Full text: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel

konnte. Die entsprechenden Gebäude befanden sich derzeit noch unter Bewachung 
des internationalen Militärs. Von Sulzbach aus wurden diese Emigranten nach 
Erledigung der Paßangelegenheiten gruppenweise in Autos über die französische 
Grenze gebracht und dort vom Grenzkomitee in Forbach, Saargemünd, Teterchen 
oder Bouzonville weitergeleitet. Reichsdeutsche Emigranten aus dem Saargebiet 
kamen in ein Sammellager in Straßburg. 
Centre d'Accueil et d'Hebergement de Strasbourg (Lizé-Nord); am 4. Februar 
1935 z.B. 776 Personen (qui ne sont ni Sarrois, ni Français) aufgenommen26: 
Deutsche 
Sarrois 
Polen 
Tcheschen 
Italiener 
Luxemburger 
Schweizer 
Belgier 
Freistadt Danzig 
Franzosen 
638 
13 (nach Metz weitergeleitet) 
3 
6 
1 
1 
1 
1 
1 
2 
Von 15 weiteren Flüchtlingen von der Saar (Sarrois ou étrangers venant de Sarre) 
wurden bis 31. Juni 1935 fünf die Aufenthaltsgenehmigung erteilt, vier in die 
Schweiz abgeschoben, drei ins Département Moselle geschickt und zwei nach 
Straßburg; ein Flüchtling war verschwunden. Die Anzahl der zu betreuenden 
Flüchtlinge aus dem Reichsgebiet gab der österreichische Delegierte mit 1.270 
Flüchtlingen an, worunter sich 146 schon früher aus Frankreich Ausgewiesene be¬ 
fänden; sie waren mit anderen Papieren zu versorgen und nach Belgien, Holland27 
und der Schweiz weiterzuleiten. Die KPD hatte nach eigenen Angaben 1.900 
Flüchtlinge aus dem Reich im Saargebiet. Ein Großteil von ihnen sollte, mit fal¬ 
schen Papieren versehen, ins Reich zurückkehren, um an der illegalen Arbeit teil¬ 
zunehmen28. 
26 
Arch. du Bas-Rhin in Straßburg, Versement D 460, paquet 6, Nr. 42; gleiche Angaben in AL 98, 
688/3. 
27 Holland hatte nach der Abstimmung verschärfte Grenzkontrollen im Hinblick auf Saaremigranten, die 
über Belgien einreisten, angeordnet: Sehr, der Deutschen Gesandtschaft in Den Haag an das AA v. 
14.1.1935. AA...betr. Pol. Angelegenheiten des Saargebietes, adhoc Emigranten, Bd. 4. 
2^ Bericht der Gestapo Berlin an Gauleiter Bürckel, Das AA und den RMdl v. 27.1.1935. AA~.betr. Par¬ 
teien, Bd. 15, Für die illegale Tätigkeit spreche z.Zt. auch der Umstand, daß sich eine Anzahl bedeuten¬ 
der Parteifiinktionäre, wie Niebergall, Bäsel, Merkel noch in Saarbrücken aufhielten; auch Fritz Pfordt, 
der Führer der Einheitsfront der KP, der sich zuerst nach Paris begeben hätte, sei im Saargebiet wieder 
aufgetaucht. Siehe unten den Bericht der Gestapo v. 4.2.1935. Zur illegalen Tätigkeit der KP und der 
Kommmunistischen Jugendverbände s. den Ber. v. 15.10.1935 f. d. Monat September. LA 
Saarbrücken, Best. Gestapo Saarbrücken, Nr. 28. 
418
	        

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