Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

dicitur Ramesen 5. Papst Urban III. nahm bereits 1186 dieses Geschäft in seine um¬ 
fangreiche Besitzbestätigung auf6. Er wies jedoch nicht auf die detaillierte Rege¬ 
lung hin, die Weiler-Bettnach von der mit der Schenkung verbundenen Vogtei be¬ 
freite. Dennoch fürchtete der Konvent, wegen der Zehntabgabe drangsaliert zu 
werden, was dazu führte, daß man den Boden unbebaut ließ. Dies geht aus einer 
Urkunde Friedrichs von Bitche, des Bruders Herzog Simons II. von Lothringen, 
hervor, der im Jahre 1200 hieraufhinwies7. Er zeigte sich erstaunlich gut infor¬ 
miert, wußte er doch, daß Weiler-Bettnach den Besitz von den Abteien Rettel und 
Hombach erworben hatte. Der Grund für diese Kenntnis lag wohl in der Zugehö¬ 
rigkeit von Ramesen zum Pfarrbezirk Drogny, wo ihm das Patronatsrecht und der 
Zehnt zustanden. Um die Bedenken in der Abtei zu zerstreuen, verzichtete er aus¬ 
drücklich in einem Bezirk, der sich von der Miskelburne genannten Quelle bis zum 
Kloster erstreckte, auf den durch die Konversen erwirtschafteten Ertrag 8 und den 
Zehnt davon. Möglicherweise legte die Abtei diese Urkunde vor, als es mit dem 
Pfarrer Friedrich von Drogny zu Differenzen kam. Offen bleibt jedoch, ob Weiler- 
Bettnach das Land nach der Zusage Friedrichs tatsächlich rodete. Dagegen spricht 
das abrupte Ende der Überlieferung. 
Rddange (Gde., Ktn. Fontoy). 
Eine undatierte Urkunde berichtet, T. de Brieio et E. uxor eius hätten zum Seelen¬ 
heil der Frau Loretta 40 s. Zins aus den Einkünften ihres Landes in Radenges der 
Abtei Weiler-Bettnach geschenkt9. Die Entstehungszeit der Urkunde läßt sich auf 
die Jahre 1189/90 eingrenzen10 11. Der Steinmetz Walter von Burtoncourt 
(Bretoncort) und seine Söhne Wirich und Johannes erklärten 1291 oder 1292*den 
6 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 6; gedruckt bei H. MÜLLER: Quellen, S. 14f. Nr. 14. Die Bestätigung 
durch Bischof Bertram von Metz: ADM H 1748 Nr. 1; ADM H 1714, fol. 349v-351r; gedruckt bei 
MÜLLER, S. 13 Nr. 13. Vgl. hierzu Kap. 111,3 sowie s.v. Neudelange. 
6 ADM H 1755 Nr. 3; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 314-317 Nr. 22. 
7 B.N., Colt. Lorr. 976 Nr. 9; gedruckt bei H. MÜLLER: Quellen, S. 19 Nr. 22. 
O 
... conversi fossorio, arato vel alio quousque modo laboraverint laboris sui fructum ...ex integro 
percipiant... 
9B.N„ Coli. Lorr. 976 Nr. 10; ADM H 1714, fol. 356r-v; gedruckt in ACTES 1,1I,A, Bd. 2, Nr. 4. 
Bei dem Stifter handelt es sich um Theobald von Briey, den dritten Sohn des Grafen Rainald von 
Bar und der Agnes von Champagne, der 1190, nach dem Tod seines Bruders Heinrich auf dem 3. 
Kreuzzug, Graf von Bar wurde; seine Gemahlin war Ermesinde von Bar-sur- Seine, die er 1189 
geheiratet hatte. Er trennte sich von ihr, um 1197 Ermesinde von Luxemburg zu ehelichen. The¬ 
obald ging 1189 bereits die zweite Ehe ein. Zunächst war er mit der nach 1176 verstorbenen Lo¬ 
retta von Looz verheiratet, zu deren Gedenken die Stiftung erfolgte. Zur Genealogie vgl. 
PARISSE: Noblesse Lorraine, S. 852; zur Lösung der Ehe mit Ermesinde von Bar-sur-Seine 
DERS.: Trois Mariages, S. 57-61. Er weist S. 60 daraufhin, es handele sich hier um eine von drei 
Überlieferten Urkunden, die Theobald als Herr von Briey ausstellte. 
10 Eine jüngere Dorsalnotiz auf der als Ausfertigung vorliegenden Urkunde gibt das Datum fälschlich 
mit 1132-45 an. 
11 Die Datierung auf den Samstag vor dem Sonntag Laetare im Jahre 1291 ermöglicht unter Anwen¬ 
dung des Annuntiationsstils die Auflösung als 1291 111 31 oder 1292 III 15. 
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