Full text: Die Bauernwirtschaften des Fürstentums Nassau-Saarbrücken im 18. Jahrhundert

für die Unterhaltung der Soldaten aufkommen müßten30. Kaum zehn Jahre später 
gaben die Bauern an, daß die Landgelder die Untertanen gar sehr drücken, obwohl 
sie schon einigemal verringert worden31. Sie verlangten eine bessere Einsicht und 
eine Spezifikation zu Anfang des Erhebungsjahres. 
Die unnachgiebige Haltung des Fürsten bekamen die Einwohner von Dudweiler 
und Sulzbach zu spüren, die wegen ausstehender Landgelder 1767 dadurch schnell¬ 
stens zur Begleichung ihrer Schuld gebracht werden sollten, daß man bei einigen 
Bauern mit Viehpfändungen begann32. Auf die Beschwerde von 1776 sollte das 
Landgeld durch eine Verminderung der Soldaten gesenkt werden33. In den Be¬ 
schwerden von 1789 standen die Landgelder an erster Stelle der Liste34; die kurze 
Zeit bis zur Revolution brachte jedoch keine bedeutsame Änderung mehr. 
Gütersteuer 
Die Gütersteuer belastete Haus- und Grundbesitz der Bauern und löste die folgen¬ 
den Abgaben ab, die durch veraltete Register und Erhebungstechniken zu vielen 
Streitereien geführt hatten: 
Grafschaft Saarbrücken35: Schaftfrüchte (Weizen, Korn, Hafer), Schaftgeld, 
Schatzung, Weinfuhrgeld, Ackerland- und Wiesen- 
zins, Jagdrecht und Maulzins (Köllertal) 
Oberamt Ottweilcr36: Schatzungsgeld, Frongeld, Rauch- und Schaftkorn, 
Schafthafer, Fronheu 
Ober-und Mittelbexbach37: Wiesenzins, alte Schatzung, Frongeld vom Fuhr- 
vieh, Schaftgeld, Schaftkorn und -hafer 
Schaftkorn und -hafer, Wiesenzins, Beitrags- und 
Amtskassageld, Fouragegelder 
Niederbexbach37: 
30 LA SB, Best. 22 Nr. 2273, S. 74 f.: . . . anders wir durch alleinige Bestreitung der 
Landgelder, da wir schon auf dem Ruin stehen, nicht gänzlich verderben und nieder¬ 
geworfen werden mögen; wie wir auch nicht unterlassen . . . vorzutragen, daß das 
hiesige Amt seit 1716 dero Soldaten ganz allein die Montur und ihre übrige Ver¬ 
pflegung hat bezahlen müssen, da wir doch der untertänigen Hoffnung leben, daß 
dero übrige Utitertane?i diesseits des Rheins ihr Anteil nach Proportion zu tragen 
angehalten werden können. 
31 LA SB, Best. 22 Nr. 2461, S. 22; Jahr 1731. 
32 LA SB, Best. 22 Nr. 30371, Bl. 36 ff. Die Steuerschulden bewegten sich zwischen 
15 Gulden und 2 Albus, die Pfandschaften bestanden in Kühen und Schweinen. 
. . . von den Geldern stehen annoch in der Meierei Dudweiler von diesem laufenden 
Jahr, welche bisher weder durch gütliche Anerinnerungen noch zugelegte executiones 
nicht herauszubringen gewesen . . gleichwie nun mit Bei- und Heraustreibung dieser 
Gelder jetzo nicht mehr viel Zeit zu verlieren, maßen der Untertan anjetzo am besten, 
da er noch nicht von Habseligkeiten entblößet . . ., bezahlen kann, es aber jedoch 
nicht anscheinet, daß sich der Dudweiler und Sulzbacher Untertan deswegen nur im 
mindesten bekümmere . . . 
33 F. Rolle, a.a.O., S. 28 und A. Ruppersberg, Grafschaft II. Teil, S. 300. 
34 Z. B. LA SB, Best. 22 Nr. 2648, Bl. 139: Beschwerde Güdingens v. 8. 9. 1789 und 
Nr. 2562, Bl. 38: Beschwerde Falscheid vom 10. 9. 1789. 
35 LA SB, Best. 22 Nr. 2313, S. 49. 
36 LA SB, Best. 22 Nr. 2015, S. 53. 
37 LA SB, Best. 22 Nr. 2485, Bl. 26 f. 
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