Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Vorlage Alexanders für beide Städte, wo sich die Abtei weiterhin jeweils ein Haus 
bestätigen ließ23. Die frühen Privilegien illustrieren, daß sich Weiler- Bettnach 
rasch um einen Zugang zu den zentralen Märkten des Umlandes bemühte, der sich 
nur über die dauerhafte Präsenz vor Ort bewerkstelligen ließ. 
Da sich W. Bender ausführlich mit Bedeutung und Funktion des Weiler-Bettnacher 
Klosterhofs in Metz beschäftigt hat, dem Stadthof in Trier aber nicht mehr als eini¬ 
ge Randbemerkungen widmete, soll dieser eingehender behandelt werden. Dennoch 
darf man nicht verkennen, daß Metz der zentrale Umschlagplatz für Weiler- 
Bettnach war und Trier nur eine sekundäre Rolle spielte. 
1. Metz 
Ein Verzeichnis der Weiler-Bettnacher Rechte und Einkünfte aus dem Jahre 1692 
beschreibt den Weiler-Bettnacher Klosterhof als umfangreichen Besitzkomplex, als 
une grande maison appellée la cour de Villers seize en la rue des recollets de l'an¬ 
cien fond de l'abbaye laquel [sic!] est divisée en plusieurs appartements ...24 Die 
genaue Lagebezeichnung in der Rue des Récollets25 ist nicht mittelalterlich, son¬ 
dern ergibt sich aus der Übernahme des einstigen Franziskanerkonvents durch den 
Zweig der strikteren Observanz, die "Récollets", im Jahre 160326 27. Als Philippe de 
Vigneulles im 16. Jh. den Auftritt eines Seiltänzers beim Weiler-Bettnacher 
Stadthof, der 1504 stattfand, beschrieb, sprach er noch von la Court de Viller, au¬ 
près des Cordelliers11. Ein Blick auf die Karte des mittelalterlichen Metz unter¬ 
streicht die zentrale Lage des Klosterhofs in der Mairie Porsaillis, angrenzend an 
den nordöstlichen Teil der einstigen römischen Stadtbefestigung28. Als besonders 
vorteilhaft erwies sich die Nähe zur Seille, auf der das in den Weiler-Bettnacher 
Pfannen in Marsal gewonnene Salz bis ins 14. Jh. nach Metz verschifft wurde. An¬ 
landungsort war die Saunerie im Viertel Porsaillis, von wo aus das Salz nur wenige 
Meter bis zum Stadthof transportiert zu werden brauchte29. An den Weiler- 
Bettnacher Stadthof grenzten der Hof der Zisterze Freistroff30 und ein Haus, ge¬ 
23 ADM H 1755 Nr. 3 [1186 II 14]; gedruckt bei WOLFRAM: Papsturkunden, S. 314-317 Nr. 22. 
24 ADM H 1758, fol. 9v. Vgl. daneben die Skizze der Gesamtanlage aus dem Jahre 1677, bei der v.a. 
die Erwähnung einer Kapelle Beachtung verdient; ADM H 1859 Nr. 29. 
25 Erwähnt bei J. SCHNEIDER: Metz, S. 42; BARBE, S. 352; BENDER, S. 31. 
26 BARBE, S. 352. 
27 PHILIPPE DE VIGNEULLES, Bd. IV, S. 31; HUGUENIN: Chronique, S. 645. 
Zur Lokalisierung des Franziskanerklosters und damit des Weiler-Bettnacher Stadthofs im mittel¬ 
alterlichen Stadtbild von Metz vgl. die Stadtpläne bei WICHMANN: Bedeutung, Karte 1 ("Mes im 
XIII. Jahrhundert und Metz im Jahre 1909"); J. SCHNEIDER: Metz, Beilage ("Metz vers 1400"); 
PARISSE: Remarques, S. 223, auf der Grundlage der Karte bei J. SCHNEIDER. 
29 J. SCHNEIDER: Metz, S. 12f. 
30 Eine Urkunde im Chartular von Freistroff lokalisierte 1328 den Ort sus lou mur entre l'osteil Jehan 
Ancel et la court de Villeirs (ADM H 68 Ibis, S. 133). Wohl auf ein zwischen beiden Höfen in der 
Folgezeit errichtetes Haus zu beziehen hat man die Verpachtung eines Gebäudes zwischen dem 
Weiler-Bettnacher und dem Freistroffer Stadthof 1440 (ADM H 1713, S. 64). 
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