Full text: Geschichte der saarländischen Steinkohlengrube Sulzbach-Altenwald

und Kohlenstaubexplosion vom 25. Oktober 1930 auf Maybach erschreckend deutlich, 
die 98 Tote und 23 Verletzte forderte.3 
Die Elektrifizierung wurde auch unter französischer Verwaltung weiter vorangetrieben: 
die Grube Altenwald erhielt 1927/28 eine neue, moderne elektrische Fördermaschine, 
nicht zuletzt auch zum Wohle der rauchgeplagten Anwohner von Altenwald; an den Mel¬ 
linschächten wurden die Feuerungsanlagen modernisiert und erweitert. Weitere techni¬ 
sche Verbesserungen bestanden in der Einführung von Grubenwagen aus Eisenblech an¬ 
stelle der bis dahin ausschließlich hölzernen Wagen; der Transport unter Tage wurde ver¬ 
mehrt mit Hilfe von Benzol-Lokomotiven durchgeführt anstelle der Pferdeförderung. Die 
Mellinschächte erhielten in der 5. Sohle zur Verbesserung der Wasserhaltung eine neue 
Pumpe mit einer Leistung von 5 m3 pro Minute zu den zwei vorhandenen, die je 3,5 m3 
leisteten. 
Die Förderung kam in den ersten Jahren der französischen Verwaltung nur schleppend in 
Gang, sie blieb bis 1923 weit hinter dem Vorkriegsniveau zurück, obwohl die Belegschaft 
im Jahre 1920 um 1000 Mann oder 22 % größer war als im Jahre 1913. Worauf das zu¬ 
rückzuführen war, ist schwer zu sagen, doch läßt sich die niedrige Förderleistung aus der 
relativ schwachen Nachfrage, der Umorientierung des Absatzes auf den französischen 
Wirtschaftsraum allein kaum erklären. Man wird vielmehr auch berücksichtigen müssen, 
daß während des Krieges die Aus- und Vorrichtungsarbeiten fast völlig ausgesetzt worden 
waren, so daß diese nach dem Kriege verstärkt betrieben werden mußten, was auf Kosten 
Jahresförderung4 
Jahr 
Mellin 
to 
Altenwald 
to 
Insgesamt 
to 
1920 
334413 
575 848 
910261 
1921 
301418 
528129 
829547 
1922 
319926 
613180 
933106 
1923 
278647 
501883 
780530 
1924 
420237 
762840 
1183077 
1925 
381734 
696478 
1078212 
1926 
415671 
752663 
1168334 
1927 
422932 
675398 
1098330 
1928 
391212 
589795 
981007 
1929 
389503 
625151 
1014654 
1930 
373891 
565228 
939119 
1931 
323048 
471963 
795011 
1932 
289941 
1734045 
463345 
3 LAS, Best. 564, Nr. 2315, p. 82. 
4 Die in den Akten überlieferten Förderziffern differieren teilweise nicht unerheblich, ohne daß er¬ 
sichtlich, worauf dies zurückzuführen ist. Die hier wiedergegebenen Daten finden sich in: LAS, 
Best. 564, Nr. 2320, p. 33. 
5 Bis 30. Juni, dem Datum der Stillegung. 
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