Full text: Die Tholeyer Abtslisten des Mittelalters

Die aus Tholey übersandte Liste ist uns nicht erhalten. Jedoch besitzen wir aus 
dem ehemaligen Tholeyer Pfarrarchiv77 eine Liste des 18. Jahrhunderts (G), die F 
so ähnlich ist, daß wir nicht daran zweifeln können, daß sie in einer nahen geneti¬ 
schen Beziehung zu F steht. F und G teilen die gleichen singulären Lesungen: 
Nr. I Wendalinus 
III Rodingus 
IV Chroduinus 
XIII Annodo 
XXX Berengarius 
F und G haben an genau gleicher Stelle die bereits charakterisierten Einschübe von 
undatierbaren Äbten, die man im Nekrolog fand. Freilich kann F nicht direkt aus 
G stammen, da G weiter als F, bis zum Tode des Maximinus Motte im Jahre 1768, 
führt. Andererseits kann G nicht aus F stammen. So hat G beim Todesjahr des Ab¬ 
tes Gralinger die richtige Jahreszahl 1717, F hat in 1712 verlesen. Auch die Notiz 
zu Wendalinus (Nr. I) zeigt die Priorität von G, während F aus anderen Quellen 
(D) die Notiz erweitert: 
G 
F 
I. S. Wendalinus, spretus purpuris ex 
illustrissimi Regis Scotorum filio fit 
subulcus post opilio, Eremita deni¬ 
que abbas hujus loci, obiit anno 
Christi 617. Ante et post mortem 
miraculis hujusque claret. 
I. 5. Wendalinus, Scottus, et quidem 
stirpe, ut tradunt, regali, spretis seculi 
honoribus, in Galliam transmeavit. 
Illic factus subulcus, post opilio, tum 
eremita, postquam apud Trevirenses 
aliquandiu delituit, adscitus est ad 
regendum Theolegiense monasterium 
Obiisse dicitur circa annum 650, ante 
et post mortem miraculis hucusque 
clarus; colitur 21 Octobris. Locus 
ejus sepulturae originem dedit oppi¬ 
dulo ejus nominis prope monasterium. 
77 Abteiarchiv Tholey, Pfarrarchiv, Faszikel Theologium. Die Liste hat am Schluß von der 
Hand des Kopisten oder Notars Bauer folgende Notiziöowr copie conforme d 1'original 
trouve dans les papiers de l’abbaye. Ich habe der Abtei Tholey für das Entgegenkommen 
zu danken, mir eine Kopie der Abtsliste zu überlassen. 
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