Full text: Die Bauernwirtschaften des Fürstentums Nassau-Saarbrücken im 18. Jahrhundert

zu versumpfen und leiden an „stockender Nässe“40. Dazwischen treten immer wie¬ 
der einzelne Inseln von mehr oder weniger starken Mischungen mit Sand auf41. Wäh¬ 
rend z.B. der Quierschieder Boden mit Kieselsäure versetzt ist, die den Boden 
nährstoffarm macht, enthält der des Köllertales Glimmer, durch den die Acker¬ 
krume fett wird42. Wie uneinheitlich die Böden auch in diesem Gebiet ausfallen, 
zeigen die Verhältnisse in Quierschied, das durch das Holzer Konglomerat von 
beiden Karbonschichten etwas abbekommen hat: „Wer aufmerksam den Boden 
betrachtet .., wird ... Schieferton, grauen Sandstein, Konglomerat und hie und 
da auch Tonschiefer (antreffen). An drei bestimmten Stellen ist auch Buntsandstein 
festzustellen. Die graue Erde der besseren Felder besteht aus Schieferton. Die mage¬ 
ren Felder sind entweder sandig oder steinig. Hat der Sand von Natur aus eine 
dunkle Farbe, so handelt es sich um alten Kohlensandstein“43. 
In nordöstlicher Richtung läuft der graue Sandstein an der Oberfläche fort; der 
Glimmer bleibt erhalten und löst sich zu kräftigem Tonboden auf, der dann in 
der Regel noch die erforderliche Mischung mit Sand enthält und durch die Oxy¬ 
dierung der im Sand enthaltenen Eisenteile eine rote Farbe annimmt44. Diese Böden 
„zählen zu den ertragreichen und bilden die Grundlage für ein gutes Agrarland öst¬ 
lich und westlich Ottweiler mit flachwelligen Oberflächenformen, geringem Wald¬ 
bestand, aber ausgedehnten Ackerfeldern auf den sanften Hängen und gesunden 
Wiesen in den breiten Muldentälern“45. 
Eine Ausnahme bildet die Meierei Stennweiler. Hier ist der Kohlensandstein lehmig 
oder tonig, mager und gelbgrau46 und leidet infolge großer Zähigkeit an stauender 
Nässe. In der Meierei Wiebelskirchen tritt sandiger Lehm mit Kalk, ja ausgespro¬ 
chener Sandboden zutage47. H. Schneider weist noch auf die besondere Lage in 
Fürth hin, dessen Äcker tonig-lehmige Böden besitzen mit wesentlich höherer 
Fruchtbarkeit als die der westlichen Nachbarn48 49. 
Die nördlichen Randgemeinden des Oberamtes Ottweiler und der überwiegende 
Teil der Meierei Falscheid befinden sich bereits im Bereich des Rotliegenden (Le- 
bacher und Kuseler Schichten), das sich bei Remmesweiler keilförmig in die Ott¬ 
weiler Schichten bis Steinbach hinüberschiebt, um in den Gemarkungen der beiden 
Linxweiler in weitem Bogen dem Spiemont, einem Ergußgestein, Platz zu machen. 
Die Böden werden von „roten Konglomeraten, tonigen Sandsteinen und Schiefer¬ 
tonen mit vereinzelten Kalkbänken der Kuseler und Lebacher Schichten aufge¬ 
baut“40. 
40 O. Beck, a.a.O., S. 367. 
41 N. Gräber, Die Lage der Landwirtschaft in der saarländischen Bürgermeisterei Heus¬ 
weiler, Diss. Freiburg 1931, S. 4. 
42 W. Martin, a.a.O., S. 11. 
43 Ebenda, S. 10. 
44 O. Beck, a.a.O., S. 368; wörtlich bei E. v. Schlechtendal, a.a.O., S. 35 und A. Scholl, 
a.a.O., S. 18. 
45 A. Hock, a.a.O., S. 786. 
46 Nach E. v. Schlechtendal, a.a.O., S. 35. 
47 A. Scholl, a.a.O., S. 18. 
48 H. Schneider, a.a.O., S. 69. 
49 Ebenda, S. 62. 
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