Full text: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel

Westmark (Sitz: Neustadt a.d.W.)31 
Zum Gau gehörende Verwaltungs¬ 
gebiete 
Fläche in qkm Gebiets¬ 
stand 1.1.1943 
Einwohner 1939 
Saarland 
1.924,78 
842.554 
Vom Land Bayern Reg.Bezirk Pfalz 
5.492,33 
1.049.786 
Lothringen, 8. März 1936 
6.229,31 
696.246 
Gau Westmark ca. 
13.646,42 
2.588.486 
Sicherlich hatten zahlreiche Parteigenossen sich Hoffnung auf ein Amt bzw. einen 
privaten Aufstieg aufgrund ihrer Tätigkeit vor der Abstimmung gemacht und be¬ 
reits nach dem 13, Januar 1935 ihre Verdienste bei der Parteileitung lobend her¬ 
ausgestellt. Doch bereits am 30. Januar veröffentlichte Bürckel in der Presse seine 
Einstellung zu solch "verdienten" Parteileuten: "Ich teile mit, daß alle die, die sich 
auf diesem Gebiet (der Selbstanbiederung, d. Verf.) bis heute betätigt haben, weder 
in die Partei kommen, noch mit irgendeiner Aufgabe betraut werden."31 32 Diese 
Nicht-Verwendung sollte auch für den Verwaltungsbereich und das Wirtschaftsle¬ 
ben gelten. 
Selbst was die Mitgliedschaft in der NSDAP anbelangte, so war gemäß der Be¬ 
kanntmachung der Gauleitung der NSDAP Pfalz-Saar im März 193533 eine frühe¬ 
re Mitgliedschaft erst dann wieder gültig, wenn das Mitglied von der Gauleitung 
Pfalz-Saar eine neue Mitgliedskarte erhalten hatte; dies galt auch für diejenigen, 
die bis zur Gründung der Deutschen Front Aufnahmescheine eingereicht bzw. im 
Laufe des Aufbaues solche eingereicht hatten. Es gab also im Saarland (am Tage 
der Rückgliederung/1. März 1935) keine formellen Parteimitglieder. Die Aufnah¬ 
me in die Partei wurde in folgender Reihenfolge vorgenommen: 
a. Ehemalige Parteigenossen, die vor dem 30. Januar 1933 in der Partei waren 
und bereits eine Mitgliedskarte besaßen34 (ca. 2.500 Mitglieder). 
b. Bewerber, die bis zur Gründung der Deutschen Front (1. März 1934) Mitglied 
waren bzw. ihren Aufnahmeantrag gestellt hatten (ca. 30.000 Mitglieder). 
c. Die Führer der Deutschen Front, die weder früher Mitglied waren, noch bis 
zum 1. März 1934 einen Aufnahmeantrag gestellt hatten. 
Erst nach Aufnahme dieser Bewerber sollte die weitere Aufnahme in die Partei an 
der Saar erfolgen, wobei keine Ausnahmeregelungen gelten sollten bzw. jeder Par¬ 
31 
Amtl. Gemeindeverzeichnis für das Großdeutsche Reich aufgrund der Volkszählung 1939, S. 34. 
32 
Hier: Saar- und Blies-Zeitung Nr. 25 v. 30.1.1935: "Das Gesetz über die vorläufige Saar-Verwaltung", 
Untertitel: "Gegen Postenjäger und Konjunkturritter". 
33 
Bekanntmachung der Gauleitung der NSDAP Pfalz-Saar: Amtsblatt des Reichskommissars, Nr. 5, S. 
24f. (27.3.1935). Ebenso: Gauorganisationsamt des Gaues Pfalz-Saar (Hg.), Dienstvorschrift, S. 16 u. 
NSZ-Rheinfront Nr. 68 v. 21.3.1935. 
34 tm 
Die 1. Gruppe war bis 1.1.1936 durch Anordnung des Gauleiters in den Vollbesitz ihrer Parteirechte 
und -pflichten geführt. Vgl. C. Groten, Die Rückkehr, S. 387. 
349
	        

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