Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

♦ 2/3 der zur Pfarrei Ependor (= Aboncourt) gehörigen Einkünfte; Emmo de 
Borser hielt sie von Girardus de Rocer, dieser wiederum von Joannes de 
Theonisvilla. Sie gaben sie Bischof Stephan, der sie nunmehr der Abtei 
überträgt. 
♦ Das übrigbleibende Drittel schenkt Stephan mit Zustimmung des Archidiakons 
Rocelinus und des Pfarrers Walter. Dafür soll das Kloster der Pfarrei, d.h. dem 
Pfarrer von Aboncourt, vier Morgen Land übereignen. 
♦ 2/3 des Zehnten in Drachaner (= Drogny) von Folmarus de Vilengis. 
♦ Eine Wiese apud Ramesem (= Wüstung, Gde. Saint-Bemard), ebenfalls von 
ihm. 
♦ Das restliche Drittel in Drogny gibt der Bischof mit Zustimmung des Primice¬ 
rius und damaligen Archidiakons Theodoricus sowie des Archipresbyters und 
dortigen Pfarrers Wolfrannus. 
♦ Bestätigung von Weiderechten in Darenges (= F^range), Nihinenges (= Neude- 
lange), Pililenges (= Piblange) und Draieniem (= Drogny). 
Alle Güter lagen in unmittelbarer Nachbarschaft des Klosters. Eine Identifizierung 
des fraglichen Pililenges mit Ludelange im Kanton Fontoy ist deshalb sehr frag¬ 
würdig28, auch wenn Weiler-Bettnacher Besitz dort schon durch die Urkunde Papst 
Eugens III. von 1147 belegt ist29. Aus einer Bulle Alexanders III. geht indes 
hervor, daß Hedwig von Chiny und ihr Sohn Anselm die Güter in Ludelingen dem 
Kloster geschenkt haben30. Am naheliegendsten ist es, an Piblange zu denken. 
Wenngleich die Urkunden über dortigen Weiler-Bettnacher Besitz nicht über 1249 
hinaus zurückreichen und Hiegel den ältesten Ortsnamenbeleg zum Jahre 1181 
stellt31, muß man Pililenges mit Piblange, dem unmittelbaren Nachbarort der Abtei, 
gleichsetzen. Erhärtet wird dies durch die Feststellung Dicops, daß die Geschichte 
der Siedlung Piblange im weltlichen wie im geistlichen Bereich stets aufs engste 
mit der von Drogny, dessen Annex sie bildete und das schon 1137 genannt wird, 
verbunden war32. 
Besondere Beachtung verdienen die Personen, von denen die ersten Schenkungen 
stammten. An erster Stelle ist dabei Wirich/Werri von Walcourt zu nennen. Der 
Stammsitz des Geschlechts lag in der Provinz Namur, doch die Familie hatte bereits 
zu Beginn des 12. Jh. erfolgreich in südlicher Richtung ihre Interessensphäre 
ausdehnen können33. Parisse brachte dies in Zusammenhang mit schon im 11. Jh. 
28 H. HIEGEL: Dictionnaire, S. 214 (fälschlich zu 1146). 
29 ADM H 1715 Nr. 1; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, Nr. 2 S. 280-282; MEINERT, Nr. 
50 S. 240f. 
30 ADM H 1715 Nr. 2 und H 1755 Nr. 2; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, Nr. 10 S. 293- 
296. 
31 H. HIEGEL: Dictionnaire, S. 268; REL lit, S. 838, noch mit 1221 als frühester Erwähnung. 
32 DICOP: Bouzonville, S. 118. 
Arr. Dinant, Ktn. Philippeville. Mitglieder der Familie saßen in Fontoy, Montclair und Berg 
(PARISSE: Chartes, S.281).
	        

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