Full text: Die Bauernwirtschaften des Fürstentums Nassau-Saarbrücken im 18. Jahrhundert

nur um der Arbeit an den äußeren enthoben zu sein, daß somit doch bis zu einem 
gewissen Grad einegeistige Einstellung (der Bauern) ausschlaggebend war“71. Die 
Außenfelder konnten recht verschiedene landwirtschaftliche Nutzflächen umfassen: 
Weide, Ackerland, Niederwald etc. 
Die räumliche Gliederung weist auf sehr unterschiedliche Betriebssysteme hin. 
Auf den Dungfeldern, die durch ihre Nähe zum Ort „manchmal im Tal, manchmal 
am Hang und ebenso oft auf der Hochfläche lagen“72, waren Drei- und Vierfelder¬ 
wirtschaft verbreitet. Auf der weitaus größeren Fläche der Gemarkung bediente 
man sich der Wechselwirtschaften. „Die am Rand der Gemarkung^ an Hängen, 
unzugänglichen Orten oder auf schlechten Böden“73 liegenden Außenfelder wurden 
je nach aufkommendem Bewuchs als Feldweide- oder Feldwaldländer (Schiffel¬ 
und Rottheckenwirtschaft) ohne Stalldüngung genutzt. 
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts änderten sich diese Gegebenheiten 
nicht sonderlich. Häufig bestanden verschiedene Betriebssysteme auf demselben 
Bann nebeneinander. Die Dreifelderwirtschaft konnte in den letzten Jahrzehnten 
vor der Revolution ständig an Boden gewinnen. Weidmanns Feststellung für den 
Pfälzer Raum gilt auch im Saarbrückischen: „Nur in bescheidenem Rahmen begann 
seit der Einführung der Kartoffel so etwas wie verbesserte Dreifelderwirtschaft, 
während auf den Außenfeldern nicht einmal einfache Dreifelderwirtschaft durch¬ 
zusetzen war“74. 
Karte 3 ist daher, vor allem was die Verhältnisse im Oberamt Ottweiler betrifft 
mit gebotener Zurückhaltung aufzunehmen. 
71 J. Postius, a.a.O., S. 124. 
72 Ebenda, S. 125. 
73 W. Abel, Landwirtschaft 1648—1800, in: Handbuch der deutschen Wirtschafts- und 
Sozialgeschichte, Bd. 1, hg. H. Aubin und W. Zorn, Stuttgart 1971, S. 503. 
74 W. Weidmann, a.a.O., S. 75 f.; O. Beck, a.a.O., S. 282 bestätigen diese einfachen 
Wirtschaftsformen noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein. 
104
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.