Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

damit zum einen Schulden bei den Lombarden32 33 abzutragen, zum andern pour la 
reparation de nostre heritages, granges et maisons qui alloient en ruine pour le fait 
de la guerre estant entre ciaulz de la citeit de Mets et le signeur de Boullay33. Die 
Geldleihe bei den Lombarden überrascht, zumal diese im Leihgeschäft lediglich 
eine sekundäre Rolle spielten34, ferner mit dem amtierenden Abt Thierry Hurel aus 
Metz ein Mann das Kloster leitete, der sicherlich über Kontakte zu einer der zahl¬ 
reichen, in Finanzgeschäften aktiven einheimischen Familien verfugte. So wird 
man davon auszugehen haben, daß es sich um Lombarden handelte, die sich unweit 
des Weiler-Bettnacher Stadthofs im Viertel Sus-le-Mur niedergelassen hatten35. 
Die Kontakte zu den Lombarden blieben bis ins 15. Jh. bestehen. Eine 1435 vom 
Weiler-Bettnacher Abt Nikolaus von Wallerfangen ausgestellte Urkunde spricht 
von der Verpfändung mehrerer sakraler Gegenstände und Bücher, die durch die 
zinslose Leihe (gratuitement presté) von 18 Pfd. 14 s. durch Nikolaus von 
Veméville ausgelöst werden konnten36. 
Für das 15. und 16. Jh., in denen die Quellen reichlicher fließen, wird immer wie¬ 
der von äußeren Bedrohungen der Abtei und finanziellen Problemen berichtet, da¬ 
neben aber auch von Maßnahmen zur Auffechterhaltung der wirtschaftlichen Kon- 
trollpraxis in und zwischen den Klöstern. 
Philippe de Vigneulles vermerkt zum Jahre 1438, am 17. Oktober seien die beiden 
Söhne der Herren von Bénestroff und Puttelange mit etwa hundert Reitern, tous al- 
lemans, nach Varize geritten, wo wohl einige bedeutende Metzer Familien die 
Herrschaft ausübten. Ein städtisches Söldnerkontingent verfolgte sie jedoch auf ih¬ 
rem Weiterzug, stellte sie zwischen der Abtei und dem etwa 3 km südwestlich ge¬ 
legenen, heute zur Gemeinde St.-Hubert gehörenden Rabas und nahm 36 von ih¬ 
nen, darunter die beiden Anführer, gefangen37. Es wird zwar nicht ausdrücklich 
von Schäden berichtet, die Weiler-Bettnach erlitt, doch liegt aus dem Jahre 1441 
ein Beschluß des Generalkapitels vor, das eine Reihe lothringischer Klöster, unter 
ihnen Weiler-Bettnach, attentis desolationibus quae occasione guerrarum ... susti¬ 
nuerunt, von der Hälfte der ihnen 1440 auferlegten Kontributionen befreite38. Wel¬ 
che kriegerischen Ereignisse diese Entscheidung veranlaßten, bleibt unerwähnt; 
32 J. SCHNEIDER: Metz, S. 284-289. 
33 ADM H 1860 Nr. 19 [1388 V 6]. 
34 J. SCHNEIDER: Metz, S. 289. 
35 Ebd., S. 287f.; allgemein hierzu DERS.: Lombards. 
36... pour racheter une chapelle d'argent, un calice, une Montrance et autres livres qu'il [= Nicole de 
Vaudrevange] avoit engagé aux Lombards de Metz; ADMM B 909 Nr. 36 [1435 IV 10]. 
37 PHILIPPE DE VIGNEULLES: Chroniques, Bd. II, S. 253f.: "Item l'an dessus dit [= 1438], le 
XVIie jour d'icellui moix d'octobre, fit une chevaulchié le filz le seigneur Jehan de BennestorfFz, et 
le filz le seigneur de Putellenge, accompaigné environ de cent chevaulx, tous allemans; et vinrent 
courrir à Warixe, qui appartenoit aux seigneurs de Metz. Et les soldoieurs d'icelle cité corurent 
après, environ LXIII chevaulx; et les poursuirent tellement qu'il furent rencontrés entre Viller 
l'Abbaïe et Rabay; et en furent XXXVI des prins, avec les deux capitenne devent dictes, et avec 
plusieurs chevaulx de scelle." 
38 CANIVEZ IV, S. 508f. (1441,42). 
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