Full text: Genealogia oder Stammregister der durchläuchtigen hoch- und wohlgeborenen Fürsten, Grafen und Herren des uhralten hochlöblichen Hauses Nassau samt etlichen konterfeitlichen Epitaphien

A(nn)o. d(omi)ni. m°. ccc°lxx. i(n). die. s(ancti). a(n)to(n)ii. abb(at)is. o(biit). illu¬ 
stris. d(omi)nus. adolfus. comes de nassa ¡u]. filifus]. d(omi)ni gerlacia). comi¬ 
tis. qui. fuit, filiu(s). d(omi)ni. adolfia}.regis. rom(ano)r(um). 
Fol. 27v Dieses Begräbnus find sich im Closter Clarenthal bei Wiespaden in der Kirchen im niedern 
Cohr uf der lincken Seiten des Altars, erhoben in einem Bogen; und ist gewesen Adolf, Graf 
zu Nassau, ein Sohn Graf Gerlachs und Fr(au) Agnes, Landgr(üfin) zu Hessen (etc.). Sein Ge¬ 
mahlin liegt neben ihme, welche war ein Tochter Fridrichs des Vierten h) und ältern Burgk¬ 
grafen zu Nürnberg. Lind ist dieser Graf Adolf ein Stamvater der Nassauw-Itzsteinischen Lini. 
a) „i“ hochgestellt. 
b) Vorlage hat Ersten, mit Bleistift berichtigt in Vierten. 
Zum Verständnis der Anlage ist ein Blick auf die beigegebene Farbabbildung aus Andreae nö¬ 
tig53 54). Sie zeigt das schönste und kostbarste Bild, das mir von der Hand des Malers Dors be¬ 
kannt ist. Es gehört in die Reihe der bereits in der Einleitung kurz erwähnten wenigen Perga¬ 
mente 34), die endgültigen Fassungen für das geplante Werk, die zweifellos den Restbestand 
jener zwölf Pergamente darstellen, die Dors 1636 gemalt hatte 55). 
Die Malerei zeigt perspektivisch das Tumbengrab in einer Nische mit zugehörigem Wandbild 
(vgl. Nr. 15). Die Nische hatte gestelzte Rundbögen und war eingefaßt mit einem Blendrah¬ 
men. Der Bogenlauf war an der Vorderkante mit Dreipaßmaßwerk verziert. In den Zwickel¬ 
feldern des Bogens war links Helmzier und Kleinod des nassauischen Wappens und rechts das 
Nassauer Wappen selbst angebracht. 
Deutlich erkennbar ist, daß der Graf auf der Seite zum Kircheninnern hin lag, die Gräfin an 
der Wand. Die drei freistehenden Seiten des Sarkophags waren mit Blendarkaden geschmückt. 
Das zeigt besonders deutlich auch die ebenfalls bei Andreae eingefügte weitere Aufsichtszeich¬ 
nung der Doppeltumba (Abb. 29) 56). Sie offenbart allerdings auch einige Unstimmigkeiten. Es 
handelt sich bei dieser Zeichnung um dasselbe Grabmal, auch wenn es auf den ersten Blick 
wegen der vielen Unterschiede — auch im Detail — nicht so scheinen mag. Vielleicht ist die 
sehr viel gedrungenere Darstellung der Figuren des Genealogienbuchs auf die Verkürzung in 
der angestrebten Perspektive zurückzuführen. Die architektonische Umrahmung der Tumben- 
platte, das Spitzbogenmaßwerk mit seinen Fialen, Kreuz- und Kriechblumen ist im Epitaphien¬ 
buch mit größerer Genauigkeit gezeichnet, während im Genealogienbuch z. B. die Kriechblu¬ 
men fehlen. 
53) Andreae 1002/2, fol. 23. — 49 x 36 cm. (Vgl. Titelbild.) 
54) Vgl. S. 33 f. 
55) Vgl. S. 29. 
56) Andreae 1002/2, fol. 24. — 23 x 38 cm. Braune Federzeichnung, verschiedene Tönungen blauer Was¬ 
serfarbe (vgl. auch S. 35 Anm. 74 C). Inschrift: An(n)o d(omi)ni M.CCC.LXX. in die s(an)cti Antonii 
Abbatis o(biit) illustris d(omi)n(us) Adolphus comes de Nassau filius d(omi)ni Gerlaci Comitis. Qui 
fuit filius d(omi)ni Adolphi Regis Romanorum. 
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