Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Epange/Schwarzmerter/Daun(?) beweisen. Der Klosterhof in Daun wird nur in den 
elsässisch-lothringischen Ortsverzeichnissen für das Jahr 1371 als Weiler-Bett- 
nacher Eigentum ausgewiesen, ohne daß diese hierfür eine Quelle angeben73. 
Die Frage, wieviel Grangien Weiler-Bettnach auf dem Höhepunkt der Eigenwirt¬ 
schaft betrieb, läßt sich nicht schlüssig beantworten. Neben den elf in den Urkun¬ 
den Alexanders III. und Urbans III. aufgelisteten Grangien muß man mit Bibiche, 
Gondrange, Rurange-lés-Thionville und Schwarzmerter vier Höfe als gesichert an- 
sehen. Fraglich bleiben mit Altroff, Audun-le-Tiche und Daun drei weitere ver¬ 
meintliche Höfe, so daß man zu einer Zahl von 14-18 Grangien gelangt. Es bleibt 
unklar, ob all diese Grangien gleichzeitig bewirtschaftet wurden; andererseits wird 
man ihre Zahl nicht definitiv auf die genannten begrenzen können. J. Salmón wid¬ 
mete in seiner Abhandlung über die Grangien der Abtei Morimond dem Tochter¬ 
kloster eine Fußnote, in der er eine unbekannte Liste der Weiler-Bettnacher Eigen¬ 
höfe präsentierte, ohne ein Datum zu nennen, wann diese entstand. Sie zählte le¬ 
diglich sieben Grangien, nämlich "Lasenbour, Saint-Hubert, Neudlange, Eising, 
Grisprict, Bibiche et Rorlacq"74. Unbestritten sind hiervon lediglich Neudelange, 
Griesberg und Bibiche. Während "Lasenbour" und "Rorlacq" nicht zu identifizieren 
sind, läßt sich ein Klosterhof in Eizange nicht bestätigen. Vielleicht liegt ein Ver¬ 
schreiben für Epange vor. Saint-Hubert schließlich entstand 1602 auf den Funda¬ 
menten einer wüstgefallenen Siedlung neu, die nur im 15. Jh. unter der gleichlau¬ 
tenden Bezeichnung erwähnt wird, allerdings nicht in der Weiler-Bettnacher Über¬ 
lieferung75. Während die Grangienwirtschaft der Zisterzienser generell in unzähli¬ 
gen Beiträgen behandelt und für Einzelklöster konkretisiert wurde, bleibt die Frage 
unbeantwortet, welche Gründe für die Festlegung auf einen bestimmten Ort ma߬ 
gebend waren. Grundvoraussetzung war zunächst die Verfügbarkeit über zehnt- 
und vogteiffeie Allodialgüter, aber selbst dort entstanden nicht überall Höfe. Für 
Weiler-Bettnach fällt zudem auf, daß die Grangien nicht ringförmig die Abtei um¬ 
gaben, sondern daß sich mitunter regelrechte "Ballungsräume" bildeten, die dem 
einzelnen Hof gewiß nicht zur Steigerung der Prosperität gereichten. Betrachtet 
man etwa das Beispiel des 1179 und 1186 bereits erwähnten, 1330 verpachteten 
Hofs in Fürst, so erhärtet sich der Eindruck, bei der Gründung seien die vorausseh¬ 
baren wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht berücksichtigt worden. Zwar behin¬ 
derte keine andere Grangie Weiler-Bettnachs die Expansion, aber Fürst lag unmit¬ 
telbar im Zentrum des Wirtschaftsraumes der etablierten Benediktinerabteien Lü¬ 
beln und St. Nabor, die bei der Gründung der Zisterze bereits den größten Teil der 
Umgebung unter sich aufgeteilt hatten. Zudem erlebten die aus dem Hause Malberg 
stammenden Herren des nahegelegenen Faulquemont einen raschen Aufstieg, der 
möglicherweise jedoch bei der Errichtung der Grangie noch nicht abzusehen war, 
da der Ort erst in den letzten Jahren des 12. Jh. eine Mittelpunktfunktion erlangte. 
73 REL II, S. 202; ALTE TERRITORIEN II, S. 344. Im REL heißt es, der Hof sei verschwunden; 
nach ALTE TERRITORIEN wurde der Klosterhof zerstört. 
74 SALMON: Morimond, 1969, S. 113 Anm. 32. 
75 H. HIEGEL: Dictionnaire, S. 302. 
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