Full text: Migration und Urbanisierung

ANHANG A * Das Stichprobenverfahren 
keine Erkenntnisse über die Proportionen in der Grundgesamtheit, geht man von der "un¬ 
günstigsten" Verteilung aus, bei der genau 50 Prozent der Daten eine bestimmte Werte¬ 
ausprägung aufweisen, welche bei den anderen 50 Prozent der Daten nicht anzutreffen 
ist, also dem Faktum der größtmöglichen Variabilität bzw. des größtmöglichen Standard¬ 
fehlers. Daneben wurde eine 95prozentige Sicherheit vereinbart, so daß die Ergebnisse 
der Stichprobenziehung innerhalb eines dreiprozentigen Konfidenzintervalls zu liegen 
kamen. D.h. bei 95 von 100 Samples sollte ein auswahltechnisch ermittelter Wert um 
nicht mehr als drei Prozent vom real in den Melderegistem auszählbaren Wert ab¬ 
weichen.7 Aufgrund dieser Prämissen ergab sich eine erforderliche Stichprobengrund¬ 
größe von 1.069 Datensätzen.8 
Zum Vergleich: eine einprozentige Genauigkeit hätte bei ebenfalls 95prozentiger Sicher¬ 
heit den notwendigen Stichprobenumfang auf 9.615 Datensätze angehoben, bei der auch 
üblichen 99prozentigen Sicherheit gar auf 16.666 Datensätze. 
In der Erhebungspraxis wurden, nachdem die Stichprobengröße feststand, die zu einer 
Untergesamtheit gehörenden, zumeist chronologisch geordneten Meldeeinträge gelegent¬ 
lich über mehrere Folianten hinweg laufend durchnumeriert und die daraufhin durch einen 
Zufallszahlengenerator ermittelten Registereinträge erhoben. Bezüglich der Volkszäh¬ 
lungen wurde ein analoges Verfahren angewandt.9 
7 Vgl. ebda., S.161 ff., Formel 3 und 4. Die Vereinbarung einer 95prozentigen Sicherheit (con- 
fident level), d.h. einer mittleren Normalabweichung (normal deviate) von 1,96 Standardabwei¬ 
chungen, ist neben der Parametrisierung von 99 Prozent die in den Sozialwissenschaften geläufig¬ 
ste. "The two confident levels most usually adopted are those of 95 per cent and 99 per cent 
certainty" (S.156). 
8 Dies ergibt sich aus dem bisher Gesagten folgendermaßen: a) erwünschte Sample-Varianz 
V=32/l,962=2,34; b) erforderliche Stichprobengröße n=(50*50)/2,34=1.069. Dieser Wert ist im 
Prinzip unabhängig vom zahlenmäßigen Umfang der Grundgesamtheit, kann jedoch, falls die 
Stichprobe mehr als 20 Prozent (ein Fünftel) derselben ausmacht, nach unten korrigiert werden. 
Vgl. ebda, Formel 6. 
9 Im Falle der Malstatt-Burbacher Kreis-Melde-Kartei mußten 1.069 repräsentative Meldefälle 
für den Zeitraum 1901 bis 1909 aus der etwa 357.000 Blätter mit zirka 600.000 Menschen in 
2.102 Kartons umfassenden Gesamtkartei für die Jahre 1901 bis 1935 ausgewählt werden. Hierzu 
wurde zuerst in einem Testlauf eine Durchschnittszahl von ungefähr 20 Meldefällen für die Jahre 
1901 bis 1909 in jedem der durchschnittlich 170 Blätter umfassenden Kartons ermittelt. Daraufhin 
wurden 53 der laufend durchnumerierten und alphabetisch sortierten Kartons mit Hilfe des 
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