Stücke den Zweck, in der Konsoli¬ 
dierungsphase dem Kloster allgemein zu mehr Rechtssicherheit zu verhelfen, so 
wandten sich die Bullen der Folgezeit Einzelsachverhalten zu. Auf umfassende Be¬ 
sitzbestätigungen vermochte man in Weiler-Bettnach fortan zu verzichten, zumal 
sich die Bischöfe von Metz zu verschiedenen Zeiten des Klosters annahmen7. 
In den Zusammenhang einer größeren Zahl von Urkunden, die Ende des 12. und 
Anfang des 13. Jh. Weiler-Bettnach Salzgewinnungsrechte in Marsal einbrachten 
und diese wiederholt bestätigten, ist eine Bulle Coelestins III. vom 1. März 1196 
einzuordnen8. Er bezog sich damit auf zwei Urkunden Bischof Bertrams von Metz, 
der 1186 und 1192 der Abtei ein Stück Land geschenkt hatte, um darauf vier Salz¬ 
pfannen zu errichten, und gleichzeitig die Immunität hierfür gewährte9. Letzteres 
übernahm Coelestin, erklärte aber bezüglich der Salzpfannen diese selbst zu Wei¬ 
ler-Bettnacher Eigentum und nicht wie Bertram das Areal zu deren Errichtung. 
Zwischenzeitlich hatte das Kloster offensichtlich die notwendigen Baumaßnahmen 
durchgeführt und mit der Produktion begonnen. Der Bedeutung der Salzgewinnung 
angemessen hielt man es wohl für opportun, sich trotz erheblicher Kosten des 
päpstlichen Schutzes zu versichern. Lediglich für einen weiteren einzelnen Ort exi¬ 
stieren Urkunden, die der päpstlichen Kanzlei entstammen. War im Falle von Mar¬ 
sal der wirtschaftliche Aspekt maßgebend, so fällt eine Interpretation schwer, war¬ 
um man gerade für die Wahrung von Rechten in Tressange in Rom um Unter¬ 
stützung nachsuchte. Weiler-Bettnach besaß hier schon zu einem unbekannten 
Zeitpunkt an der Wende vom 12. zum 13. Jh.10 das Präsentationsrecht, das dem Abt 
vom Erzbischof von Trier übertragen worden war11, doch gilt dies in gleichem Ma¬ 
ße für mehrere andere Pfarrstellen12. Auf den Sachverhalt der Urkunde nahm der 
päpstliche Legat Guido von Preneste ausdrücklich Bezug, als er wenig später die 
Einsetzung des Dekans Heinrich von Luxemburg als Pfarrer in Tressange durch 
Abt Albert von Weiler-Bettnach bekräftigte13. Mit derselben Thematik befaßte sich 
eine Urkunde des Trierer Elekten Heinrich von Finstingen/Fénétrange, der 1261 der 
Abtei den Auftrag erteilte, nach dem Tod des Pfarrers die Stelle neu zu besetzen 
7 Vgl. hierzu Kap. III,3. 
8 ADM H 1742 Nr. 3; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 322 Nr. 29. Bereits in der Bulle 
Eugens III. von 1147 werden Salzpfannen in Marsal als Klostereigentum ausgewiesen. 
9 Zu 1186: ADM H 1714, fol. 577r-578r, ferner die Bezugnahme Barbarossas hierauf 1187 (MGH 
DF I. Nr. 960 und ADMM B 909 Nr. 34d; 1187 VI 26, Eußerthal); zu 1192: ADM H 1742 Nr. 2; 
ADMM B 909 Nr. 34e. 
111 Zu den Zusammenhängen und der zeitlichen Einordnung der Urkunden vgl. die Ausführungen zu 
Tressange im Ortskatalog dieser Arbeit. 
11 ADM H 1749a. 
12 Vgl. Gondrange, Tiercelet oder Crusnes mit weiteren Hinweisen. 
13 Die Einsetzung erfolgte auf die ausdrückliche Bitte des Archidiakons der Trierer Domkirche; ADM 
H 1749a. 
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