Full text: Geschichte der saarländischen Steinkohlengrube Sulzbach-Altenwald

1957 noch einen Anteil von nur 4,4 % an der gesamten Kohlegewinnung gehabt, so lag 
ihr Anteil drei Jahre später schon bei 43,4 %.6 
Dem stand die Tatsache gegenüber, daß, wie es im Hauptverwaltungsbericht des Ober¬ 
bergamtes Saarbrücken für das Jahr 1959 heißt,7 „der Steinkohlenbergbau des Saarlandes 
sich seit dem Vorjahr in der allgemeinem europäischen Strukturkrise dieses Wirtschafts¬ 
zweiges befindet. Für ihn galt es, sich der ... rückläufigen Absatzlage nach Möglichkeit 
anzupassen. Die Bestrebungen gehen dahin, die Haldenbestände ... nicht zu hoch an- 
wachsen zu lassen, und andererseits Feierschichten infolge Absatzmangels einzudämmen, 
um die leistungsfähigen Jahrgänge der Belegschaft dem Betrieb zu erhalten und Abwan¬ 
derungen zu vermeiden. 
Dies Problem konnte noch nicht in einem befriedigenden Umfang gelöst werden. Tatsäch- 
lich haben sich die Haldenbestände um 0,55 Mio. to auf 1,45 Mio. to erhöht, und 20 Fei¬ 
erschichten mußten im Laufe des Jahres auf allen Gruben der Saarbergwerke AG. einge¬ 
legt werden. In Verfolg der oben genannten Ziele mußte sich der Steinkohlenbergbau be¬ 
mühen, die Förderkapazität in Anpassung an die verringerte Aufnahmefähigkeit des 
Marktes zu vermindern. Betriebsstillegungen, Betriebseinschränkungen und -Zusammen¬ 
legungen waren die Folge. Neueinstellungen wurden unterbunden, die Abgänge jedoch 
auf freiwillige Abkehr und natürliches Ausscheiden (Pension, Tod) beschränk):, um 
Härten zu vermeiden“. 
In diesem Zusammenhang wurde die zur Direktion Bexbach gehörende Grube St. Barbara 
stillgelegt, der Betrieb auf der Grube Viktoria stark gedrosselt; ferner wurden die „bisher 
selbständigen Gruben Maybach und Mellin-St. Ingbert zu einem Betrieb unter der Be¬ 
zeichnung „Grube Maybach“ zusammengefaßt. Die Betriebsabteilung St. Ingbert wurde 
dabei Ende des Jahres endgültig stillgelegt“. Zwei Jahre später, 1961, fiel auch die Grube 
Mellin den Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer: die Förderung aus dem Felde 
Mellin hörte auf, einen Teil übernahm die vorübergehend wieder eröffnete Grube Alten¬ 
wald, bis auch hier 1964 die Förderung definitiv gestundet wurde, 
6 ebenda, Nr. 15, p. 32; Nr. 18, p. 47. 
7 ebenda, Nr. 17, p. 14 ff. 
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