Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

qui suivent, nous ayant à cet effet conduit dans les archives 6. Er fuhr fort, zunächst 
habe man ihm das Chartular, danach das Inventar vorgelegt. 
Ein älteres, 1560 von Thierry Alix auf Geheiß der Herzogin von Lothringen ange¬ 
fertigtes, 36 Seiten umfassendes Inventar befindet sich in Nancy in den Archives 
Départementales de Meurthe-et-Moselle7. Hier liegen ferner etwa zwei Dutzend 
Einzelurkunden zur Abteigeschichte. Die Notwendigkeit eines Verzeichnisses er¬ 
gab sich wohl aus dem Verlust eines altes Chartulars im Jahre 15528, vielleicht im 
Zusammenhang mit den deutsch-französischen Wirren um den Anspruch auf die 
Stadt Metz. Die Existenz dieses Chartulars beweist eine undatierte Nachricht, die 
auf eine Urkunde von 1534 Bezug nimmt. Matthias Moser der Alte aus Thionville 
war vor Abt und Konvent erschienen, um einen ihm 1534 verliehenen Zins unter 
Vorlage der ihm darüber ausgestellten Urkunde geltend zu machen. Zur Prüfung 
wurden in Weiler-Bettnach unsere Register und Documenta ubersehen und diesel- 
bige mit obgemeltem brieff und handtschrifft in dato XVI. aprilis des jars 1534 
conferirt9. Man wurde fündig und versicherte dem Petenten, in Zukunft der 
Zahlungsverpflichtung Folge zu leisten. Ein kleines Kopiar, das 1628 auf Geheiß 
des Weiler-Bettnacher Kommendatarabtes Franz von Lothringen angelegt wurde 
und das hauptsächlich Papstbullen beinhaltete10, ist verlorengegangen. Ergänzt 
wird die Überlieferung zur Geschichte Weiler-Bettnachs besonders durch 64 in der 
Collection de Lorraine der Bibliothèque Nationale enthaltene Urkunden, die von 
der Frühphase bis in die erste Hälfte des 14. Jh. reichen. Dabei handelt es sich 
weitgehend um Ausfertigungen. Zahlreiche Einzelstücke stammen des weiteren aus 
einer Vielzahl verschiedener Bestände der Archives Départementales de la Moselle 
in Metz, dem Landeshauptarchiv Koblenz und dem Stadtarchiv bzw. der 
Stadtbibliothek Trier. Auf die Einsichtnahme in Frage kommender Bestände in den 
Archives Municipales der Stadt Metz, v.a. der Metzer Bannrollen, wurde aus 
mehreren Gründen verzichtet. Zum einen nehmen sie ausschließlich auf Güterge¬ 
schäfte in Metz Bezug, die zudem für das 13. und das 14. Jh. bis 1338 durch die 
Editionen von Wichmann11 und Dosdat12 zu erschließen sind. Daneben würde es 
zu weit führen, wollte man alle innerstädtischen Transaktionen der Abtei aufführen 
und analysieren, zumal Bender etwa für das Jahr 1355 allein 12 Bannrolleneinträge 
ermittelt hat13. Schließlich hat dieser in seiner Arbeit über die Kloster-Stadt- 
Beziehungen der Ausrichtung Weiler-Bettnachs auf die Stadt Metz breiten Raum 
geschenkt, so daß eine erneute Präsentation des dafür relevanten Quellenmaterials 
6ADMH 1757 Nr. 22, S. 1 [1741 IV 2]. 
7 ADMM B 483 Nr. 55; s. dazu auch DUPR1EZ, S. 282. 
O 
DUPR1EZ, S. 272. Zu den Hintergründen vgl. die Ausführungen zur allgemeinen 
Wirtschaftsentwicklung der Abtei. 
9ADMH 1757 Nr. 15. 
10 DUPR1EZ, S. 284. 
11 WICHMANN: Bannrollen, 4 Bde. 
12 DOSDAT: Röles de Bans, 3 Bde. 
13 BENDER, S. 7.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.