Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Teterchen (Gde., Ktn. Boulay). 
Johann von Varsberg, Vogt von Chaussy (Kelsche)\ verpfändete am 25. März 
1264 für die in Weiler-Bettnach geliehenen 100 Metzer Pfund den Zehnt in Tyttri- 
che, den er von Herzog Friedrich III. von Lothringen zu Lehen trug. Er mußte vom 
kommenden Fest Mariä Geburt (8. September) an innerhalb von zwei Jahren den 
Kredit zurückzahlen, ansonsten verfiel der Zehnt dem Kloster 2. Herzog Friedrich 
bestätigte am 1. April des gleichen Jahres diese Übereinkunft und wandelte den 
Zehnt zum Allodialbesitz um 3. Möglicherweise verkaufte die Abtei in späterer Zeit 
diese Einkünfte an die Benediktiner von St. Nabor (St.-Avold)4. 
Thil (Gde., Ktn. Longwy, Ddp. Meurthe-et-Moselle). 
Graf Ludwig von Chiny erklärte 1178, Wilhelm, der Vogt von Chiny, habe Weiler- 
Bettnach einen Teil seiner Güter in einer Reihe von Orten um Br6hain-la-Cour ge¬ 
schenkt, darunter auch welche in Thil 5. Bischof Bertram von Metz bestätigte diese 
Übertragung und wies auf die Auseinandersetzungen in der Folgezeit hin, die sich 
bis in die Amtszeit Abt Alberts fortsetzten. Er konnte die Kontroverse durch eine 
Abstandszahlung von beträchtlichen zehn Metzer Pfund an Wilhelm beilegen 6 7. Zu 
Differenzen kam es rund ein Jahrhundert später mit Friedrich III. von Lothringen, 
die nach Aussage des Herzogs die Hälfte des Landes in Crusnes, Elange, Thil und 
Hussigny betrafen 1. Die Urkunde erwähnt jedoch keine Regelung hinsichtlich Thil, 
so daß man nur vermuten kann, Friedrich habe Weiler-Bettnach die Hälfte des Lan¬ 
des - analog zu den Orten Crusnes und Elange8 -zugesichert. Graf Heinrich der 
Blonde von Luxemburg hatte 1255 Herzog Friedrich, seinem Neffen, den ihm 
durch das Erbe seiner Eltern zugefallenen Anteil an elf Orten, unter ihnen Thil, ab¬ 
getreten9. Für die Güter, die 1447 Jacomin, der Sohn des Meiers Simon von Beu- 
* Zur Person Johanns vgl. CHATELAIN: Notice, S. 65ff. passim, v.a. S. 70 u. 78. 
2 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 19; ADM H 1714, fol. 396r-v; Regest bei HERRMANN: Inventare, S. 
274. 
3 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 20; ADM H 1714, fol. 397r-398r [1264 IV 1]; Regest bei HERRMANN: 
Inventare, S. 274. 
4 ALTE TERRITORIEN II, S. 434. 
3 ADM H 1714, fol. 46v-49r. Zur Analyse dieser und der folgenden Urkunde vgl. die Ausführungen 
zu Brdhain-la-Cour. 
^ ADM H 1714, fol. 99r-101 r; das Datum 1178 ist inseriert. 
7 ADM H 1714, fol. 209r-v [1279 II 7]. 
O 
Auch Hussigny taucht in der Urkunde nicht mehr auf, statt dessen das eingangs nicht genannte 
Aumetz. 
9B.N., Coli. Lorr. 211 Nr. 12 [1255 X 1]; gedruckt bei WAMPACH, Bd. III, S. 210-212 Nr. 203, 
mit Angaben zur Überlieferung; DE WAILLY, S. 45 Nr. 44; Regest bei DE PANGE, S. 17 Nr. 84. 
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