Volltext: Beiträge zur Geschichte der frühneuzeitlichen Garnisons- und Festungsstadt

Fürst gewesen ist und sich in der Frage der Sanierung auch sehr eindeutig geäußert hat 
zugunsten der Ärmsten dieser Stadt. Aber auch hier steht das Interesse des Landes¬ 
herrn, seine Residenz zu erweitern, ganz im Vordergrund. Die Gründung der Neustadt 
ist letztlich aus ästhetisch-planerischen Motiven entstanden, um sein Residenzschloß, 
das ziemlich locker in der Landschaft südlich vor den Bastionen lag, in ein städtisches 
und landschaftlich geplantes Gefüge einzubinden. Er hat sich beispielsweise ein zehn 
Meter hohes Gerüst an die Stelle dieses Schlosses bauen lassen, um die Aussicht in die 
Rheinlandschaft vor Ort zu erkennen und danach zu bestimmen, wo der Mittelrisalit 
seines Schlosses hingehörte. Die Öffnung für die Stadt ist nur sekundär; die Gründung 
der Neustadt wird allerdings im Gründungsedikt auch damit begründet, daß er für 
seine Beamten, die er aus dem gegenüberliegenden Ehrenbreitstein nach Koblenz zie¬ 
hen ließ, nun Bauraum schaffen wollte, damit diese sich Häuser bauen könnten. Aber 
die wenigsten Beamten hatten genügend Geld, um sich im Neustadtgebiet anzusiedeln. 
Wir haben hier eine echte soziale Mischung, wie sie auch in der Stadt vorlag. Bei der 
Öffnung der Festungen Bonn und Koblenz können wir also keine primär aufkläreri¬ 
schen Ziele feststellen. 
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