Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

villers (Buvillet), als Nachfolger des verstorbenen Lambert von Thil und dessen 
Frau Jouette pachtete, mußte er der Abtei jährlich drei Malter Getreide zahlen. Je 
zur Hälfte hatte er Sommer- und Winterweizen für die in Thil on ban, finage et ter¬ 
ritoire gelegenen Grundstücke an den Comis des Abtes in Bréhain-la-Cour zu lie¬ 
fern 10. Erwähnenswert ist die Verpachtung eines Weiler-Bettnach gehörenden 
Hauses in Thil an Nikolaus von Malberg, den Herrn des Ortes, gegen sechs Francs 
monnaye de Villers im Jahre 1550 ll. Die Abtei bezog in der Folgezeit ein Sechstel 
des Zehnten, während den Rest der Geistliche 12 bzw. - da es sich um eine freie 
Kapelle handelte - ein vom Dekan des Trierer Domkapitels als Kollator eingesetzter 
Pfründner 13 erhielt. 
Thionville (Gde. und Ktn.). 
Im Jahre 1151 soll ein Schneider (sartor) namens Nikolaus gemeinsam mit seiner 
Frau Johanneta den vierten Teil eines Hauses in Theonisvilla den Zisterziensern 
verkauft haben 14. Diese Nachricht steht zeitlich isoliert, zumal die Papsturkunden 
den Ort nicht aufführen. Daß sich Weiler-Bettnach schon früh bemühte, hier Fuß zu 
fassen, scheint jedoch nicht ausgeschlossen, da Thionville bereits im 12. Jh. ein 
wichtiges Handelszentrum gewesen sein dürfte 15. Gesicherten Boden betritt man 
indes erst mit dem Testament Hermanns und Berthas von Thionville (opidani The- 
onisville). Hermann vermachte in extremis mortis laborans Weiler-Bettnach 5 s. aus 
zwei Häusern in Thionville, 5 s. aus dem Haus des Henkers Thilo, sowie 12 d. aus 
dem Haus Arnolds, genannt Muorrin. Dafür sollte in der Abtei beider Jahrgedächt¬ 
nis begangen werden16. Martin, der Sohn des Choppin de Roncey17, borjois de 
Thionville, schenkte dem Kloster 1290 sein Haus in Thionville sus la rive mit Perti¬ 
nenzen 18. All ihre beweglichen und unbeweglichen Güter, ganz gleich in welchen 
Orten, überließ Gertrud, die Schwester der Priester Jakob und Nikolaus in Thion¬ 
ville, 1291 der Abtei. Zeit ihres Lebens behielt sie sich jedoch den Nießbrauch 
vor 19. Das deutlich erkennbare Streben Weiler-Bettnachs, in Metz besonders Häu¬ 
ser zu erwerben, lassen auch für Thionville in der Folgezeit die Urkunden immer 
wieder erkennen. Hierbei handelt es sich um ein offenbar auf Städte und damit 
wirtschaftliche Zentren beschränktes Phänomen. Ein Prozeß um ein Haus apud 
10 ADM H 1714, fol. 400v-402v [1447 111 20]. 
11 ADMH 1713, S. 83. 
12 KAISER: Archidiakonat, S. 60. 
13 ARCHIDIACONATUS, S. 71; PAULY: Landkapitel, S. 281 f.; die Angabe, Weiler-Bettnach be¬ 
ziehe einen geringen Teil des Zehnten, noch in ADM H 1757 Nr. 22, S. 36-38 Art. 56 [1741 IV 2]. 
14 ADMH 1713, S. 84. 
15 J. SCHNEIDER: Metz, S. 180; gegenteilig YANTE, S. 157. 
16 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 38; ADM H 1714, fol. 376v-378r [1287 V 9]. 
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Roussy-le-Village (mit Annex Roussy-le-Bourg), Gde., Ktn. Cattenom. 
18 ADM H 1714, fol 391v-392r [1290 VIII 21]. 
19 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 44; ADM H 1714, fol. 388r-v [1291 IV 29]. 
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