Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

über das wesentlich stärker ins politische Geschehen involvierte Eußerthal die 
Annäherung an das staufische Haus gelang, und auf die kurze Regierungszeit 
Kaiser Heinrichs VII., der Abt Heinrich von Weiler-Bettnach im Frühjahr 1309 zu 
seinem Kanzler berief. Allerdings war der Abt schon für dessen Vorgänger 
Albrecht I. verschiedentlich tätig geworden. 
Am massivsten spürte Weiler-Bettnach den Einfluß regionaler Machtträger. Die 
kurze Episode ausschließlich bischöflicher Protektion der Abtei - sieht man einmal 
von dem ohnehin theoretischen Konstrukt einer generellen Reichsvogtei für die 
Zisterzienserklöster ab - wurde seit 1228 zumindest in Teilen von der "garde" durch 
die sich gegenüber dem Bischof emanzipierende Stadt Metz abgelöst. Sie 
beschränkte sich allerdings auf die Klostergüter im städtischen Machtbereich. Mit 
der Verfestigung seiner Landesherrschaft verstärkte das lothringische Herzogshaus 
sukzessive den Druck auf die Grundherrschaften seines Einflußbereichs. Auch in 
Weiler-Bettnach vermochte man sich diesem Machtstreben nicht zu entziehen und 
mußte schließlich im Spätmittelalter den Herzog von Lothringen als uneinge¬ 
schränkten Klostervogt anerkennen. Ausgehend von Schutzversprechen für ein¬ 
zelne Güter, gewannen die Herzoge auch Einfluß auf den innerklösterlichen Be¬ 
reich und kontrollierten gar die Abtswahl. 
Die innere Geschichte Weiler-Bettnachs wird geprägt von den Äbten, deren Amts¬ 
gewalt auf zahlreichen Gebieten faßbar ist. Der erste Abt, Heinrich von Kärnten, 
einmal ausgenommen, läßt sich insbesondere für die Klostervorsteher der frühen 
Zeit kein befriedigendes Persönlichkeitsprofil skizzieren. Soweit die Quellen dar¬ 
über Aufschluß geben, entstammten die Weiler-Bettnacher Äbte dem weiteren 
Umland mit den äußersten Punkten Trier, Nancy und Gerböviller, sieht man einmal 
von Heinrich von Kärnten ab, der aber nicht gewählt, sondern in Morimond zum 
ersten Abt ernannt wurde. Die Äbte kamen wie die übrigen Konventualen aus 
deutsch- und französischsprachigen Gebieten; eine hemmende Wirkung der 
Sprachgrenze ist nicht erkennbar. Das soziale Umfeld ihrer Herkunft kann nur für 
einen Teil der Äbte erfaßt werden; bei diesen läßt es sich aber nahezu ausschlie߬ 
lich auf Ministerialen- und Patrizierfamilien eingrenzen. Inhaber weiterer Kon¬ 
ventsämter sind verschiedentlich ebenso zu belegen - allerdings selten mit ihren 
Amtsgeschäften - wie einzelne Konversen und Familiären. Bei den Konventsge¬ 
bäuden überrascht insbesondere die Lage des Wohntrakts nördlich der Kirche, was 
zum Schutz vor der sommerlichen Hitze gemeinhin in südlichen Ländern üblich 
war. 
Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Weiler-Bettnachs war seit dem 13. Jh. 
von einer permanenten Finanznot gekennzeichnet, ohne daß diese aber spürbar die 
wirtschaftlichen Aktivitäten der Abtei gelähmt hätte. Negativ wirkten sich immer 
wieder die regionalen militärischen Konflikte aus, die auch beträchtliche Urkun¬ 
den- und - daraus resultierend - Einnahmeverluste verursachten. Die geringe Ent¬ 
fernung von Metz bedingte, daß jede größere Truppenansammlung östlich oder 
nördlich von Metz Auswirkungen auf Weiler-Bettnach haben mußte. 
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