Full text: Landesherr und Landesverwaltung

Deshalb stellte er sich unter den Schutz Preußens, das mit Frankreich verhan¬ 
delte, und bat den preußischen König, ihn in dessen Friedenspläne 
einzubeziehen420. 
Am 5. April 1795 Unterzeichneten Hardenberg und Barthélemy den Separat¬ 
frieden von Basel421, der den Krieg nicht nur für Preußen, sondern auch für 
weite Teile Norddeutschlands beendete. In diesem Vertrag war zwar nur von 
dem vorläufigen Verbleiben der französischen Truppen in den linksrheinischen 
preußischen Besitzungen bis zu einem Reichsfrieden die Rede; ein Geheimarti¬ 
kel sah jedoch bereits für den Fall ihrer Abtretung eine ausreichende Entschä¬ 
digung für Preußen vor - durch die Säkularisation geistlicher Staaten422. Pfalz- 
Zweibrücken blieb nur noch die Hoffnung, beim Zustandekommen eines „allge¬ 
meinen Friedens" für sein verlorenes Territorium eine Entschädigung rechts 
des Rheins zu erhalten423. Hardenberg, der den Vertragstext an Salabert über¬ 
mittelte, empfahl diesem deshalb, sogleich einen Gesandten nach Basel zu 
senden, der dort die Interessen von Pfalz-Zweibrücken vertreten sollte424. Da 
Salabert - wie Hardenberg ausführte - wegen seiner Eigenschaft als Geistlicher 
und vor allem als Franzose in Basel nicht erwünscht sei, wurde Cetto für diese 
Aufgabe ausgewählt425. 
Während man sich in Regensburg mit der Bestellung und Instruktion einer 
Reichsfriedensdeputation beschäftigte, hatte Frankreich den allgemeinen 
Waffenstillstand, der von Hardenberg gewünscht worden war, abgelehnt426. So 
blieb es nur bei dem Sonderfrieden für Preußen; seinem Beispiel folgte später 
der Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel427. Im September 1795 berichtete 
Cetto aus Basel, daß nun auch Württemberg Friedensverhandlungen mit den 
Franzosen aufnehme428. Nach seiner Meinung sei dies die einzige Möglichkeit 
420 Max Joseph an Friedrich Wilhelm II. (undatierter Entwurf). BayHStA München K.bl. 
420/1. 
421 Siehe dazu hammermayer, Bayern im Reich und zwischen den großen Mächten, S. 
1058. 
422 Siehe dazu adalbert prinz von Bayern, Max I. Joseph, S. 260. 
423 Ebda., S. 259 f. 
424 Hardenberg an Salabert, Basel 14,5.1795. BayHStA München K.bl. 197/11, fol. 16, 19, 
25-27. 
425 Siehe dazu Projet d'instructions pour le plénipotentiaire de Deux Ponts à l'occasion des 
négociations de la paix. BayHStA München K.bl. 197/12, fol. 6-17. Vgl. dazu auch 
ADALBERT PRINZ VON BAYERN, Max I. Joseph, S. 261. 
426 Inzwischen waren trotz des Waffenstillstandes die Kämpfe außerhalb der im Baseler 
Frieden festgelegten Demarkationslinie weitergegangen. 
427 Siehe zur politischen Lage adalbert prinz von Bayern, Max I. Joseph, S. 260 ff. 
428 Cetto an den Herzog, Basel 14.9.1795 (Konzept). BayHStA München K.bl. 197/12a. 
Bei der Ausübung seiner Tätigkeit wurde Cetto wiederholt behindert, weil Salaberts 
Anweisungen zum Teil den pfalz-zweibrückischen Interessen zuwiderliefen. Statt 
Instruktionen und Antworten auf seine Fragen erhielt Cetto nur Vorwürfe, weil er auf 
Ehren und Titel des Ministers nicht genügend geachtet habe. 
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