Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

sehen Johann und Abt Guis vor, die einem Streit um die 4314 s. Zins ein Ende setz¬ 
te31. 
Rurange-les-Megange (Gde. Megange, Ktn. Boulay). 
Die Unterscheidung von Rurange-l£s-Megange und Rurange-l£s-Thionville bereitet 
mitunter erhebliche Schwierigkeiten. Trotz einer relativ großen Zahl an Zeugnissen 
fehlt der innere Zusammenhang dieser Quellen. Nur in Einzelfällen machten sich 
die Schreiber der Urkunden die Problematik selbst bewußt und versahen den Orts¬ 
namen mit einem Zusatz wie "bei der Mosel" oder "bei Vinsberg", was die gesi¬ 
cherte Identifizierung ermöglicht. Die Bezeichnungen Rurange-sur-Nied 
(M6gange) und Rurange-sur-Mose Ile (Thionville) konnten sich im Mittelalter noch 
nicht durchsetzen. Bis ins 18. Jfh. war Weiler-Bettnach in beiden Orten begütert, 
wobei sich die Einkünfte in Rurange-les-Mögange auf einen geringen Teil des Ge¬ 
treidezehnten beschränkten32. Weiler-Bettnach besaß hier jedoch anscheinend 
schon früh auch eine Mühle33. Erwähnt wird diese jedoch erst 1317, als mehr als 
13 Personen ihre Eigentumsrechte in mollendino de Ruoderkinga für 25 Metzer 
Pfund der Abtei veräußerten 34. 
Rurange-les-Thionville (Gde,, Ktn. Metzervisse). 
Bezüglich der Schwierigkeiten einer Abgrenzung zum vorangehenden Ort ist auf 
das dort Gesagte zu verweisen. Gertrud von Boulay, die Witwe des einstigen Edel¬ 
knechts Walter von Saint-Epvre 35 (de sancto Apro) schenkte 1278 ihren gesamten 
Erbbesitz in der Gemarkung Ruanges dem Kloster Weiler-Bettnach 36. Erfolgt die 
Zuordnung der Namensform zu einem der Rurange-Orte ohnehin nicht zwingend, 
so bietet auch die Herkunft der Stifterin keine Hilfe für die Entscheidung, wo ihr 
Besitz lag37. Nur die Tatsache, daß der Abt noch im 18. Jh. hier die Mittel-, Nie¬ 
der- und Grundgerichtsbarkeit ausübte, was auf einen ehemals umfangreichen 
Komplex hindeutet, begründet die Zuordnung zu Rurange-l^s-Thionville. Ebenfalls 
aus dem Jahre 1278 stammt eine Urkunde Mechthilds, der Witwe des Stacekin von 
31 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 63. Zu den Schwierigkeiten der Datierung - 1342/43 oder 1348 - vgl. s.v. 
Malroy. 
32 ADM H 1757 Nr. 22, S. 22 Art. 29 [1741 IV 2]. 
33 BENOIT, S. 314, gibt sogar an, die Mühle sei zweifellos im 12. Jh. von Weiler-Bettnach errichtet 
worden. 
34 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 61; ADM H 1714, fol. 352v-353v [1317 VI 1]. 
33 Gde., Ktn. Delme. 
3^ B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 29 [1278 III 4]. Aussteller ist der Offizial zu Metz. Das Archivinventar 
der Abtei (ADM H 1713, S. 78) stellt die Urkunde zum Jahr 1270. Bereits für das Jahr 1263 wird 
dort eine Güterschenkung des Schultheißen Gerhard von Rurange aufgeführt, allerdings ohne An¬ 
gaben zu Art und Lage dieser Güter. 
37 Boulay liegt zwar um einiges näher an Rurange-16s-M6gange, doch die Herren von Boulay zählten 
zu den bedeutenderen Herrschaftsträgem des Raumes, so daß ihr Grundbesitz zweifellos zumindest 
bis zur Mosel reichte. 
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