Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

bald, im heutigen Ostlothringen Fuß zu fassen; auch in Valmont hatten sie Besitz9. 
Die angeblich 1134 verfertigte Urkunde fehlt allerdings im Katalog der von M. Pa¬ 
risse edierten Sammlung ebenso wie im Regestenwerk Rupertis. In den verschiede¬ 
nen päpstlichen und bischöflichen Privilegien des 12. Jh. ist erstmals 1147 in der 
Bulle Eugens III. klösterliches Eigentum in Valmont bezeugt. In den Bestätigungen 
Bischof Stephans von Metz aus den Jahren 1137 10 und 1146 11 sucht man Hinwei¬ 
se hierauf vergeblich. Während Eugen III. allgemein Wallemaniam in die Liste der 
Orte einreihte 12, verwies Alexander III. 1179 dezidierter auf vineas, quas habetis 
in Walmanna 13; eine Formulierung, die Urban 1186 übernahm 14. Nirgendwo wird 
indes der Name des Stifters erwähnt15. 
Vermutlich 1172 16 schenkte Abt Gottfried von St. Nabor Weiler-Bettnach die Kir¬ 
che in Guirlange und Weinlagen in Walemannia 17. Das bedeutet, daß es sich bei 
dem von Eugen III. 1147 aufgefuhrten Besitz nicht um Weinlagen handelte, was 
dadurch plausibel wird, daß die päpstliche Kanzlei entgegen der sonst üblichen 
Praxis der reinen Aufzählung von Ortsnamen zu Metz ausdrücklich vineas et domos 
und zur unbestimmten Lage in episcopatu Trevirensi die vineas Joannis Alberti no¬ 
tierte. Auf die Weingüter in Valmont geht ein schiedsgerichtlicher Entscheid ein, 
den 1176 die Äbte von Mettlach, Sankt Martin und Bouzonville sowie der Propst 
von Fraulautern trafen. Sie beendeten damit einen Streit zwischen den Klöstern 
Weiler-Bettnach und St. Nabor u.a. über vinea de Walemanna que vulgo dicitur Ju- 
denberc zugunsten der Zisterzienser18. Einigkeit erzielten die Klöster Weiler- 
Bettnach und St. Nabor auch 1330 über die Verpachtung der Grangie Fürst bei 
Valmont und der Hälfte des Brühls, genannt weyler bruhl, in der Gemarkung von 
Valmont19. Der Metzer Bischof Ademar von Monthil bestätigte ein Jahr später die¬ 
9 Das Datum der Erwerbungen bleibt meist unklar. Zum frühen Güterbesitz der Grafen vgl. 
GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE, Bd. II, S. 287-296 sowie die dort beigefügte Karte 
"Besitzungen und Rechte der Grafen von Saarbrücken vor 1274". 
10 ADM H 1755 Nr. 1; gedruckt in ACTES 2,1,B, S. 89-92 Nr. 40; HMB III, Preuves, S. 111-113. 
11 ADMH 1714, fol. 138r-144r; gedruckt in ACTES 2,1,B, S. 145-151 Nr. 66. 
12 ADM H 1715 Nr. 1; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 280-282 Nr. 2; MEINERT, S. 
240f. Nr. 50. 
13 ADM H 1715 Nr. 2; ADM H 1755 Nr. 2 [1179 I 17], gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 
293-296 Nr. 10. 
14 ADM H 1755 Nr. 3 [1186 II 14]; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 314-317 Nr, 22; mit 
Schreibweise Walmana. 
^ REL II, S. 320, und ALTE TERRITORIEN II, S. 104, versuchen, Curvinus von Spurk mit einem 
Erwin von Valmont gleichzusetzen, der 1134 der Abtei den Hof Fürst geschenkt haben soll. Beides 
ist unkorrekt. Sein Name erscheint in einer Urkunde Bischof Stephans von Metz aus dem Jahre 
1149, in der von einer Allodialschenkung in der Pfarrei Guirlange durch Ebroin von Walemanna 
die Rede ist. Vgl. auch die Ausführungen zu Fürst und Guirlange. 
*6 Zur Datierung vgl. s.v. Guirlange. 
17 ADMH 1732. 
18 ADM H 1742 Nr. 1; zum weiteren Inhalt der Urkunde vgl. Guirlange. 
19 ADM H 1755 Nr. 6a [1330 XI 12]; zu den Konditionen vgl. die Ausführungen zu Fürst. 
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