Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

festzustellenden engen geistlichen Verbindungen zwischen Lüttich und Metz, wor¬ 
aus auch familiäre Verflechtungen erwuchsen34. Zu den genealogischen Zusam¬ 
menhängen sei nur soviel erwähnt, daß Wirichs Tochter Palende von Walcourt 
durch die Heirat mit Arnold von Thicourt ins Zentrum der lothringischen Politik 
rückte35. Die Familie von Montreuil-Thicourt muß zu Beginn des 12. Jh. eine 
herausragende Position eingenommen haben. Brüder Arnolds waren Peter, der Erbe 
von Montreuil, und Adalbero, der 1131 Ebf. von Trier wurde36. Wirich heiratete 
um 1130 Adelheid von Tincry-Richicourt37, etwa zur gleichen Zeit dotierte er 
maßgeblich Freistroff38. Seine Frau war die Tochter Matfrieds von Tincry und 
Kunigundes von Richicourt/Rixingen, die in erster Ehe Gottfried von Viviers ge¬ 
heiratet hatte. Wirich von Walcourt war Trierer Vogt über Merzig und einige an¬ 
grenzende Gebiete39. Seinen Nachkommen gelang es gar, ihre Macht an der Saar¬ 
schleife zu etablieren, was im Bau der Burg Montclair, der wohl nicht mit dem 
Erzbischof von Trier abgesprochen war, durch seinen Sohn Arnold gipfelte40. 
Wirich von Walcourt war ohne Zweifel die maßgebliche Persönlichkeit bei der 
Gründung Weiler-Bettnachs. Da eindeutig ist, daß es keine Zisterzienser waren, die 
zuerst in Freistroff entzogen41, können Kontakte Wirichs zu Morimond im Vorfeld 
34 PARJSSE: Chartes, S. 281. 
35 Vgl. v.a. PARJSSE: Noblesse Lorraine, S. 198-200 und S. 296; die genealog. Tafel der Herren v. 
Walcourt in EUROPÄISCHE STAMMTAFELN, Bd. VIII, Tafel 110, setzt erst mit Wirich und 
seinen Kindern ein. Leider wenig ergiebig sind TOUSSAINT: Histoire civile et religieuse de 
Walcourt, Namur 1887, und LAHAYE: Cartulaire de la Commune de Walcourt, Namur 1887. 
36 Zu ihm vgl. die Gesta Alberonis Archiepiscopi, in: MGH SS VIII, S. 234-260. 
37 REL III, S. 1158 (s.v. Viviers); PARJSSE: Noblesse Lorraine, S. 200-203. 
38 Gründungsbestätigung Bischof Stephans für Freistroff: ACTES 2,1,B, S. 59-61 Nr. 27, auch Anm. 
1 mit Verweis auf das verfälschte Diplom ADMM B 483 Nr. 58; CALMET: Histoire, Bd. II, 
Preuves, Nr. 294. 
39 REL III, S. 1158; GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE, S. 130. 
40 Ebd. 
4^ S. Flesch, in FLESCH/CONRAD/BERGHOLZ, S. 99f., hält Freistroff für eine zisterziensische 
Gründung; ebenso H.-W. Herrmann in GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE, S. 184, M. Parisse, 
in LOTHRINGEN, S. 179f., spricht dagegen von Regularkanonikem, die sich schließlich dem 
Prämonstratenserorden anschlossen. In der Gründungsbestätigung heißt es: Abbas vero de Sancti 
Petri mottle locum illum, prout regula exposcit, quamdiu sine magistro fuerit, in spiritualibus 
causis ordinabit... (ACTES 2,I,B, Nr. 27 S. 59-61), Nachdem er unter gewissen Voraussetzungen 
die Erlaubnis erteilt hat, aus den eigenen Reihen einen Vorsteher der Gemeinschaft zu wählen, 
fährt Bischof Stephan fort: Sin autem in cenobio sancti Petri vel alias assumant et idem abbas 
eandem subjectionem abbati de Monte sancti Petri faciat et custodiat, quam faciunt et custodiunt 
abbati Cisterciensi sue professionis abbates. Wenn sie einen Abt aus St.-Pierremont oder aus 
einem anderen Kloster - d.h. nicht aus ihren eigenen Reihen - wählen, wird dieser dem Abt von St.- 
Pierremont unterstellt, wie es die Äbte des Zisterzienserordens gegenüber dem Abt von Citeaux 
sind. Der Orden wird lediglich in diesem Punkt zum Vorbild genommen, eine Eingliederung 
erfolgt nicht. Gleichwohl wollte man in St.-Pierremont auch gemeinsam mit den abhängigen 
Stiften eine Art Generalkapitel zisterziensischer Prägung abhalten. St.-Pierremont hatte sich zu 
diesem Zeitpunkt noch nicht den Prämonstratensem angeschlossen (vgl. LOTHRINGEN, S. 179f ). 
Daß nicht von Beginn an Prämonstratenser in Freistroff lebten, zeigt die Unbestimmtheit der 
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