Full text: Genealogia oder Stammregister der durchläuchtigen hoch- und wohlgeborenen Fürsten, Grafen und Herren des uhralten hochlöblichen Hauses Nassau samt etlichen konterfeitlichen Epitaphien

Andreae hat nachweislich viele Reisen unternommen und mag sich dabei genealogische No¬ 
tizen gemacht haben; so etwa, als er im September 1641 Trier besuchte und sich dabei Noti¬ 
zen über die Inschrift und die Wappen des Epitaphs des Erzbischofs Dieter von Nassau im 
Predigerkloster machte 76). 
Ähnliche Notizen, wohl weitgehend von der Hand des Malers Dors, liegen von einer ganzen 
Reihe nassauischer Orte als Vorarbeiten für das „Epitaphienbuch“ vor, bzw. für andere genea¬ 
logische Untersuchungen. Dem 2. Genealogiebuch von Andreae liegt ein Faszikel bei, der aus¬ 
führliche Bemerkungen über Irrtümer an den Wappenprogrammen u. a. der Grabdenkmäler 
von St. Arnual enthält77). Der Schreiber, mit Sicherheit nicht Dors78 79), sondern wahrschein¬ 
lich Andreae, zitiert genealogische Quellen, u. a. eine württembergische Genealogie und den 
Pfauen, und skizziert, wo nötig, die Wappen; er zeigt dabei durchaus zeichnerisches Geschick. 
Deutlich wird hinter der Arbeit, daß man die Irrtümer an den Denkmälern unmittelbar korri¬ 
gieren wollte. 
Aus der sogenannten deutschen Kirche zu St. Avold/Lothringen (Pfarrkirche) liegen Bleistift¬ 
zeichnungen von Wappen der Chorfenster und an Kirchenstühlen vor 7!)). Es sind die Wappen, 
jeweils mit Helmzier und Kleinod, von Nassau-Saarbrücken und Saarwerden. Sie beziehen sich 
höchstwahrscheinlich auf Graf Johann Ludwig (t 1545). 
Wichtigste Zeichnungen im Blick auf das „Epitaphienbuch“ sind die von fünf Inschriftgrab¬ 
platten aus Neumünster (heute Ottweiler)80); die Steine sind nicht mehr vorhanden. Die Zeich¬ 
(Andreae 1002/4, S. 234 B, vgl. Abb. 104) wird allgemein zwar dem Kanzler Dr. von Hirschbach zu¬ 
geschrieben, doch eindeutig geht aus Andreae nur hervor, daß dieser ein Etrostichon verfaßte. Anderer¬ 
seits ist klar, daß bei einer solch hochwichtigen Sache wie dem Grabmal die gräfliche Regierung di¬ 
rekt beteiligt war. Bei Andreae (1002/2, Beilage, fol. 13v) ist vom Saarbrücker Kanzler die Rede, der 
die Wappen am Epitaph Anna Marias von Hessen gestellt habe. — Für Dors liegt die Zeichnung zeit¬ 
lich zu weit ab. — In diesem Zusammenhang sei betont, daß Andreae das Grabmal eindeutig Graf Al- 
brecht zuwies; die Beischrift auf der Sockelplatte, die auf Graf Philipp hinweist, muß etwas anderes mei¬ 
nen. Der Entwurf wurde nach der Bemerkung Andreaes dann nicht ausgeführt. Graf Albrecht bekam 
eine wesentlich einfachere Tumba (vgl. Epitaphienbuch Nr. 62 mit Abb. 103). — In die Reihe der 
vielleicht von Andreae selbst gefertigten Zeichnungen wäre auch die Skizze des Grabsteins der Elisa¬ 
beth von Saarwerden zu stellen, mit zweifacher Umschrift (Andreae 1002/8, fol. 26v; vgl. Herrmann, 
Saarwerden Bd 1, S. 127, Nr. 220; dort auch Abdruck der Inschrift; zu Elisabeth vgl. auch Bd 2, S. 
57 ff.). — Sicherlich nicht von Dors stammt auch die Zeichnung des wappengeschmückten Epitaphs 
des Grafen Philipp (t 1621, Andreae 1002/1, S. 256; braune Feder, 13 x 15, vgl. Anm. 204 der Edition 
und Abb. 114). 
76) Andreae 1002/1, Zettel nach S. 64. 
77) Saubere Abschrift der St. Arnualer Inschriften vgl. auch HHStA Wiesbaden Abt. 130 II A 51. 
78) Andreae 1002/2, Beilage fol. 12r: Die Manderschiedisclie Genealogie Henrichen Dorßen nit bekant.. 
— Dors würde wohl nicht so von sich in der 3. Person sprechen. Auf derselben Seite weitere Erwäh¬ 
nung des Malers. 
79) St. Nabor, alter Name für St. Avold. — HHStA Wiesbaden Abt. 130 II A 20/21, S. 2 f. 
80) HHStA Wiesbaden Abt. 130 I/I, 1, Nr. 4 e, fol. 109—113; braune Feder, ca. 10x22 cm. — Herkunfts¬ 
angabe fol. 109r. — Es handelt sich um Grabsteine folgender Personen: 
A) Anna Sabina (19. 12. 1591—22. 4. 1593), Tochter des Grafen Ludwig II. von Nassau-Saarbrücken 
und der Anna Maria von Hessen-Kassel. Fol. 109v, Kapitale, Inschrift im Feld der Platte: ANNO 
1593 IST IN CIIR(IS)TO entschlaffen das hochgea) BO(R)NE b) FREWLIN ANNA SABINA — 
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