Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

und kanonisch erfolgt sei, werde man davon auch nicht Abstand nehmen. Der Bailli 
wurde gebeten, dies zu akzeptieren et recongnaistre recepvoir, defendre et 
soustenir nostredite election canoniquement faicte, comme d'anciennete et suyvant 
la coustume inviolablement observee en lordre de nostredite maison Dieu. Den 
Brief unterschrieben sieben Konventualen, unter ihnen der Prior, was entweder auf 
eine geringe personelle Besetzung oder kein einstimmiges Votum für die 
Absendung des Briefs hindeutet. Anläßlich der Verpachtung des Weiler-Bettnacher 
Stadthofs in Trier werden 1564 immerhin 1355, in einer Aufstellung der seit 1552 
erlittenen Schäden und daraus entstandener Kosten 1572 sogar 16 Mönche 
genannt56. Möglicherweise hatten die kriegerischen Auseinandersetzungen um die 
Stadt Metz zu einer zeitweisen Verminderung der Konventsstärke geführt. 
Der Bailli intervenierte erneut bei Herzog Karl III. und bat ihn, seinen Bruder 
Christoph durch den Konvent von Weiler-Bettnach zum Abt wählen zu lassen57. 
Der weitere Gang der Ereignisse liegt weitgehend im dunkeln, zumal auch die 
Abtslisten keine zuverlässigen Daten liefern. Entweder war die Amtszeit des Jean 
Churerion von kurzer Dauer oder aber der Herzog vermochte tatsächlich, eine 
Neuwahl durchzusetzen. In jedem Fall fand dabei aber nicht der Prätendent des 
Jahres 1559 Berücksichtigung; die Wahl fiel mit Johann von Amermont auf einen 
der Unterzeichner der Petition an den Bailli d'Allemagne aus jenem Jahr. Mag die 
Intervention des Bailli in Wallerfangen auch erfolglos gewesen sein, so scheint vor 
diesem Hintergrund eine Beeinflussung der Entscheidung des Konvents zugunsten 
des Abtes Nikolaus von Wallerfangen nicht ausgeschlossen zu sein. Dies trifft um 
so mehr zu, als sich auf seinen Vorgänger Johann von Gerböviller der bemerkens¬ 
werte Zugeständnisse an den Herzog einräumende Beschluß des Generalkapitels 
von 1425 bezog58. 
Alle weiteren Nachrichten zur Abtswahl stammen bereits aus dem 17. Jh. und damit 
aus der bis zur Auflösung Weiler-Bettnachs andauernden Phase der Leitung durch 
Kommendataräbte. Dennoch folgten die Wahlvorgänge auch zu dieser Zeit den 
traditionellen Bestimmungen. Sowohl der letzte Regularabt Matthias Durrus 1614 
als auch der Kommendatarabt Edmond Lancelot 1642 legten ihr Amt nieder, 
Letztgenannter nach eigenem Bekunden incommode de plusieurs indispositions59. 
Zu dessen Wahl 1634 wird berichtet, der Konvent habe zunächst in einer Meßfeier 
um den Beistand des Heiligen Geistes gebeten und sich anschließend im Kapitelsaal 
zur Wahl versammelt60. 
55 ADM H 1854 Nr. I [ 1564 VI 20]. 
56ADMH 1756 Nr. 5. 
57 ADMM B 909 Nr. 38 [1559 X 26]. 
CO 
Zu Nikolaus von Wallerfangen und seiner Familie DICOP: Bouzonville, S. 207. 
50 Beide Hinweise in ADM H 1804 Nr. 9 (mit einer ganzen Reihe von Nachrichten zur Abtswahl und 
zur Visitation in Weiler-Bettnach). 
60 Ebd. [1634 11 25]. 
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