Full text: Migration und Urbanisierung

Ergänzend sei angeführt, daß Maistatt-Burbach Ende des Jahres 1898 bei einem 
Wanderungsaufkommen von 350 Personen pro 1000 Einwohner auf einen Wanderungs¬ 
überschuß von 23 Promille bzw. 2,3 Prozent seiner Bevölkerungszahl blicken konnte, 
während sich die Stadt 
Esch bei einer vergleich¬ 
baren Mobilitätskennziffer 
von 361 im Jahre 1904 mit 
einem Wanderungsdefizit 
von 2,6 Prozent (WSKZ: 
26) abfinden mußte. 
(Tab.7) 
Insgesamt erlangten diese 
beiden Gemeinden wäh¬ 
rend der gesamten Unter¬ 
suchungsperiode (1860- 
1909) im Schnitt ansehnli¬ 
che 18 Promille Migra¬ 
tionsgewinn jährlich auf 
saarländischer bzw. 21 Promille auf luxemburgischer Seite.14 Malstatt-Burbach konnte 
auch hier mit einem Zuzugsüberschuß von 14 Neubürgem auf 1000 Ortsansässige (1900- 
1909) den Standard deutscher Großstädte halten und rangierte u.a. vor Altona (+13), Köln 
(+12), Essen (+11) und Duisburg (+10).13 
Die Bedeutung der Migrationsbewegungen für die Gesamtbevölkerungsentwicklung der 
Städte erhellt die Tatsache, daß sich exakt die Auf- und Abschwungphasen, welche bei 
der exemplarischen Betrachtung der jährlichen Zuwachsraten von Malstatt-Burbach und 
Esch lokalisiert werden konnten (Abb.3), bei den fortgeschriebenen Wandcrungssal- 
dokennziffem (WSKZ) wiederfinden. Dies betrifft sowohl die Abfolge als auch die Höhe 
der Ausschläge der WSKZ-Kurve. (Abb.4) Die erheblichen Bevölkerungszuwächse der 
ersten Periode (1860-1875) wurden demnach offensichtlich von den durchweg hohen 
Abb. 4 : Wanderungssaldo-und Mobüitätskennziffem für Mal- 
statt-Burbach 1860-1909 
14 Da es sich bei der ermittelten jährlichen Gesamteinwohnerzahl sowie den standesamtlich beleg¬ 
ten Geburten- und Sterbeziffern um recht präzise Zahlenangaben handelt, können die Wande¬ 
rungsbilanz und die davon abgeleitete Wanderungssaldokennziffer ebenfalls - und zwar über 
die gesamte Untersuchungsperiode - Anspruch auf Zuverlässigkeit erheben, weil sich die Wande¬ 
rungsbilanz errechnen läßt aus der absoluten Bevölkerungsbüanz abzüglich der natürlichen 
Bevölkerungsbilanz, welche hier als Reproduktionsbilanz bezeichnet wird. (Tab.6) Eine gewisse 
(vernachlässigbare) Fehlerquote ergibt sich aus dem Anteil in den zeitgenössischen Dokumenten 
aus erklärlichen Gründen nur unzulänglich dokumentierter, verelendeter vagabundierender 
Bevölkerungsteüe. 
u Vgl. Heberle/ Meyer, Großstädte, S.119. 
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