Full text: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel

des Bundes an der Saar waren die Studenten der Höheren Technischen Lehranstalt 
in Saarbrücken. 
Der Gauführer der studentischen Bewegung. Dörr, nahm ebenfalls an der Eröff¬ 
nung teil, zum neuen Fachschulgruppenführer wurde Kuntz ernannt. War z.B. für 
Abiturientinnen gemäß der Verfügung des Reichserziehungsministers vom 7. 
März 1935 die Teilnahme am Frauen-AD Voraussetzung zur Studiumaufnahme, 
wobei sogar dienstuntaugliche Arbeitsdienstlerinnen nicht freigestellt wurden, 
sondern zu einem Dienst in der Organisation des Arbeitsdanks verpflichtet wur¬ 
den, bevor sic ihr Studium aufnehmen konnten75, so galt jetzt eine Mitgliedschaft 
im NSDStB als Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Studienverlauf. 
NS-Frauenschaft 
Eine nicht zu unterschätzende Fortsetzung der Kinder- und Jugenderziehung 
durch staatliche Organisationen lag in der Einbindung der erwachsenen Frauen in 
die Parteigliederung der NS- Frauenschaft oder den angeschlossenen Verband des 
Deutschen Frauenwerks. Vor der Rückgliederung beschränkte sich diese Tätigkeit 
auf die Betreuung und Verpflegung der "im Kampf um die Straße stehenden SA- 
Männer"; unterstützt wurden solche Aktionen auch von anderen Frauenverbänden, 
wie der Frauenorganisation "Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz"; 
Leiterin der weiblichen Hilfskräfte im Saargebiet war Gräfin Sierstorpff, Tochter 
des Saar-Stahlproduzenten Karl Ferdinand Freiherr von Stumm. Am 1. März 1935 
begann im Saarland der Organisationsaufbau mit dem Ziel der Mütterschulung, 
mit Kursen in der Haus- und Volkswirtschaft sowie mit der Betreuung und Ver¬ 
pflegung von Wöchnerinnen. Der Nachwuchs rekrutierte sich direkt aus dem BDM 
nach dem Erreichen des 21. Lebensjahres des Mitgliedes. 
Im Herbst 1935 war der Zusammenschluß aller Frauenverbände im "Deutschen 
Frauenwerk" unter der Leitung der ReichsfrauenfUhrerin seit 1934, Gertrud 
Scholtz-Klink, nahezu abgeschlossen, mit Ausnahme der kirchlichen Frauenver¬ 
eine der katholischen Konfession76; somit gehörte jede Frau als Mitglied einer 
Frauenorganisation zuerst einmal dem Frauenwerk an. Dahingegen wurden in die 
NS-Frauenschaft (als Parteigliederung) nur ausgewählte und verdiente Mitglieder 
der Partei aufgenommen. An der Saar hatte Reichskommissar Bürckel dem Deut¬ 
schen Frauenwerk die Aufgabe gestellt, die Kinder im Alter zwischen sechs (vier) 
und zehn Jahren zu erfassen und für das Jungvolk und die Jungmädel schaff vorzu¬ 
bereiten. Die Kinder hatten wöchentlich einen Gruppennachmittag von zwei Stun¬ 
den, wobei sie von den Frauen und Mädeln des Deutschen Frauenwerks 
(Junglehrerinnen, BDM-Mädel über 18 Jahren) betreut wurden; Pimpfe und 
Jungmädel standen als Spielführer zur Verfügung. Wohl aufgrund von Einwänden 
gegen eine allzu frühe staatliche Erfassung der Kinder wurde von Wambsganß am 
5. Oktober 1935 diese Gründung einer "Deutschen Kinderschar" lediglich als 
"soziale Hilfsmaßnahme zur Arbeitsentlastung bedürftiger Mütter und zur Erfas¬ 
75 Ebd. Nr. 70 v. 2.3.1935. 
76 NSZ-Rheinfront Nr. 227 v. 28.9.1935. 
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